International

... wie Asche im Mund [GAZA]

... so das Bild, mit dem Bert Brecht die Notwendigkeit und Schwierigkeit schilderte, immer wieder für Frieden zu Argumentieren.

Das kommt mir wieder in den Sinn bei dem entsetzlichen Kriegszustand in Palästina.

Vorwand - Israels Sicherheit.

Vorwand? Ja klar. Israel könnte längst Frieden haben - wenn es der Israelische Staat wollte. Will er denn nicht?

Der politische Zynismus oder wie man das nennen sollte ist doch offensichtlich: Israel (behauptet es) will, daß Palästinenser den Staat, d.h. seine Grenzen anerkennen.

Nur: Israel ist nicht bereit, sich selbst auf seine Grenzen festzulegen - es gibt permanenten Landraub und permanente Agression gegenüber Palästinensern - die Fortsetzung der ursprünglichen Vertreibung.

Die "Welt" schaut zu - und wundert sich wohl insgeheim, warum denn nicht längst alle Palästinenser "freiwillig gegangen" sind, und das Land widerspruchslos den Israelis als Ganzes überlassen.

Das ist der Anspruch der Israelischen Politik, der weder mit Sicherheit geschweige denn mit Frieden zu tun hat.

Alle sehen und wissen es, aber die Palästinenser (wahlweise Hamas oder wer auch immer) sind schuld.

Aus Sorge um den Frieden

Zur weiteren Verschärfung beim Ukrainekonflikt entstand aus überregionalen Zusammenhängen folgender Appell (Link weg):

"Aus Sorge um den Frieden und mit Blick auf die anhaltend kritische Lage in der und um die Ukraine wenden wir uns an Bundesregierung, Parlament und Öffentlichkeit mit der dringenden Bitte: Lassen Sie nicht zu, dass der Kampf um die Ukraine zu einem Stellvertreterkrieg zwischen „dem Westen“ und Russland eskaliert!
Hundert Jahre nach Beginn des 1. Weltkrieges befindet sich die Welt in einer selbstverschuldeten gefährlichen Lage, in der sogar mit der Möglichkeit eines erneuten globalen Krieges gespielt wird. Es ist höchste Zeit, dass alle Menschen, die guten Willens und am Frieden interessiert sind, dem verantwortungslosen Kampf um Einflusssphären, Gaspipelines und geostrategische Positionen Einhalt gebieten. ...
(link leider weg)

... warum Sorgen um die Bewahrung des Friedens angebracht sind

Albrecht Müller begründet auf den Nachdenkseiten seine Sorgen
"Die Kriegsgefahr und die existenzbedrohenden Seiten eines Krieges, sieht die Mehrheit wohl nicht."

Und mir erscheint es ähnlich brisant:

Jahrelang waren wir auf den "Tag X" als Angriff auf den Iran eingestimmt und rechneten mit "dem Schlimmsten".

Jetzt hat der Westen auf einmal ganz anders Appetit bekommen - warum mit dem Iran abgeben, wenn man Russland haben kann - und man muss noch auf ganz anderer Ebene mit "dem Schlimmsten" rechnen. Die alten Muster der Reagan-Anfänge kommen hoch - nicht mehr dem sowjetischen, jetzt halt dem russischen Huhn den Kopf abschlagen. Es braucht kein sozialistisch/kommunistisches Feindbild - "nicht vom Westen kontrolliert" genügt als Grund für einen "Kalten Krieg", wie er kaum schärfer vorstellbar ist - Putsch mit Hilfe faschistischer Schlägertruppen.

Da kommen alte Bilder hoch, als schon während der sich abzeichnenden Niederlage der Nazi-Armee in den Militärköpfen herumschwirrte "gleich weitermachen und mit den Amis doch noch Russland schaffen".

Die Logik des Westens

Dazu: Dauerprotest Syrien ..

Die Rhetorik der meisten Massenmedien strotzt vor Kriegspropaganda. Trotzdem, welche Logik haben die permanenten Interventionskriege?

Es gibt diese Logik - wenn sie was mit der "westlichen Wertegemeinschaft" zu tun hat, dann gerade darin, daß sie diese "Wertegemeinschaft" endgültig als Netzwerk von Kriegsverbrechern zeigt.

Ein Beispiel ist die Analyse der USA in Syrien, hier bei der IMI:
http://www.imi-online.de/2013/08/27/syrien-begrenzte-luftschlaege-und-die-logik-...

Viele sind entsetzt, wie die aktuelle "Eskalationsdominanz von USA und Komplizen" auf weitere Verbrechen zusteuert. Hier jedenfalls noch eine jüngere Linksammlung zur Argumentation (vor allem wieder IMI)

* http://www.isw-muenchen.de/download/haende-weg-von-syrien-cs-re-20130907.pdf (Download PDF)
* http://www.wecker.de
* http://www.ag-friedensforschung.de/bewegung/antikriegstag2013-baf.html
* http://www.imi-online.de/2013/08/28/aussenpolitik-als-totalausfall-eine-interven...
* http://www.imi-online.de/2013/08/26/syrien-weichen-auf-krieg/

Vortragstext - Armes reiches Afrika

Die militärische Zusammenarbeit der EU und AU.

Vortrag von Ursla Epple am 19. Oktober 2012 im EineWeltHaus

Seit den 1990er Jahren ist es zu einem massiven Ausbau der militärischen Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union und der Afrikanischen Union gekommen. Der Grund dafür sind die immensen Rohstoffvorkommen, deren Abbau und die Handelswege werden militärisch abgesichert.

Aufgrund der kolonialen Strukturen ist die EU für Afrika der wichtigste Handels-Partner. Der EU- Außenhandel mit Afrika beträgt 9% und ist von 2005 bis 2010 um fast 30% gestiegen. Im gleichen Zeitraum betrug der Zuwachs des gesamten deutschen Außenhandels knapp 25%. Die meisten afrikanischen Länder haben derzeit ein Wirtschaftswachstum von über 5%. Der Anteil Afrikas an der Weltwirtschaft liegt bei etwa 2%. Der Anteil Afrikas am Waffenhandel beträgt 7%. Der genehmigte deutsche Rüstungsexport in die Afrikanische Union ist zwischen 2006 und 2011 von 1,5 Mio. € auf 11 Mio. € gestiegen.

Orwellscher Friedensnobelpreis

von der österreichischen "Solidar-Werkstatt": George Orwell charakterisierte in seinem berühmten Roman „1984“ die Propagandafloskeln autoritärer Regime: „Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei und Unwissenheit ist Stärke.“ Seit heute kann man ergänzen: „Und der Militärpakt EU ist eine Friedensmacht“.

Die Vergabe des Friedensnobelpreises an die EU weist mindestens ebensolche Orwell´schen Dimensionen auf wie im Jahr 2009 die Vergabe dieses Preises an US-Präsident Obama, der den Krieg der USA gegen Afghanistan und Pakistan intensivierte, gemeinsam mit EU-Mächten Libyen zerbombte und unter dem die Rüstungsausgaben auf ein Allzeithoch hinauswuchsen. Der „Friedensnobelpreis“ für die EU ist von einer ähnlich zynisch-grausamen Dimension.

Die Geburtsurkunde des „Friedensnobelpreisträgers“: Völkerrechtswidriger Angriffskrieg ... dort gehts weiter

Syrien im Februar

Reinhard arbeitet z.Z. in Honduras - und kommentiert von dort die Welt, das hier geht uns auch an:

Medientanz um syrische Contras

So aus der Ferne bekommt man, gerade im Vergleich der verschiedenen Programme und Sprachen, vermutlich besser als in Deutschland mit, wie das obszöne Spiel der Medien funktioniert.

Derzeit ist Syrien an der Reihe. Nach den wunderbaren Erhebungen gegen die Diktatoren in Tunesien und Aegypten sind unsere Machthaber von Barack bis Angela und Sarkozy nicht untätig geblieben und versuchen, diese Welle des Protestes in der arabischen Welt aus zu nutzen und für sich um zu münzen.

Auslandseinsätze US-Militär

Hier - auf Englisch - eine praktische Liste ("US Congressional Service"):

Use of US Armed Forces Abroad 1798-2010 PDF 356k

via www.bearcanada.com

Mehr dazu: A Century of US Military Interventions

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