Honduras-Delegation 2010

Berta Cáceres - 10 Jahre Straflosigkeit

1 Monat 2 Wochen ago
“Despertemos, despertemos humanidad, ya no hay tiempo” “Lasst uns aufwachen, Menschheit! - es bleibt keine Zeit mehr!”

Foto: Giorgio Trucchi

Wer war Berta Cáceres?


Berta Cáceres wurde am 4. März 1971 in La Esperanza-Intibucá, im ländlich geprägten Westen von Honduras geboren. Sie war eine Umwelt- und Menschenrechtsaktivistin.

1993 gehörte sie zu den Gründer:innen des Zivilen Rates der indigenen und Volksorganisationen von Honduras (COPINH), den sie viele Jahre lang leitete. Berta kämpfte mit dem COPINH gegen Rassismus und die Ausbeutung von Mensch und Natur durch Abholzung, Wasserkraft- und Bergbauprojekte.

Geprägt wurde Berta in ihrer Kindheit und Jugend durch ihre alleinerziehende Mutter, die als Hebamme arbeitete, Bürgermeisterin, Gouverneurin und Kongressabgeordnete war. Als „Stimme der Lenca“, setzte sich die vierfache Mutter gegen patriarchale Machtstrukturen und für die Stärkung der indigenen Frauen in den Gemeinden ein.

Die Verfolgung der Familie, das repressive politische Klima im Honduras der 1980er Jahre sowie die Situation der salvadorianischen Geflüchteten hinterließen bei Berta bleibenden Eindruck, so dass sie sich dem Widerstand im Nachbarland El Salvador anschloss.

Früh engagierte sie sich auch gegen eine US-Militärbasis in Honduras und solidarisierte sich u.a. international mit der kurdischen Autonomiebewegung und den Mapuche in Chile. Von 2009 an gehörte sie zu den führenden Köpfen der Protestbewegung gegen den zivil-militärischen Putsch in Honduras 2009.
“Vos tenés la bala, yo la palabra. La bala muere al detonarse, la palabra vive a replicarse ”“Du hast die Kugel, ich das Wort. Die Kugel stirbt mit dem Aufprall, das Wort lebt weiter, indem es weitergegeben wird.”

Warum wurde Berta ermordet?

Seit 2010 war Berta das Gesicht des Widerstandes der Lenca gegen das Wasserkraftwerk „Agua Zarca“ am heiligen Fluss Gualcarque. Das honduranische Unternehmen DESA versuchte, das Projekt mit allen Mitteln durchzusetzen.

Trotz Warnungen wegen Korruption und Gewalt gegen die Kraftwerksgegner:innen finanzierten die niederländische Entwicklungsbank FMO, der Finnfund und die zentralamerikanische Entwicklungsbank „Agua Zarca“ immer weiter.

Das deutsche Unternehmen Voith Hydro (damals ein Joint Venture der Siemens AG) wollte Turbinen liefern. Als alle Versuche, den Widerstand zu brechen, sich als vergeblich erwiesen, wurde ein Mordkomplott gegen Berta geschmiedet, um die Investition in das Kraftwerk zu retten. In der Nacht vom 2. auf den 3. März 2016 erschoss ein Killerkommando Berta in ihrem Haus.

Wer steckt hinter dem Mord?

2019 wurden vier Täter und einige Mittelsmänner zu Haftstrafen verurteilt. Die mutmaßlichen Auftraggeber wurden nicht belangt.

Anfang 2026 stellte die GIEI, eine Gruppe unabhängiger internationaler Expert:innen, einen Bericht vor, der zeigt: 
- 67 Prozent der Gelder der Entwicklungsbanken, etwa 12 Millionen US-Dollar, flossen in Aktivitäten wie Überwachung und Verfolgung von Aktivist:innen, Bestechung, den illegalen Erwerb von Grundstücken und die Finanzierung des Mordes selbst.
- Honduranische staatliche Stellen wussten seit Januar 2016 von den Mordplänen und unternahmen nichts, um Berta zu schützen. 
- Es gibt ausreichend Beweise, um eine Strafverfolgung von Mitgliedern der mächtigen Unternehmerfamilie Atala Zablah als Hintermänner des Mordes einzuleiten.
Delegation

Gedenken an Berta Cáceres - Kundgebung

2 Monate 1 Woche ago

Berta ist nicht gestorben, sie hat sich vervielfacht

 

Vor 10 Jahren wurde Berta Cáceres, Menschenrechts- und Umweltverteidigerin, indigene Aktivistin, Feministin, in ihrem Haus in La Esperanza in Honduras ermordet. Der politische Femizid folgte einem Mordkomplott zugunsten von Wirtschaftsinteressen, dessen Auftraggeber bis heute nicht zur Rechenschaft gezogen wurden. Staatliche Stellen wussten im Voraus von dem Plan, taten aber nichts, um Berta zu schützen. An ihrem 10. Todestag wollen wir gemeinsam Berta Cáceres gedenken sowie vollständige Aufklärung und Gerechtigkeit fordern. Dazu gehört auch die Anerkennung territorialer Rechte indigener Gemeinschaften. Wir protestieren gegen die fortdauernde Kriminalisierung, Bedrohung und Ermordung von Menschenrechtsverteidiger:innen in Honduras und ganz Lateinamerika.

Wann? Montag, 02.03. 2026 um 17:00 - 18:00 Uhr

Wo? Forum vor dem Kanzleramt


Berta no murió, se multiplicó


Hace 10 años Berta Cáceres, defensora de derechos humanos y del medio ambiente, activista indígena y feminista, fue asesinada en su casa de La Esperanza en Honduras.  El feminicidio político fue precedido por un complot para asesinarla, cuyos mandantes aún no han sido llevados ante la justicia. Las autoridades estatales conocían de antemano el plan, pero no hicieron nada.
para proteger a Berta. En el décimo aniversario de su muerte, queremos recordar juntos
a Berta Cáceres y exigir que se aclare completamente el caso y se haga justicia. Esto incluye el reconocimiento de los derechos territoriales de las comunidades indígenas. Protestamos contra a continua criminalización, amenaza y asesinato de defensores de los derechos humanos en Honduras y Latinoamérica.

Fecha: Lunes, 2 de marzo 2026, 5 p.m.- 6 p.m.

Lugar: Forum vor dem Kanzleramt

Delegation

Trumps Favorit Asfura wird Präsident von Honduras

3 Monate ago

EU-Parlament erkennt umstrittenes Wahlergebnis an. Libre-Aktivistin nach Demo für Neuauszählung erschossen

Von Anna Rösch amerika21
Nasry Asfura erhielt, trotz umstrittener Wahl, seine Ernennungsurkunde zum StaatspräsidentenQuelle:Nasry Tito Asfura

Tegucigalpa. Nasry Asfura Zablah, Wunschkandidat von US-Präsident Trump, hat am 21. Januar seine Ernennungsurkunde als neuer honduranischer Staatschef erhalten. Am heutigen Dienstag wird der 67-jährige Bauunternehmer und ehemalige Bürgermeister des Hauptstadtdistriktes sein Amt antreten. Eine öffentliche Zeremonie mit ausländischen Staatsoberhäuptern ist nicht vorgesehen.

Asfura war am 24. Dezember nach einem umstrittenen Wahlprozess von zwei Mitgliedern des Nationalen Wahlrates zum Sieger der Präsidentschaftswahlen erklärt worden (amerika21 berichtete). Dabei waren Wahlprotokolle, die bis zu 130.000 Stimmen repräsentieren, nicht berücksichtigt worden. Der Vorsprung Asfuras zum Kandidaten der Liberalen Partei, Salvador Nasrallah, betrug jedoch nur knapp 27.000 Stimmen. Dennoch verzichtete die Liberale Partei darauf, ihren Kandidaten als möglichen Wahlgewinner zu verteidigen. Die bisherige, linksorientierte Regierungspartei Libre verlangte hingegen eine Neuauszählung aller Stimmzettel und erließ ein entsprechendes Gesetzesdekret.

Reina Margarita Carrasco, bekannte Aktivistin der Partei Libre in Choluteca, wurde ermordetQuelle:Hernandez Danilo

Am 21. Januar protestierten Libre-Anhänger vor dem Kongressgebäude in der Hauptstadt Tegucigalpa zugunsten einer Neuauszählung. Unter ihnen war auch Reina Margarita Carrasco, eine im Süden des Landes bekannte Parteiaktivistin. Am nächsten Morgen töteten Unbekannte sie in ihrer Heimatstadt Choluteca mit vier Schüssen in den Kopf. Medienberichte gehen von einem Auftragsmord aus. Das EU-Parlament forderte in einer Resolution am 22. Januar, Asfura als Präsident anzuerkennen. Das Gesetzesdekret, das eine Neuauszählung aller Stimmzettel verlange, sei verfassungswidrig, so die Europaabgeordneten. Es stelle "einen Angriff auf die honduranische Demokratie" dar.

Als Vertreter der rechten Nationalen Partei löst Asfura nun die linke Präsidentin Xiomara Castro ab. Castro hatte 2021 als erste Frau die Präsidentschaftswahlen unter dem von breiten Bevölkerungskreisen getragenen Motto "Fuera JOH!" (Weg mit JOH!) mit deutlicher Mehrheit gewonnen. Juan Orlando Hernández (JOH) von der Nationalen Partei hatte Honduras in einen korrupten Narcostaat verwandelt. Er wurde 2024 an die USA ausgeliefert und hätte dort eine 45-jährige Haftstrafe wegen Konspiration zum Drogenhandel absitzen müssen, wurde jedoch von US-Präsident Trump begnadigt und Anfang Dezember 2025 freigelassen.

Der neue honduranische Staatschef Asfura gilt als enger Vertrauter von Hernández. Als Bürgermeister von Tegucigalpa soll er zudem selbst in mehrere Korruptionsskandale verwickelt gewesen sein. Gegen ihn ist ein Verfahren wegen der mutmaßlichen Unterschlagung von über 28 Millionen Lempira (etwa 900.000 Euro) aus dem Haushalt der Hauptstadt anhängig. Allerdings ist nicht zu erwarten, dass der neugewählte Kongress seine Immunität aufheben wird. Die Nationale Partei hat dort jetzt 49 Sitze. Die ebenfalls rechte Liberale Partei ist mit 41 Abgeordneten vertreten, Libre mit 35. Zwei Sitze entfallen auf die sozialdemokratische PINU-SD, auf die Christdemokraten ein Sitz. Zum Kongresspräsidenten wurde am 23. Januar, in Abwesenheit der Libre-Abgeordneten, Asfuras Parteifreund Tomás Zambrano gewählt. Er gilt als einer der Drahtzieher des sogenannten "Paktes der Korrupten" im honduranischen Kongress, der 2018 aufgedeckt wurde.

Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen in Honduras erwarten unter der Präsidentschaft von Nasry Asfura eine Verschärfung der extraktivistischen Wirtschaftspolitik, neue Lizenzen für Bergbau- und Wasserkraftprojekte und freie Bahn für die sogenannten "Zonen für Arbeit und wirtschaftliche Entwicklung" (ZEDE). Diese von JOH ermöglichten nahezu autonomen, privaten Enklaven für Unternehmen waren während der Amtszeit von Xiomara Castro verboten, aber nicht gänzlich aufgelöst worden. (amerika21 berichtete). Trump nahestehende Tech-Milliardäre haben großes Interesse an diesen Zonen, die sie weltweit vernetzen wollen.

Delegation

HONDURAS EN PRIMER PLANO - Después de las elecciones: Perspectivas geopolíticas y las luchas desde los territorios

3 Monate 1 Woche ago





Viernes 23 de enero 2026
de 8 a 9:30 am (hora de Honduras)
de 3 a 4.30 pm (en Europa)

en línea a través de Zoom, español

Las elecciones generales celebradas en Honduras el 30 de noviembre de 2025 se caracterizaron por dos factores: la injerencia pública de un presidente estadounidense inmediatamente antes de las elecciones y durante el escrutinio de los resultados. Y la inesperada y clara derrota del partido de izquierda Libre, que cayó al tercer puesto, dejando así paso al antiguo sistema bipartidista de carácter oligárquico. El cambio de gobierno previsto para del 27 de enero sigue rodeado por incertidumbre. Con la victoria del candidato del Partido Nacional y de Trump, Nasry Asfura – proclamada el 24 de diciembre en un acto al menos illegítimo – Honduras probablemente se encontrará ante una profundización del modelo extractivista, el inminente regreso a la república bananera con ropaje tecnofeudal y la continuación del narcoestado establecido en su tiempo por Juan Orlando Hernández. El ex-presidente de Honduras, condenado a 45 años de prisión en EEUU fue indultado por Donald Trump a principios de diciembre.
¿Cómo se reconfiguran las relaciones de poder en Honduras? ¿Qué papel desempeñan los factores geopolíticos, p.ej. el resurgimiento de la Doctrina Monroe y la estrategia de seguridad estadounidense? ¿Qué le espera a los movimientos sociales y las comunidades indígenas en Honduras y las comunidades migrantes en EEUU? ¿Qué significa el cambio de gobierno y el panorama (geo)político para las luchas y resistencias desde los territorios en Honduras – especialmente para el pueblo garífuna? ¿Cuales son los retos para el futuro cercano? ¿Cómo tejer alianzas de resistencia desde abajo a nivel internacional?

Conversaremos con:

Miriam Miranda, Coordinadora General de la Organización Fraternal Negra de Honduras (OFRANEH), luchadora por los derechos del pueblo Garífuna desde hace cuatro decadas.

Dana Frank, Profesora investigadora y catedrática emérita de Historia en la Universidad de California, Santa Cruz, autora de varios libros sobre EEUU y Honduras, e.o. La larga noche hondureña. Violencia, resistencia y Estados Unidos tras el golpe de Estado.


Inscripciones hasta el 22 enero con: honduras@oeku-buero.de

Les mandaremos el link el 23 de enero antes del evento, por favor estén en la sala de espera de Zoom unos minutos antes del inicio para que podamos empezar puntualmente.

Un evento organizado por HondurasDelegation Alemania, Colectivo CADEHO, Berlin y la Oficina Ecuménica por la Paz y la Justicia en Múnich.

Delegation

Expertenbericht in Honduras belastet Banken und Staat wegen Mord an Cáceres

3 Monate 2 Wochen ago

Mitverantwortung internationaler Entwicklungsbanken bestätigt. Behörden wussten von Mordplänen

aus: amerika21.de v. 14.01.2026, von Johannes Schwäbl 

                                 Berta ist weltweit zur Ikone                     für Widerstand und Umweltschutz geworden    Quelle:dignidadrebelde | Melanie Cervantes y Jesús Barraza 

Lizenz:CC BY 2.0

Tegucigalpa. Eine unabhängige Expertenkommission hat am Montag die Ergebnisse ihrer Ermittlung zum Mordfall an der honduranischen Aktivistin Berta Cáceres vorgestellt. Während ihrer einjährigen Arbeit hat die Gruppe die Planung und Ausführung des Verbrechens rekonstruiert und die Verantwortung von Unternehmen, Finanzinstitutionen und des Staates nachgewiesen. Cáceres wurde in der Nacht des 2. März 2016 aufgrund ihres Einsatzes gegen das Staudammprojekt Agua Zarca in ihrem Haus in La Esperanza ermordet.
"Die fachübergreifende Gruppe unabhängiger Experten (GIEI) kommt zu dem Schluss, dass der Mord an Berta Cáceres das Ergebnis einer organisierten kriminellen Operation war, die sorgfältig geplant und ausgeführt wurde, mit der Beteiligung von Auftragsmördern, Mittelsmännern mit militärischer Ausbildung, Mitarbeitern und Direktoren der Firma Desarrollos Energéticos S.A. (DESA) sowie der Unterstützung, Duldung und des Wegsehens verschiedener staatlicher Akteure", heißt es im Abschlussbericht.
Der Mord an Berta Cáceres hatte wirtschaftliche Motive und diente dem Schutz der ökonomischen Interessen der Geschäftsgruppe der Familie Atala Zablah, erklärte die Juristin Roxana Altholz bei der Vorstellung des Berichts in Tegucigalpa. Anhand der Auswertung von Chats, Telefondaten und Informationen über finanzielle Transaktionen konnte die direkte und indirekte Beteiligung von Staatsbeamten, Angehörigen der Sicherheitskräfte, Unternehmen und Banken an der Planung, Ausführung und Vertuschung des Verbrechens nachgewiesen werden.

Zudem wurde bekannt, dass honduranische Beamte seit dem 4. Januar 2016 Kenntnisse über die Planung des Mordes besaßen, jedoch keine Maßnahmen zur Verhinderung des Verbrechens einleiteten. Seit 2015 liefen strafrechtliche Ermittlungen gegen Mariano Díaz Chávez. Der später als einer der Haupttäter des Mordes verurteilte Soldat hatte Zugang zu Waffen, Logistik und bewaffnetem Personal und nutzte Netzwerke und Verbindungen zu staatlichen Sicherheitsstrukturen für die Koordinierung von illegalen Tätigkeiten.

Ein weiterer Schwerpunkt des Berichts befasst sich mit der Verantwortung internationaler Entwicklungsbanken, den Netzwerken aus Korruption und der Veruntreuung von Geldern im Zuge des Staudammprojekts. Das GIEI konnte feststellen, dass das Unternehmen DESA zwölf Millionen US-Dollar aus den Geldern der Banken FMO, Finnfund und BCIE abgezweigt hat. Das entspricht 67 Prozent der internationalen Kredite. Diese Gelder wurden unter anderem für die Überwachung von Aktivisten, die Bestechung von Beamten, Journalisten und Polizisten und den illegalen Kauf von Grundstücken verwendet. "Der Fall Berta Cáceres veranschaulicht konkret, wie sich Kriminalität und die Ausbeutung natürlicher Ressourcen im Land organisieren", erklärte der Antikorruptionsexperte Pedro Biscay.

Ein weiterer Teil des Berichts befasst sich mit einer umfassenden Wiedergutmachung für die Opfer. Unter den Aktionen und Maßnahmen befinden sich die Untersuchung, Strafverfolgung und Bestrafung der für den Mord verantwortlichen Unternehmen, einschließlich aller mit dem Verbrechen in Verbindung stehenden Akteure, die Betitelung des Lenca-Gebiets von Rio Blanco und der vollständige Widerruf der Lizenzen des Projekts Agua Zarca. Die Kommission verweist auch auf die Verantwortung der internationalen Entwicklungsbanken bei der Wiedergutmachung. Die GIEI betont, dass die Maßnahmen mit Blick auf ihre verbindliche Einhaltung formuliert wurden. "Ihre effektive Umsetzung ist eine notwendige Bedingung, um die strukturellen Probleme der Straflosigkeit und Gewalt anzugehen."

Der Mord an Berta Cáceres war der Höhepunkt eines langwierigen Prozesses der Verfolgung, Überwachung, Kriminalisierung und Gewalt gegen die Aktivistin und die indigene Lenca-Gemeinde von Rio Blanco. Die Koordinatorin des Zivilgesellschaftlichen Rates der indigenen und Volksorganisationen in Honduras (COPINH) stand seit 2009 unter dem Schutz der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH). Bisher wurden sieben Personen verurteilt, die als Täter des Mordes identifiziert wurden, darunter Roberto David Castillo Mejía, Geschäftsführer der Firma DESA. Die Prozesse waren jedoch von schwerwiegenden Unregelmäßigkeiten überschattet, die die Rechte der Opfer verletzten. Auch gegen die Auftraggeber und Hintermänner des Mordes wurden bisher nicht ermittelt.

Nach jahrelangem Einsatz und unermüdlicher Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit durch die Familie von Berta Cáceres und den COPINH wurde am 14. Februar 2025 die GIEI in Honduras installiert. Grundlage war ein Abkommen zwischen der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte CIDH, dem Staat Honduras, dem zivilen Rat der indigenen und Basisorganisationen von Honduras COPINH und dem Zentrum für Gerechtigkeit und internationales Recht CEJIL.
Delegation
46 Minuten 21 Sekunden ago
Eine Delegationsreise zur Lage der Menschenrechte und der Demokratiebewegung nach dem Putsch
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