Honduras-Delegation 2010

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Eine Delegationsreise zur Lage der Menschenrechte und der Demokratiebewegung nach dem Putsch
Aktualisiert: vor 2 Stunden 45 Minuten

Gewalt und Chaos regiert im Norden von Honduras

vor 3 Stunden 24 Minuten
Steigende Aggressionen gegen Kleinbauern. Anstieg militärischer und paramilitärischer Aktivitäten in der Region Bajo Aguán Von Johannes Schwäbl, amerika21.de Tocoa/Bajo Aguán. Das lokale Menschenrechtszentrum OPIDHA in Bajo Aguán hat auf erneute schwere Menschenrechtsverletzungen und die weiterhin stark angespannte Situation in der nordhonduranischen Krisenregion aufmerksam gemacht. Zuvor war am 8. Mai die Leiche von José Antonio López in der Nähe eines Grundstücks des Großgrundbesitzers Miguel Facussé aufgefunden worden. Der 46-jährige Kleinbauer López galt seit dem 5. Mai als vermisst.
Nach Aussagen mehrerer Bewohner des Dorfes Rigores wurden das Todesopfer und weitere Fischer aus der Region von privaten Sicherheitskräften beschossen. Ebenfalls am Nachmittag des 8. Mai wurde eine Gruppe von Kleinbauern auf dem Heimweg von der Arbeit von privaten Sicherheitskräften des Anwesens Paso Aguán angegriffen. Dabei wurden der Jugendliche Darwin Maldonado lebensgefährlich verletzt und ein weiterer Kleinbauer durch einen Schuss am Bein verwundet.
Außerdem berichtet Wilfredo Paz, Mitarbeiter des lokalen Menschenrechtszentrums, von Morddrohungen gegen ihn. Unbekannte seien ihm auf dem Weg zur Arbeit gefolgt.
Die durch die Militäroperation "Xatruch" in der Region stationierten Militäreinheiten wurden kürzlich zusätzlich durch Soldaten des 4. Bataillons aus La Ceiba aufgestockt. Sowohl staatliche als auch private Sicherheitskräfte suchen und verfolgen in den letzten Tagen verstärkt führende Aktivisten der Kleinbauernorganisationen. Laut Informationen des Menschenrechtszentrums fand kürzlich ein Treffen zwischen hohen Justizbeamten, regionalen und lokalen Befehlshabern des Militärs und Vertretern der Großgrundbesitzer in der Stadt Trujillo statt. Menschenrechtsverteidiger befürchten aufgrund dieser Informationen groß angelegte Polizei- und Militäroperationen gegen die Bauernorganisationen der Region und die Räumung mehrerer Ansiedlungen. Laut Wilfredo Paz soll eine "Säuberung" der Aguán-Region von jeglicher Initiative zur Landbesetzung begonnen werden. Dies solle als warnendes Beispiel für den Rest des Landes dienen.
Der Landkonflikt zwischen Großgrundbesitzern und Kleinbauernorganisationen der seit dem zivil-militärischen Putsch 2009 zunehmend eskaliert, forderte bereits über 60 Todesopfer. In der Erklärung des OPIDHA wurde erneut der mangelnde Wille der De-facto-Regierung Porfirio Lobos zu einer politischen Lösung des Landkonfliktes betont. Alle Abkommen die seit April 2009 zwischen Regierung und Kleinbauernorganisationen abgeschlossen wurden, seien von Regierungsseite nicht eingehalten worden. Kleinbauern- und Menschenrechtsorganisationen zeigen sich besorgt über die aktuelle Situation und die Vorgehensweise der De-facto-Regierung, die, wie es heißt, klar auf Seiten der Großgrundbesitzer stehe.

Weiterer Mord an Oppositionellen in Honduras

Mi, 09/05/2012 - 07:19
Leiche von Martínez Ávila aufgefunden. Schwuler Aktivist setzte sich in Partei LIBRE für sexuelle Rechte ein. Proteste am 17. Mai geplant  Von Sebastian Henning, amerika21.de  Tegucigalpa. Erneut ist in Honduras ein Aktivist der Opposition einem Mord zum Opfer gefallen. Erick Martínez Ávila wurde am Morgen des 7. Mai ermordet an der Fernstraße von Tegucigalpa nach Olancho im Nordosten aufgefunden, nachdem er bereits seit Sonntag vermisst worden war. Erst vor zwei Wochen war er von der linksoppositionellen Partei LIBRE zum Kandidaten für einen Listenplatz für sexuelle Rechte ernannt worden.


Die im Oktober letzten Jahres offiziell zugelassene neue Linkspartei hatte als erste parlamentarische Gruppierung des Landes die Anerkennung für die Vielfalt sexueller Orientierungen und geschlechtlicher Identitäten explizit in ihre Statuten aufgenommen. Ende April war Martínez Mitbegründer einer Plattform für sexuelle Vielfalt bei LIBRE, die unter anderem eine Gesetzesvorlage zur härteren Verfolgung und Bestrafung von homo- und transphoben Hassverbrechen erarbeiten will.
Deren ohnehin hohe Zahl war nach dem Putsch im Jahr 2009 enorm angestiegen und setzte sich auch unter der aktuellen Regierung von De-facto-Präsident Porfirio Lobo fort. Der 32-jährige Martínez war bei der Homo- und Trans-Organisation Kukulkan verantwortlich für Menschenrechtsfragen, überdies engagierte er sich bei den Gruppen Movimiento de Diversidad en Resistencia, Los Necios und Frente Nacional de Juventudes en Resistencia. Er war Absolvent des regionalen Fortbildungsprogramms "Agentes de Cambio" der Friedrich-Ebert-Stiftung im Jahr 2007.
Das honduranische Menschenrechtszentrum CIPRODEH verurteilte den Mord und verlangte von den zuständigen Behörden die Untersuchung und Aufklärung des Falls. An die internationale Öffentlichkeit appellierte es, der Gewalt gegen Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger sowie gegen Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle in Honduras erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken. Zahlreiche Aktivistinnen und Aktivisten fühlen sich an den Mord an Walter Tróchez im Dezember 2009 erinnert, der bis heute nicht aufgeklärt wurde und starke Anzeichen politisch motivierter Gewalt trug. Am 17. Mai, dem internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie, will sich die LIBRE-Plattform dennoch an den geplanten Aktionen in Tegucigalpa beteiligen.
   

Urgent Action zu Morddrohungen gegen MenschenrechtlerInnen & Internationale BegleiterInnen

Sa, 05/05/2012 - 07:52
Eilaktion zu den Morddrohung gegen das internationale Projekt
für Menschenrechtsbeobachtung in Honduras PROAH und die Menschenrechtsorganisation COFADEH

Zur urgent action

Polizei in Honduras tötet indigenen Aktivisten

Sa, 05/05/2012 - 07:47
Kurzmeldung auf Amerika21.de
 
La Esperanza, Honduras. Die honduranische Polizei hat am 1. Mai bei einer versuchten Hausdurchsuchung in San Bartolo den 24-Jährigen Santos Alberto Domínguez Benítez erschossen. Domínguez hatte sich über das Eindringen der drei Polizisten in das Haus seiner Mutter beschwert, woraufhin diese das Feuer eröffneten und den Lenca-Indigenen durch einen Kopfschuss töteten. Domínguez war aktives Mitglied der indigenen Organisation COPINH und setzte sich für die Rechte der indigenen Bevölkerung und die Verteidigung der natürlichen Ressourcen ein.
Das indigene Dorf San Bartolo im Bezirk Intibucá befindet sich zur Zeit in Gesprächen mit den honduranischen Behörden über die Erlangung eines kommunalen Landtitels. Bewohner des Dorfes wurden deshalb in den vergangenen Tagen mehrfach von regionalen Großgrundbesitzern, welche sich Teile der Ländereien illegal aneigneten, bedroht und eingeschüchtert. Zudem gilt San Bartolo als eine der Hochburgen des indigenen Widerstandes gegen ein geplantes Staudammprojekt in der Region.
In einer Erklärung zu dem Mord macht COPINH die Polizei und den Staatssekretär für Sicherheit Pompello Bonilla Reyes für den Mord verantwortlich und fordert eine vollständige und unabhängige Untersuchung und die Bestrafung der Verantwortlichen.

Urgent Action von Amnesty zu Drohungen gegen COFADEH

Do, 03/05/2012 - 17:37
Vier Angehörige einer bekannten Menschenrechtsorganisation in Honduras sind vor Kurzem angegriffen, bedroht und drangsaliert worden. Sie befinden sich in Lebensgefahr.
Das Komitee für Familienangehörige von Verschwundenen (Comité de Familiares de los Detenidos y Desaparecidos - COFADEH) ist eine bekannte Menschenrechtsorganisation in Honduras. Am 20. April, um etwa 8 Uhr morgens, kam Nohemí Pérez, eine der GründerInnen der COFADEH, am Büro der Organisation in Tegucigalpa an. Als sie draußen vor dem Büro wartete, bemerkte sie, dass ein Auto vor dem Haupteingang parkte. Der Fahrer des Wagens bedrohte sie und sagte: "Ihr werdet schon sehen, [was passiert,] ihr Schlampen, ihr werdet schon sehen" ("Ya van a ver hijas de la gran puta, ya van a ver"). Er bewarf sie mit einem Stück Holz, das sie am Bein traf. Kurz danach fuhr er davon. Am Tag zuvor hatte Nohemí Pérez einen jungen Mann bemerkt, der auf sie zeigte, während sie an einer Demonstration gegen die gestiegenen Lebenshaltungskosten teilnahm, die von einer Gewerkschaft organisiert worden war.


Im Laufe des März sind weitere Angehörige der COFADEH bedroht und drangsaliert worden. Am 8. März ging bei Bertha Oliva, Gründungsmitglied und Koordinatorin der Menschenrechtsorganisation, ein Anruf ein. Der Anrufer sagte nichts, sondern spielte die Aufnahme eines Anrufes ab, den sie nur wenige Augenblicke zuvor getätigt hatte. Als ein weiteres Mitglied der COFADEH (Amnesty ist der Name bekannt) das Büro der Organisation am 30. März etwa um 8:45 Uhr betrat, rief ein Mann, der in einem roten Kleintransporter an einer roten Ampel stand, ihr zu: "Sag dieser Schlampe Bertha Oliva, dass sie aufhören muss, auf Kosten der Verschwundenen zu leben" ("Decile a esa hija de la gran puta de Bertha Oliva que ya deje de vivir de los desaparecidos"). Dina Meza, eine weitere Menschenrechtsverteidigerin, die für die COFADEH tätig ist und bereits mehrfach Drohungen erhalten hat, informierte Amnesty International am 26. April darüber, dass ein Auto über einen längeren Zeitpunkt vor ihrem Haus geparkt habe und sie gegen 18 Uhr in einem Park in ihrem Viertel kurzzeitig von einem Unbekannten verfolgt worden sei.
Im November 2009 hatte die Interamerikanische Menschenrechtskommission (Inter-American Commission on Human Rights - IACHR) die Behörden von Honduras aufgefordert, Schutzmaßnahmen für die Mitglieder der COFADEH und ihre unmittelbaren Familienangehörigen zu ergreifen.
EMPFOHLENE AKTIONENSCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
  • Sorgen Sie bitte dafür, dass eine unabhängige, umfassende und unparteiische Untersuchung der Drohungen gegen die Angehörigen der COFADEH eingeleitet wird. Veröffentlichen Sie die Ermittlungsergebnisse und stellen Sie die Verantwortlichen vor Gericht.
  • Ich bitte Sie eindringlich, unverzüglich Schritte einzuleiten, um den Anordnungen der Interamerikanischen Menschenrechtskommission in vollem Umfang nachzukommen. Die Schutzmaßnahmen, die für die Angehörigen der COFADEH sowie für ihre Familienangehörigen ergriffen werden, müssen mit ihnen abgesprochen werden und ihren Wünschen entsprechen.
  • Ich möchte Sie daran erinnern, dass MenschenrechtsverteidigerInnen gemäß der UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern, das Recht haben, ihre Arbeit ohne Einschränkungen oder Angst vor Vergeltungsmaßnahmen auszuführen.
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Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 11. Juni 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.
HINTERGRUNDINFORMATIONENCOFADEH ist eine der wichtigsten Menschenrechtsorganisationen in Honduras. Sie ist maßgeblich im Bereich der Berichterstattung und Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen tätig, die mit dem Putsch gegen Präsident José Manuel Zelaya am 28. Juni 2009 und der Regierungszeit von Präsident Porfirio Lobo, der die Amtsgeschäfte nach der Wahl im November 2009 am 27. Januar 2010 übernahm, zusammenhängen. Zuletzt beschäftigte sich die COFADEH mit einem Feuer im Gefängnis in Comayagua, bei dem 361 Häftlinge ums Leben gekommen sein sollen. Unzählige weitere Inhaftierte sollen schwere Brandverletzungen davongetragen haben (Weitere Informationen zu diesem Fall finden Sie in dem englischen Pressebericht unter: http://www.amnesty.org/en/news/honduras-urged-investigate-prison-fire-de...).
Mitte April dieses Jahres wurde Dina Meza mehrfach sexuelle Gewalt angedroht (siehe UA-106/2012). In ihrer Funktion als Mitglied der Menschenrechtsorganisation COFADEH hat sie sich mit dem Landkonflikt in der honduranischen Region Bajo Aguán beschäftigt. Die Region Bajo Agúan ist Schauplatz einer Serie von zum Teil gewaltsam ausgetragenen Auseinandersetzungen über Landrechte zwischen Kleinbauerngemeinden auf der einen und verschiedenen Unternehmen sowie privaten GrundbesitzerInnen auf der anderen Seite.
In Honduras tätige MenschenrechtsverteidigerInnen und JournalistInnen befinden sich aufgrund ihrer Arbeit, bei der sie oftmals Menschenrechtsverletzungen aufdecken, in großer Gefahr: Sie werden bedroht, tätlich angegriffen oder sogar getötet. Im Januar 2012 erhielt die Journalistin Gilda Silvestrucci telefonisch Morddrohungen (siehe UA-028/2012). Im Februar wurden Wilfredo Paz und Juan Chinchilla, zwei Menschenrechtsverteidiger, die sich vor dem Hintergrund anhaltender Auseinandersetzungen über Landrechte für die Rechte von Kleinbauern in der Region Bajo Aguán einsetzen, per SMS mit dem Tod bedroht (siehe UA-066/2012). Im März sind bei der Journalistin Mavis Ethel Cruz telefonisch Morddrohungen eingegangen (UA-078/2012).

zur UA von Amnesty

Über 12.000 Hektar Land in Honduras besetzt

So, 22/04/2012 - 21:59
Tegucigalpa. In Honduras haben Bauernorganisationen über 12.000 Hektar Land besetzt. Die Aktionen begannen am 17. April, dem internationalen Tag des kleinbäuerlichen Widerstands.
Bei den meisten Flächen handelt es sich um Ackerland, das an die Landbevölkerung verteilt hätte werden sollen. Unter den neoliberalen Strukturanpassungsprogrammen seit den neunziger Jahren wurde der fruchtbare Boden jedoch wieder verkauft und gehört inzwischen wenigen Großgrundbesitzern, die darauf Exportprodukte wie Zuckerrohr und Palmöl anbauen. Nach dem Putsch Mitte 2009 machte De-facto-Präsident Porfirio Lobo das Landreformgesetz wieder rückgängig.
Die Besetzer fordern die Rückgabe des Landes an die Landarbeiterfamilien, um dort ihre Hauptnahrungsmittel Mais, Reis und Bohnen anzubauen. Erklärtes Ziel ist ein Ende des Hungers und der Armut sowie die Ernährungssouveränität. Damit ist die eigenständige Kontrolle über Produktion, Verteilung und Konsumption der Lebensmittel und eine demokratische Gestaltung des Lebensmittel- und Agrarsystems gemeint.
Des Weiteren wird ein Ende der Gewalt gegen die Landlosen und Bauern gefordert. In der nordhonduranischen Region Bajo Aguán sind seit Anfang 2010, dem Beginn der Lobo-Regierung, rund die 50 organisierte Bauern und Bäuerinnen ermordet worden.

Meldung bei Amerika21 


Der Shalompreis geht nach Honduras

So, 22/04/2012 - 21:56
Eichstätt (EK/smo) Er ging schon nach Burundi, Guatemala, Brasilien, Kenia, Tschetschenien, Pakistan und im letzten Jahr nach Kolumbien: der Shalompreis. In diesem Jahr wird er nach Honduras vergeben. Berta Cáceres und die Indigenen-Organisation COPINH Consejo Civico de Organizaciones Populares e Indigenas de Honduras können den mit mindestens 15 000 Euro dotierten Menschenrechtspreis am 16. Juni in Eichstätt entgegennehmen.

weiterlesen auf Donaukurier.de

Urgent Action von AI: Journalistin bedroht

Fr, 20/04/2012 - 18:20
Der honduranischen Journalistin und Menschenrechtlerin Dina Meza ist in den vergangenen Wochen mehrmals sexuelle Gewalt angedroht worden.
Dina Meza schreibt auf dem Menschenrechts-Internetportal "Defensores en Linea" Beiträge über Menschenrechtsfragen. Sie ist darüber hinaus in der bekannten honduranischen Menschenrechtsorganisation "Comité de Familiares de los Detendios y Desaparecidos" (COFADEH) aktiv.


Am 14. April erhielt Dina Meza am Morgen und am Nachmittag auf ihrem Mobiltelefon insgesamt drei Anrufe derselben Nummer, bei denen niemand sprach. Beim vierten Anruf fragte eine männliche Stimme, was es Neues gäbe ("¿Qué hay de nuevo?") und legte auf. Dina Meza rief zurück und fragte den Mann, was er von ihr wolle. Der Anrufer sagte, er hieße Miguel und behauptete, er habe sich verwählt. Doch ehe er auflegte, sagte er zu Dina Meza, sie solle "auf ihre Muschi aufpassen" ("Cuídese la pipa!").
Eine Woche zuvor, am 6. April bemerkte Dina Meza bei einem Spaziergang mit ihren Kindern in ihrem Viertel zwei Männer, die Fotos von ihnen machten.
Bereits am 22. Februar, erhielt Dina Meza zwei Kurznachrichten, in denen sie mit sexueller Gewalt bedroht wurde. In der ersten wurde ihr Folter und eine Gruppenvergewaltigung angedroht ("Les vamos a quemar con cal la pipa hasta q griten y luego toda la quadrilla va gozar CAM" ). In der zweiten SMS drohte ihr der Absender mit dem Tod und erneut mit Vergewaltigung (""[…] van a terminar como los del aguan muertos no hay nada mas rico q cojer a unas zorras"). CAM steht für Comando Álvarez Martínez, einem Pseudonym, das bei Drohungen gegen MenschenrechtsverteidigerInnen und JournalistInnen nach dem Staatsstreich von 2009 als Absender verwendet wurde.
Der Interamerikanische Menschenrechtsausschuss ordnete 2006 und 2009 Schutzmaßnahmen an, um die Sicherhiet von Dina Meza zu gewährleisten. Bisher sind die honduranischen Behörden den Anordnungen jedoch noch nicht nachgekommen.

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  • Sorgen Sie bitte dafür, dass eine unabhängige, umfassende und unparteiische Untersuchung der Drohungen gegen Dina Meza eingeleitet wird. Stellen Sie bitte sicher, dass die Ermittlungsergebnisse öffentlich bekannt gegeben und die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden.
  • Ich bitte Sie eindringlich, unverzüglich Schritte einzuleiten, um die Anordnungen der Interamerikanischen Menschenrechtskommission in vollem Umfang zu erfüllen. Die Schutzmaßnahmen, die für Dina Meza ergriffen werden, müssen mit ihr abgesprochen werden und ihren Wünschen entsprechen.
  • Ich möchte Sie daran erinnern, dass MenschenrechtsverteidigerInnen gemäß der UN-Erklärung zum Schutz von MenschenrechtsverteidigerInnen, das Recht haben, ihre Arbeit ohne Einschränkungen oder Angst vor Vergeltungsmaßnahmen auszuführen.
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Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 30. Mai 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.
HINTERGRUNDINFORMATIONENDina Meza ist eine bekannte Journalistin und Menschenrechtsverteidigerin. In ihrer Funktion als Mitglied der Menschenrechtsorganisation COFADEH hat sie sich mit dem Landkonflikt in der honduranischen Region Bajo Aguán beschäftigt. Die Region Bajo Agúan ist Schauplatz einer Serie von zum Teil gewaltsam ausgetragenen Auseinandersetzungen über Landrechte zwischen Kleinbauerngemeinden auf der einen und verschiedenen Unternehmen sowie privaten GrundbesitzerInnen auf der anderen Seite. Im März nahm Dina Meza in Washingtonan einer Tagung der Interamerikanischen Menschenrechtskommission zur Menschenrechtssituation und den rechtlichen Rahmenbedingungen in Honduras teil.
Comando Álvarez Martínez (CAM) ist ein Pseudonym, das bei Drohungen gegen MenschenrechtsverteidigerInnen und JournalistInnen nach dem Staatsstreich von 2009 als Absender verwendet wurde. Álvarez Martínez war zwischen 1982 und 1984 General der honduranischen Streitkräfte. In dieser Zeit wurden immer wieder schwere Menschenrechtsverletzungen verübt. Örtliche Menschenrechtsgruppen haben ihm damals wiederholt Verbindungen zu paramilitärischen Todeskommandos unterstellt.
2007 verlieh die britische Sektion von Amnesty International Dina Meza den "Special Award for Human Rights Journalism Under Threat", einen Sonderpreis für JournalistInnen, die ihrem Beruf trotz großer Gefahren nachgehen. Sie erhielt diesen Preis für ihre journalistische Arbeit für das Online-Magazin Revistazo, die sie trotz der Schikanen und Einschüchterungsversuche weiterführte, denen sie aufgrund von Nachforschungen zu Arbeitsrechtsverletzungen mehrerer privater Sicherheitsdienste ausgesetzt war.
2006 wurden Dina Meza und ihre KollegInnen bei Revistazo.com sowie MitarbeiterInnen der honduranischen Menschenrechtsorganisation "Asociación para una Sociedad más justa" (ASJ), die das Online-Magazin herausgibt, zum Ziel zahlreicher Schikanen und Einschüchterungsversuche, nachdem sie mehrere private Sicherheitsdienste auf Verstöße gegen das Arbeitsrecht überprüft hatten. Dionisio Díaz García, ein für die ASJ tätiger Rechtsanwalt, wurde im Dezember 2006 erschossen, als er sich auf dem Weg zum Obersten Gerichtshof von Honduras befand. Dort wollte er sich auf einen Fall vorbereiten, der von der ASJ in Zusammenhang mit der Überprüfung der Sicherheitsdienste vorgelegt worden war. Die Ermittlungen und Verhandlungen zu der Tötung von Dionisio Díaz García fanden zwischen 2007 und 2009 statt. 2009 wurden dann ein ehemaliger Wachmann der Firma SETECH und ein Polizist wegen der Tötung des Rechtsanwalts verurteilt.
In den Monaten vor seiner Ermordung waren Dionisio Díaz García und Dina Meza mehrfach von Personen in Fahrzeugen ohne Kennzeichen verfolgt worden. Die Kinder von Dina Meza wurden auf dem Weg von der Schule nach Hause verfolgt und persönliche, abfällige Kommentare über Dina Meza im Forum von Revistazo.com hinterlassen. 2006 startete Amnesty International eine Urgent Action zur "Asociación para una Sociedad más justa", bei der es auch um den Fall von Dina Meza ging, die zu dieser Zeit Mitglied der Menschenrechtsorganisation war (siehe UA-329/2006). 2007 folgten weitere Eilaktionen zur ASJ.
Der Fall von Dina Meza wurde zudem im englischsprachigen Bericht:Persecution and Resistance: the Experience of Human Rights Defenders in Guatemala and Honduras (AMR 02/001/2012) behandelt.
In Honduras tätige MenschenrechtsverteidigerInnen und JournalistInnen befinden sich aufgrund ihrer Arbeit, bei der sie oftmals Menschenrechtsverletzungen aufdecken, in großer Gefahr: Sie werden bedroht, tätlich angegriffen oder sogar getötet. Im Januar 2012 erhielt die Journalistin Gilda Silvestrucci telefonisch Morddrohungen (siehe UA-078/2012). Im Februar wurden Wilfredo Paz und Juan Chinchilla, zwei Menschenrechtsverteidiger, die sich vor dem Hintergrund anhaltender Auseinandersetzungen über Landrechte für die Rechte von Kleinbauern in der Region Bajo Aguán auf Landbesitz einsetzen, per SMS mit dem Tod bedroht (siehe UA-066/2012). Im März sind bei der Journalistin Mavis Ethel Cruz telefonisch Morddrohungen eingegangen (UA-028/2012).


zur Urgent Action von Amnesty

Vortrag in Frankfurt: Sexuelle Vielfalt im Widerstand – LGBT*-Kämpfe in Honduras

Mi, 18/04/2012 - 19:50
Der Vortrag findet am 11.06.2012 (Montag) um 18 Uhr im Raum des Cornelia Goethe Centrums (AfE-Turm, 2. Stock, R 238) statt.
Referentin: Eva Bahl

Abstract:
Als sich die Menschen in Honduras am 28. Juni 2009 versammelten, um gegen
die Entführung des Präsidenten Zelaya und die Machtübernahme der
Militärs zu demonstrieren, waren von Anfang an die Mitglieder der
LGBT-Gemeinschaft präsent. Genau an diesem Tag sollte der Christopher
Street Day begangen werden, weswegen die Aktivist_innen sofort mit ihren
Regenbogenfahnen zur Stelle waren. Seitdem ist die LGBT-Gemeinschaft ein
wichtiger Bestandteil der heterogenen Widerstandsbewegung. 2010 entstand
dann die Bewegung der Sexuellen Vielfalt im Widerstand (Movimiento de
Diversidad Sexual en Resistencia). Als wichtiger Teil des Widerstands gegen
den Putsch ist die LGBT-Bewegung von der repressiven Situation in Honduras
besonders betroffen: In der zunehmend mili­tarisierten Gesellschaft werden
Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle immer häufiger zu Opfern der
Staatsgewalt. Seit dem Putsch im Juni 2009 sind 40 Morde an Transpersonen
gemeldet worden. Viele dieser Morde gehen auf das Konto von Polizisten und
Militärs.



Zur Person:
Eva Bahl vom Oeku-Buero in München (www.oeku-buero.de) war 2010 mit einer
Delegation von Aktivist_innen und Journalist_innen in Honduras und hat dort
die Kämpfe der LGBT*-Bewegung (und den Filmemacher Fernando Reyes)
kennengelernt.

Informationen zum Film:
„En mis Tacones” (Auf meinen Highheels)
Honduras 2010
30 min.
OmU (Der Film ist auf Spanisch und hat deutsche Untertitel)
»Innerhalb der Widerstandsbewegung, die ja nun auch aus Menschen besteht,
die in Honduras in einer machistischen, trans- und homophoben Gesellschaft
aufgewachsen sind, werden Homosexuelle und Transpersonen heute als
politische Subjekte wahrgenommen. Es herrscht ein unglaublicher Respekt.«
erzählt der Filmemacher und LGBT-Aktivist Fernando Reyes. »Früher gab es
diese Freiräume nicht, da wurden nur Schwule und Transsexuelle akzeptiert,
die sich im Kampf gegen Aids engagierten, man nahm die Kondome an, die sie
verteilten, und das war es.
Gemeinsam mit seiner Kollegin Lili Andrea Nuñez hat Fernando Reyes einen
Dokumentarfilm über die transsexuelle Lebensrealität in Honduras nach dem
Putsch im Jahr 2009 gedreht. Die 30-minütige Dokumentation zeigt die
Situation von Transsexuellen in Honduras, ihren Alltag zwischen
Dis­kriminierung und eigener Identitätsfindung, Sexarbeit als
Überlebensstrategie, schließlich: die zahlreichen Morde an Mitgliedern
der Community. Als wichtiger Teil des Widerstands gegen den Putsch ist die
LGBT-Bewegung von der repressiven Situation in Honduras besonders
betroffen: In der zunehmend mili­tarisierten Gesellschaft werden Lesben,
Schwule, Bi- und Transsexuelle immer häufiger zu Opfern der Staatsgewalt.
Seit dem Putsch im Juni 2009 sind 40 Morde an Transpersonen gemeldet
worden. Viele dieser Morde gehen auf das Konto von Polizisten und Militärs.

weitere Infos unter:
http://frankfurterschwule.wordpress.com/11-06-2012-vortrag-3-%E2%80%9Esexuelle-vielfalt-im-widerstand-lgbt-kampfe-in-honduras-von-eva-bahl/

Fotoausstellung in Heidelberg

Mi, 18/04/2012 - 19:42
Gegen die Unsichtbarkeit
Fotoausstellung zum Widerstand in Honduras

Vom 30.4. - 31.5.
Ort: Eine-Welt-Zentrum/Karlstorbahnhof, Gumbelraum, Heidelberg
Öffnungszeiten: Mo. – Fr. 11-19 Uhr sowie bei den Abendveranstaltungen von Festivallatino im Karlstorbahnhof
Eintritt frei

Weitere Infos: http://festivallatino.de/web/cms/front_content.php?idcat=118&idart=721

Petition: Keine Gefängnisstrafe für Verhütung

Mo, 16/04/2012 - 15:22
Der honduranische Kongress entscheidet bald über eine *Gesetzesvorlage,
die die Nutzung der "Pille danach" unter Gefängnisstrafe stellen würde*
-- selbst für Opfer sexueller Gewalttaten. Doch die Regierung ist daran
interessiert, ihr internationales Image aufzupolieren. *Unsere weltweite
Welle des Protests kann der religiösen und Militär-Lobby die Stirn bieten
und diesen Angriff auf Frauen aufhalten*. Unterzeichnen Sie die Petition an
den honduranischen Kongress, und erzählen Sie auch anderen davon:

Unterzeichnen sie die Petition

Vortrag in Graz

So, 08/04/2012 - 03:44

Auf den Spuren der Agrarkonflikte in Honduras 

Vortrag von Magdalena Heuwieser
Im Welthaus Graz am 26. April, 19:00 Uhr

Rauch und ein beißender Geruch nach verbranntem Plastik steigt auf aus den zerstörten, aus Palmblättern und Planen zusammengezimmerten Behausungen der Landbesetzungsbewegung. Palmölplantagen, so weit das Auge reicht. Doch es ist eine Landwirtschaft ohne Landwirte, ohne Campesinas und Campesinos. Die Plantagen gehören wenigen GroßgrundbesitzerInen, die für sich arbeiten lassen. Gegen diese richten sich die Proteste der Landlosen. Auch gegen die Privatisierung von 300 Flüssen für Staudämme und von 40 Prozent des nationalen Territoriums für Minenprojekte setzen sich soziale und indigene Bewegungen ein.
Magdalena Heuwieser gibt einen Überblick über die Globalisierung der Landwirtschaft in Honduras und die Ursachen der aktuellen Agrarkonflikte. Damit wird klar: Die Lebensrealitäten und Kämpfe der lokalen Bevölkerung sind eng verknüpft mit globalen Politiken, und letztendlich auch mit unseren Lebensrealtäten hier in Österreich.  
Magdalena Heuwieser organisierte 2010 mit anderen Journalist*innen und Aktivist*innen eine Menschenrechtsdelegationsreise nach Honduras und engagiert sich in der Solidaritätsbewegung mit Honduras. Sie ist Aktivistin bei AgrarAttac und der Bewegung für Ernährungssouveränität. Während ihres Diplomstudiums der Internationalen Entwicklung spezialisiert sie sich auf Lateinamerika, Menschenrechte und Politische Ökologie.

Fotoausstellung in Graz

So, 08/04/2012 - 03:40

Gegen die Unsichtbarkeit - Fotoausstellung zum Widerstand in Honduras

Welthaus Graz, vom 10. April bis 4. Mai
Adresse: Bürgergasse 2, 8010 Graz
Öffnungszeiten: Mo-Fr 9-12:00, Mo-Mi 14-16:00, Do 14-18:00 Uhr

Seit dem Militärputsch 2009 hat sich die Menschenrechtslage in diesem zentralamerikanischen Land gravierend verschlechtert. Die aktuelle Bilanz: Über 50 ermordete Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in der Landkonfliktzone Bajo Aguán, mehr als 80 tote LGBT (Lesbian, Gay, Bi, Trans), verstärkte Ausbeutung der natürlichen Ressourcen, die Privatisierung von Wasser, Wäldern und landwirtschaftlichen Flächen. 
Die Ausstellung richtet sich „gegen die Unsichtbarkeit“, gegen die Unsichtbarmachung der marginalisierten Bevölkerungsgruppen. Die Fotos zeigen den aktiven Widerstand der Bevölkerung gegen die Unterdrückung und die neoliberalen Projekte der illegitimen Regierung. Frauenorganisationen, LGBT-Zusammenschlüsse, indigene und bäuerliche Bewegungen wehren sich auf kreative Art und Weise und schaffen ihre eigenen Forderungen und Alternativen. 
Doch was haben wir mit einem weit entfernten zentralamerikanischen Land zu tun? Anhand des Beispiels Honduras wird sichtbar, welche Auswirkungen das EU-Freihandelsabkommen mit Zentralamerika („Assoziierungsabkommen“), die europäische Agrartreibstoffpolitik, die Kyoto-Protokoll Mechanismen (CDM), scheinbar klimafreundliche Staudammprojekte oder die deutsche FDP-Stiftung Friedrich Naumann haben können. Doch es wird auch klar, wie wichtig die Vernetzung der lokalen Widerstände ist: „Globalizemos la lucha, globalizemos la esperanza!“ (Globalize struggle, globalize hope!)
Die Ausstellung ist ein Projekt einer Gruppe von AktivistInnen und freien JournalistInnen, die im Dezember 2010 im Rahmen einer Delegationsreise in Honduras waren. Etwa die Hälfte der Fotos stammt von honduranischen KünstlerInnen im Widerstand. Mehr Informationen auf: http://hondurasdelegation.blogspot.com/search/label/Ausstellung

Reportage Gefängnisbrand in Honduras

So, 25/03/2012 - 00:02


TERROR HINTER GITTERN

Im Februar starben bei einem Brand in der Strafvollzugsanstalt Comayagua in Honduras mehr als 300 Menschen. Es war der dritte große Gefängnisbrand innerhalb von neun Jahren. Viele sehen in diesem angeblichen Unfall eine politische Strategie der regierenden Rechten. Menschenrechtsorganisationen sprechen von »sozialer Säuberung«.

Text Kathrin Zeiske/ Fotos Ariel Sosa

Jaime krümmt sich vor Schmerz. Seine Oberarme und Schultern haben keine Haut mehr. Als einziger Häftling aus dem Block 9 der Strafvollzugsanstalt von Comayagua überlebte er am 14.?Februar das Inferno. Alle anderen Gefangenen in seinem Trakt verbrannten bei lebendigem Leib. Mit ihnen starb auch Jaimes Frau, Katia, die nur wenige Stunden zuvor das Wachpersonal bestochen hatte, um ihren Ehemann am Valentinstag zu besuchen und über Nacht zu bleiben.

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Politische Reise nach Honduras im September

Sa, 10/03/2012 - 00:38
Honduras: Palmöl, Gold und Wasser 
Ressourcenabbau und Protest
Politische Reise ca. 05.-26.09.2012

Die Mehrheit der Bevölkerung in Honduras lebt in extremer Armut. Gleichzeitig besitzt das kleine mittelamerikanische Land jedoch einen bemerkenswerten Reichtum an natürlichen Ressourcen wie Gold, Wasser, Wälder, fruchtbare Böden und tourismus-geeignete Strände. Doch innerhalb des politischen Systems findet keine Umverteilung statt. Das Erstarken der sozialen Bewegungen im Land wurde 2009 brachial mit einem Putsch unterbunden. Eine Rückkehr zur Demokratie hat seit dem de facto nicht stattgefunden. Eine breite vielschichtige Widerstandsbewegung kämpft trotz anhaltender Repression für soziale Gerechtigkeit und politische Partizipation.


Mit dem Putsch hat in Honduras jedoch eine Welle von Privatisierungen und Konzessionierungen von multinationalen Unternehmen und Firmenkonsortien eingesetzt, die mit staatlicher Gewalt durchgesetzt werden. Staudammprojekte werden auch mit deutscher Beteiligung vorangetrieben, gigantische Palmölplantagen entstehen und ganze Wirtschaftsenklaven an der Nordküste sind in Planung.

Dabei kommt es zu Vertreibungen der ansässigen Bevölkerung, was besonders indigene und Garifuna-Gruppen trifft. Doch auch so stellt sich die Frage, welche Beteiligung die marginalisierte Mehrheitsbevölkerung an diesen Megaprojekten haben kann. Viele Basisorganisationen und kommunale Radios, die sich in der Demokratiebewegung gegen den Putsch organisiert haben, widmen sich dieser Thematik.

Ziel der Reise ist es, sich mit den aktuellen Auswirkungen des Weltmarktes auf Gesellschaft und Politik der Länder des Globalen Südens auseinanderzusetzen. Dazu soll mit Angehörigen von Basisorganisationen, NGO-Mitarbeiter_innen, Aktivist_innen und Akademiker_innen vor Ort über die aktuellen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Prozesse gesprochen werden.

Welche Möglichkeiten der gesellschaftlichen Einflussnahme gibt es in Honduras drei Jahre nach dem Putsch? Welche Hoffnungen und Ziele haben die Menschen trotz der anhaltenden Repression? Wie werden diese hinsichtlich des durch die Industrieländer forcierten Ressourcenabbaus beeinträchtigt? Welche Möglichkeiten einer staatlichen und gesellschaftlichen Transformation gibt es innerhalb der politischen und ökonomischen Abhängigkeit von USA und Europa? Welche basisdemokratischen Organisationsformen werden entwickelt, die auch für den globalen Norden Vorbildfunktion haben können? Ein besonderer Fokus soll dabei auch auf Indigenen Rechten, Landraub, Ernährungssouveränität, Entwicklungszusammenarbeit und Unternehmensverantwortung liegen.

Die Hauptstadt Tegucigalpa wird unsere Basis sein, um unterschiedlichste Organisationen und Institutionen in der Stadt und im ganzen Land zu besuchen: die Künstler_innen im Widerstand, Lenca-Gemeinden im Westen des Landes, Bäuer_innengewerkschaften im militarisierten Aguántal, Garifuna-Organisationen an der Karibikküste, ein kommunales Radio am Golf der Pazifikküste, Gemeinden im Protest gegen Goldabbau im Siriatal u.a.




Termin: ca. 05.-26.09.2012

Leitung: Kathrin Zeiske & Johannes Schwäbl

Kathrin Zeiske schreibt als Freie Journalistin über soziale Kämpfe und politische Prozesse in ganz Lateinamerika und speziell in Honduras. Blog: http://grenzueberschreitend.blogspot.com/

Auch Johannes Schwäbl berichtet regelmäßig über Honduras und ist nach zahlreichen Einsätzen als Menschenrechtsbeobachter heute Mitarbeiter einer indigenen Organisation in Mexiko.

Beide sind Angehörige der Hondurasdelegation, einem Kollektiv aus Aktivist_innen & Journalist_innen aus Deutschland & Österreich, das sich infolge des Putsches 2009 gründete. Blog: http://hondurasdelegation.blogspot.com/

Teilnahmebeitrag: ca. 1.700-1.800 Euro
Weitere Informationen und Anmeldung:honduras@iak-net.de

http://www.iak-net.de/honduras-palmol-gold-und-wasser/

Filmprojekt zu Bajo Aguán und zum Widerstand in Honduras

Do, 08/03/2012 - 22:55
When a military coup ousted the only president that ever supported them, they occupied the plantations...and these farmers aren't going anywhere

http://www.indiegogo.com/Resistencia-1

Honduras: semillas de libertad

Do, 08/03/2012 - 22:53
Video Honduras: semillas de libertad 

Videoclip von ACODEHU aus Costa Rica über das internationale Menschenrechtstreffen in Solidarität mit Honduras in Bajo Aguan

Hoffnungslos aus der Art geschlagen

Sa, 03/03/2012 - 02:18
Honduras' Ex-Präsident Manuel Zelaya über eine unerwartete Begegnung mit der Musik Richard Wagners im Exil im eigenen Land und die politische Zukunft seiner Partei
Zum Interview im Freitag
 

Neue ila mit Schwerpunkt zu Honduras erschienen

Do, 01/03/2012 - 17:22
Liebe Freundinnen und Freunde,

soeben ist die Februar-Ausgabe der Zeitschrift "ila" erschienen, die sich mit der Lage in Honduras auseinandersetzt. Seit dem Militärputsch vom 28. Juni 2009 ist Honduras ein Land im Ausnahmezustand. Polizei und Armee, sowie mit ihnen verbundene Paramilitärs terrorisieren AktivistInnen der oppositionellen Bewegungen. Verbunden mit der „normalen" Kriminalität, in der die Sicherheitskräfte ebenfalls ihre Finger haben, wurde Honduras zu einem der gefährlichsten Länder überhaupt, mit 82 Morden pro 100000 EinwohnerInnen hat es heute die höchste Mordrate weltweit. Trotz der Repression erstarkten die sozialen Bewegungen und schlossen sich in der Frente Nacional de Resistencia Popular (FNRP) zusammen. Deren wichtigstes Ziel ist die Neugründung von Honduras durch die Einberufung einer Verfassunggebenden Versammlung.

Seit den „Wahlen im Ausnahmezustand" im November 2009 wird Honduras von dem Konservativen Porfirio Lobo regiert. Der redet zwar ständig von „nationaler Versöhnung", doch die Repression gegen die Opposition geht unvermindert weiter und hat sogar noch an Intensität gewonnen. Nach der Rückkehr des 2009 gestürzten Präsidenten Zelaya aus dem Exil haben Teile der Widerstandsfront FNRP und DissidentInnen der Liberalen Partei die neue Mitte-Links-Partei Partido de Libertad y Refundación (Partei der Freiheit und der Neugründung, LIBRE). Die Parteigründung ist bei den AktivistInnen aber umstritten, nicht wenige in der Frente sind der Meinung, sich damit auf das politische Spiel des Establishments einzulassen.

In Honduras ist vieles in Bewegung geraten. Vieles davon wird im ersten ila-Themenschwerpunkt des Jahres 2012 kritische analysiert. Dabei kommen vor allem AktivistInnen aus dem honduranischen Widerstand und der deutschen und österreichischen Solidaritätsbewegung zu Wort und diskutieren die politische Entwicklung, teilweise – etwa in der Einschätzung des Parteiprojektes LIBRE – durchaus kontrovers.

http://www.ila-web.de/archiv/2012/352inhalt.htm


Der Schwerpunkt "Honduras" der ila 352 hat einen Umfang von 37 Seiten (das gesamte Heft 64 Seiten) und kann zum Preis von 5,00 Euro bei der ila (Heerstraße 205, 53111 Bonn, Tel. 0228-658613, Fax 0228-631226, E-Mail: vertrieb@ila-bonn.de, Internet: www.ila-web.de,) bestellt werden.

Bericht von der Honduras-Delegation: Internationales Menschenrechtstreffen in Bajo Aguán

Do, 23/02/2012 - 05:33
Honduras gehört nach Angaben der Vereinten Nationen zu den Staaten mit der höchsten Rate an Gewalttaten weltweit. Menschenrechtsorganisationen machen seit dem Putsch 2009 immer wieder auf die prekäre Menschenrechtssituation im Land aufmerksam. Die Journalistin Kathrin Zeiske besucht derzeit verschiedene Basis-Projekte in Honduras. Radio CORAX sprach mit Ihr über das Internationale Menschenrechtstreffen in Bajo Aguán und über die Rolle der internationalen Gemeinschaft in diesem innerstaatlichen Konflikt.

Interview von Radio CORAX