Honduras-Delegation 2010

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Eine Delegationsreise zur Lage der Menschenrechte und der Demokratiebewegung nach dem Putsch
Aktualisiert: vor 2 Wochen 6 Tage

Veranstaltungshinweis: The Human Rights Crisis of Covid-19 + Prisons in Honduras

Mo., 22. Jun. 20, 10:33 Uhr
organisiert von: UUSC: Unitarian Universalist Service Committee <https://www.facebook.com/uusc4all/> Freitag, 26. Juni 2020 von 14:30 bis 16:00 (Texto en español más abajo)Foto: Wasser-Aktivist*innen Guapinol Join us for a discussion on the human rights challenges of the COVID-19 pandemic in Honduras, the humanitarian crisis in the country’s prison system, and an update on the current situation of the unjustly detained Guapinol water activists. Our panel will include Jennifer Ávila, award winning journalist and director of Contra Corriente; Yolanda González, researcher at ERIC SJ/Radio Progreso; and Juan López, Guapinol activist and member of FSAR and Comité Municipal en Defensa de los Bienes Públicos y Comunes de Tocoa. UUSC members will have the opportunity to ask questions during the discussion moderated by Amelia Frank-Vitale from the University of Michigan Ann Arbor and facilitated by UUSC researcher Leonardo Valenzuela Pérez.

This event will be offered in Spanish, simultaneous English interpretation will be provided. Register at bit.ly/uusc20honduras.
***
Acompáñenos en nuestro evento sobre los desafíos que la pandemia del COVID-19 ha planteado en términos de derechos humanos para Honduras, la crisis humanitaria en el sistema penitenciario del país y una actualización sobre la situación actual de los activistas de Guapinol detenidos injustamente en la cárcel de Olancho. Nuestro panel incluirá a Jennifer Ávila, Directora de Contra Corriente; Yolanda González, Investigadora de ERIC SJ / Radio Progreso; y Juan López, activista de Guapinol y miembro de FSAR y del Comité Municipal en Defensa de los Bienes Públicos y Comunes de Tocoa. Las y los participantes tendrán la oportunidad de hacer preguntas durante la discusión moderada por Amelia Frank-Vitale de la Universidad de Michigan Ann Arbor y facilitada por el investigador de UUSC Leonardo Valenzuela Pérez.

Este evento será transmitido en español, ofreceremos traducción simultánea al inglés. Regístrese en bit.ly/uusc20honduras.

Widerstand in COVID19-Zeiten: Online-Gespräch und Musik mit Karla Lara aus Honduras

Mo., 22. Jun. 20, 10:22 Uhr
Stattpark Olga und Ökubüro München laden herzlich ein zum Digitalen Platzcafé *am Donnerstag, 25. Juni, 21 - 22:30 Uhr*Honduras ist eines der gefährlichsten Länder weltweit für Umweltaktivist*innen, die Feminizid-Rate ist eine der höchsten in der gesamten Region.

Hinter einer demokratischen Fassade herrscht, gestützt von der US-Regierung, ein nationaler Sicherheitsrat. Staat, Wirtschaft und organisiertes Verbrechen sind eng miteinander verwoben. Inmitten dieses Szenarios und jetzt auch noch unter den besonders repressiven Bedingungen der COVID19-, Dengue- und Hungerkrise kämpfen die sozialen Bewegungen weiter.


Karla Lara mit Miriam Miranda und Garifuna-Musikerinnen am 8.März 2020. Foto: Giorgio Trucchi
Die Musikerin Karla Lara ist Teil dieser Kämpfe: „Wir singen all die Leben, die Träume und Aktionen, die jetzt schon beweisen, dass wir anders leben wollen. Wir konstruieren eine parallele Macht zur herrschenden Politik. Wir denken uns als originäre Gemeinschaften neu, wir erkennen, dass wir Wurzeln haben, eine Geschichte, die brutal abgeschnitten wurde und die wir jetzt anfangen, neu zu verstehen. Da liegt unsere Macht. Und wir sind dabei, sie aufzubauen.“
Karla Lara singt und berichtet uns live über die aktuelle Situation und die Strategien organisierter kleinbäuerlicher und afroindigener Gemeinden, der COVID-19-Krise zu trotzen und dabei autonome, solidarische Strukturen aufzubauen.

 
Sprache: Spanisch mit deutscher Übersetzung
Zutritt zum Digitalen Platzcafé am 25. Juni direkt via http://olga089.blogsport.de/
Dort gibt es auch die entsprechenden Instruktionen zu Browsern und weiteren technischen Details. Bitte vorher kurz durchlesen und beachten.

Zwischen kollabiertem Gesundheitssystem und "intelligenter Wiederöffnung" der Wirtschaft

Sa., 13. Jun. 20, 11:53 Uhr
Lockdown traf viele Honduraner hart. Zahl der Covid-19-Neuinfektion weiterhin stark ansteigendVon amerika21Präsident Juan Hernández in der Sitzung zur "intelligenten" Wiederöffnung
Quelle: presidenciahn

Tegucigalpa. Ärzte und Krankenhausdirektoren haben in Honduras vor einer Überbelegung der großen,gewarnt. Anfang dieser Woche wurde nach knapp drei Monaten wirtschaftlichem Stillstands durch die SARS-CoV2-Pandemie den  Unternehmen erlaubt, ihre Produktion wieder aufzunehmen und Geschäfte zu öffnen.

Der Plan der sogenannten intelligenten Wiederöffnung sieht die Einteilung des Landes in drei Regionen vor, die in Abhängigkeit der Infektionszahl und der Bevölkerungsdichte stehen. Demnach sollen in der Hauptstadt Tegucigalpa und in den nördlichen Ballungszentren, die sich zu Hotspots der Infektionen entwickelt haben, nur 20 Prozent der Bevölkerung an ihre Arbeitsplätze zurückkehren. In den anderen Regionen des Landes sollen zwischen 40-60 Prozent der Bevölkerung wieder arbeiten können.

In einer interdisziplinären Planungssitzung hatte Präsident Juan Orlando Hernández am 3. Juni erklärt, dass die Unternehmer für Ihre Gesundheit sowie die ihrer Familien und Mitarbeiter verantwortlich seien. "Wenn Sie auf sich aufpassen, vermeiden Sie die schrecklichen Szenarien anderer Länder, in denen die Krankenhäuser die Versorgung nicht gewährleisten", so Hernández.

Laut Unternehmerverband (COHEP) sind während der Quarantäne mehr als 500.000 Arbeitsplätze verloren gegangen oder gestrichen worden. Die Zentralbank geht davon aus, dass die Wirtschaft in diesem Jahr zwischen 2,9 und 3,9 Prozent schrumpfen wird. Die Überweisungen von den im Ausland lebenden Honduranern an ihre Familien sind ebenfalls zurückgegangen. Im Jahr 2019 machten sie noch rund 20 Prozent des Bruttoinlandproduktes aus.

Die ehemalige Vorsitzende des COHEP, Juliette Handal, kritisierte indes die Unternehmen scharf, die Druck auf die Regierung ausübten. Die Kleinst-, kleinen und mittleren Unternehmen würden große Opfer aufbringen. Nun müssten sie zudem auch die Kosten der Hygieneschutzmaßnahmen tragen und für den Transport ihrer Mitarbeiter sorgen.

Die Lungenspezialistin Dr. Suyapa Sosa aus dem Klinikum für Lungen- und Herzkreislauferkrankungen in Tegucigalpa warnt vor den Folgen dieser Öffnung: Wenn das Virus mit einer anderen Kraft zu zirkulieren beginne, würde man in zwei, drei Wochen sehen, wie klug diese gewesen sein wird. Des Weiteren kritisierte sie die unzureichenden Tests: mehr als 3.700 Corona-Tests warteten teilweise länger als 14 Tage auf ihre Analyse. Dadurch komme es zu negativen Ergebnissen, da das Virus in der Regel nur zehn Tage überlebt.

Auch andere Ärzte warnen vor der Öffnung, denn die staatlichen Krankenhäuser seien jetzt schon überlastet. Neben Covid-19 wurde im Februar 2020 von der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation ein weiterer Anstieg der Dengue-Fälle prognostiziert. Schwere Verläufe dieses Fiebers können zum Tode führen.

Der Direktor des größten öffentlichen Krankenhauses in Tegucigalpa, Dr. Osmin Tovar, wurde am Dienstag entlassen, da er wiederholt das Krisenmanagement unter Präsident Hernández in der Corona-Pandemie kritisierte und die prekäre Situation der Versorgung der Infizierten schilderte.

Die Regierung verhängte seit Mitte März eine landesweite Ausgangssperre und schloss Schulen, Geschäfte, Fabriken und behördliche Einrichtungen. Bisher wurden in dem mittelamerikanischen Land 7.669 Corona-Infizierte registriert, 294 Menschen verstarben mit oder an dem Virus. Die Anzahl der im Juni täglich durchgeführten Tests soll zwischen 500 und 600 liegen.

Im öffentlichen Gesundheitswesen, das auch vor der Pandemie schon unzureichend ausgestattet war, fehlt es an Hygieneschutzausrüstungen für das medizinische Personal, an intensivmedizinischen Betten und Gerätschaften. Durch das Ausbleiben der Einkommen und die Preiserhöhungen für Lebensmittel kam es in den letzten Wochen vielerorts zu Hungerprotesten der verarmten Bevölkerung. Staatliche bewaffnete Kräfte lösten sie zum Teil unter Einsatz von Tränengas auf.

Webinar der HondurasDelegation

Di., 9. Jun. 20, 12:30 Uhr
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Vallecito – Ort des Kampfes und der Hoffnung
Miriam Miranda (OFRANEH) berichtet über die aktuellen Kämpfe der afro-indigenen Garífuna Dienstag, 16. Juni 2020, 19 – 20:30 Uhr Miriam Miranda, Koordinatorin OFRANEHP { margin-bottom: 0.21cm; } Die afro-indigenen Garífuna in Honduras sind seit 1978 organisiert. Ihre Organisation OFRANEH unterstützt die Gemeinden unermüdlich im Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen, Landraub, Rassismus und Korruption. Denn das Gebiet, das die Garífuna bewohnen, ist von Staat und Unternehmen heiß begehrt. Die Atlantikküste von Honduras ist attraktiv für Tourismusprojekte, Sonderentwicklungszonen (sogenannte Modellstädte) und für die Agrarindustrie.

Miriam Miranda ist Koordinatorin von OFRANEH und setzt sich mit ihrer Organisation seit 30 Jahren für die Rechte der Garífuna ein. Und sie arbeitet gemeinsam mit ihren Mitstreiter*innen an der Verwirklichung einer Vision vieler Garífuna: Inmitten von Ölpalmplantagen bauen sie die autonome und selbst verwaltete Gemeinde Vallecito auf und pflanzen dort Kokospalmen. „Die Arbeit in Vallecito ist eine konkrete Strategie, unser Territorium zu verteidigen und zum Erhalt der Kultur der Garífuna beizutragen“, sagt Miriam Miranda.


Miriam Miranda wird im Webinar von den aktuellen Kämpfen von OFRANEH berichten, sie wird die konkrete Arbeit in Vallecito schildern und erklären, wie die Gemeinden mit der COVID-19-Krise umgehen.

Das Webinar richtet sich an alle, die sich für Honduras und soziale Kämpfe weltweit interessieren. Vorkenntnisse sind nicht nötig.

Die Teilnahme ist kostenlos.

Dauer: 90 Minuten

Sprache: Spanisch mit deutscher Übersetzung

Anmeldung mit Namen und E-Mail bitte bis spätestens Montag, 15. Juni 2020 an:

elsal@oeku-buero.de

Wir schicken dann rechtzeitig einen Link für die virtuelle Konferenz. 



Veranstaltende: 
Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile Lateinamerika e. V.,
Ökumenisches Büro für Frieden und Gerechtigkeit e.V. München,
HondurasDelegation,
CADEHO,

Gefördert durch 
ENGAGEMENT GLOBAL mit Mitteln des BMZ


und mit freundlicher Unterstützung der LEZ Berlin, Berliner Landeszentrale für politische Bildung














 



 

FELICIDADES AL MADJ!!!

So., 24. Mai. 20, 15:58 Uhr
...por sus 12 años de lucha!



Desde Alemania felicitamos al Movimiento Amplio por la Dignidad y la Justicia (MADJ) por su compromiso, por su lucha por los derechos humanos, los bienes comunes y la justicia.

Von Deutschland aus gratulieren wir der Breiten Bewegung für Würde und Gerechtigkeit (MADJ) für ihre unermüdlichen Eintreten und Kampf für Menschenrechte, Gemeingüter und Gerechtigkeit.

Ausgebremst durch Covid-19 – Der „sichere Drittstaat“ Honduras

Di., 19. Mai. 20, 18:57 Uhr
aus: NPLA, vom 15.05.2020von Erika Harzer
Foto: Erika Harzer
Die Corona-Pandemie bestimmt seit Wochen den öffentlichen Diskurs, ausgehend von einem „wir“, das spätestens an den Außengrenzen Europas aufhört. Für Geflüchtete sind die Grenzen undurchdringbarer denn je zuvor. Gerade auch in Mittelamerika. Gegenüber der zahlenmäßig kontinuierlich angestiegenen Migrationsbewegung aus den mittelamerikanischen Ländern schloss US-Präsident Trump schon vor der Pandemie wirkungsvolle Abkommen mit Mexiko, Guatemala, El Salvador und Honduras, um die Migrant*innen von der US-Grenze fernzuhalten. Auf Kosten der Migrant*innen, wie der aktuelle Blick nach Zentralamerika zeigt.
Foto: Migrant*innen am Grenzfluss Suchiate -Guatemala-Mexiko.





Zu diesem Podcast gibt es hier einen poonal-Artikel.

Webinar der HondurasDelegation

Do., 14. Mai. 20, 9:16 Uhr
P { margin-bottom: 0.21cm; }
Honduras: Verteidigung der Gemeingüter - Indigene Gemeinden und ihre widerständige Selbstorganisation P { margin-bottom: 0.21cm; } Mittwoch, 27. Mai 2020, 18 Uhr  P { margin-bottom: 0.21cm; }A:link { } Indigene und kleinbäuerliche Gemeinden geraten in Honduras immer mehr in Bedrängnis. Agrarkonzerne haben Interesse an ihrem fruchtbaren Land, Bergbaukonzerne wollen auf ihren Territorien Rohstoffe fördern und der Energiesektor setzt auf so genannte grüne Energien, dafür werden Wasserkraftwerke und Windparks gebaut. In Honduras sind seit dem Putsch von 2009 ca. 30 Prozent des Landes per Konzessionen an Unternehmen vergeben. Die in diesen Gebieten lebende Bevölkerung wurde nicht gefragt. Honduras hat die ILO-Konvention 169 zu den Rechten von Indigenen zwar ratifiziert, der Staat untergräbt trotzdem die Forderungen von Indigenen und Afro-Indigenen zur Verteidigung ihres Lebensraumes.

Das Webinar gibt eine Einführung in die aktuellen Kämpfe der sozialen Bewegungen und zeigt am Beispiel der afro-indigenen Garífuna die Konflikte und Strategien der sozialen Kämpfe.  Ein weiteres Vertiefungs - Webinar mit einer Aktivistin der Garífuna ist geplant.

Das Webinar richtet sich an alle, die sich für Honduras und soziale Kämpfe weltweit interessieren. Vorkenntnisse sind nicht nötig.

Die Teilnahme ist kostenlos.

Dauer: 90 Minuten

Sprache: Deutsch

Anmeldung mit Namen und E-Mail bitte bis Freitag, 22. Mai 2020 an: elsal@oeku-buero.de

Wir schicken dann rechtzeitig einen Link für die virtuelle Konferenz.
  

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Mi., 13. Mai. 20, 8:53 Uhr
Bruder des Präsidenten bereits wegen Drogenhandels verurteilt. Ehemaliger Polizeichef in mehrere illegale Aktivitäten verstrickt
Von amerika21Der Präsident von Honduras, Juan Orlando Hernández, steht nach einer Anklage gegen den ehemaligen Polizeichef immer mehr unter DruckQuelle: Wikipedia Lizenz: CC BY 2.0 Tegucigalpa/New York. Eine Anklage der New Yorker Staatsanwaltschaft gegen den ehemaligen Polizeichef von Honduras, Juan Carlos "El Tigre" Bonilla Valladares, wegen Verschwörung zum Drogenhandel, Mord und illegalen Waffenbesitz könnte den honduranischen Präsidenten, Juan Orlando Hernández, weiter in Bedrängnis bringen. Im Oktober 2019 war bereits sein Bruder, Juan Antonio "Tony" Hernández, von einem New Yorker Gericht wegen jahrelanger Zusammenarbeit mit Drogenkartellen verurteilt worden. Auch der Präsident selbst, nach Informationen des US-Justizministeriums im Prozess "Mitverschwörer 4"genannt, habe mehrere Millionen US-Dollar Wahlkampfhilfe aus dem Drogentransport erhalten. Bonilla hingegen soll seine Position als hochrangiger Polizeioffizier genutzt haben, um Kokaintransporte durch Honduras Richtung Norden schützen zu lassen. Zudem sei er laut Staatsanwalt Geoffrey S. Berman für einen Mord an einem mit den Hernández-Brüder rivalisierenden Drogenboss verantwortlich. "Tony" Hernández soll ihn damit beauftragt haben.



Präsident Hernández hatte 2019 alle Vorwürfe und seine Rolle als Mitverschwörer bestritten. Mit der Anklage gegen Bonilla zieht die US-Justiz nun die Schlinge um seinen Hals noch ein wenig enger. Im Gegensatz zu 2019 rechnet jedoch in Honduras offensichtlich niemand mit einem unmittelbar bevorstehenden Rücktritt des Präsidenten. Vielmehr werden Szenarien diskutiert, die von Ermittlungen gegen ihn nach Ende seiner Amtszeit ausgehen. Regulär wäre dies Anfang 2022. Er könnte sich dann durch einen Sitz im zentralamerikanischem Parlament Immunität sichern. Es gibt aber auch Spekulationen, Hernández wolle seine vom Militär und den USA gestützte Macht in einer dritten, dann verfassungswidrigen Amtszeit weiter behaupten.

"El Tigre" Bonillas Ernennung zum Chef der honduranischen Polizei im Jahr 2012 hatte damals für scharfe Kritik gesorgt, da ihm Beziehungen zu Todesschwadronen und "soziale Säuberungen" wie außergerichtliche Hinrichtungen von Bandenmitgliedern vorgeworfen wurden. Ein interner Bericht der damaligen Polizeikommissarin, Maria Luisa Borjas, hatte mehrere solcher Fälle ans Licht gebracht und war damals auch von der Nachrichtenagentur AP aufgegriffen worden. Dies hatte eine Kontroverse über die Verwendung von US-Staatsgeldern für den honduranischen Sicherheitsapparat ausgelöst.
Bonilla musste 2013 seinen Posten aufgeben, da er nach dem Auftragsmord an einem rivalisierenden Drogenboss nicht mehr zu halten war. Er wurde anschließend in diplomatischer Mission nach Kolumbien entsandt, wo er die dortigen Drogengeschäfte von "Tony" Hérnandez tatkräftig unterstützt haben soll. 2016 legte ihm der bis heute amtierende Sicherheitsminister, General Pacheco, nahe, in den Ruhestand zu gehen. Dem Minister werden ebenfalls Verbindungen zu Drogenkartellen nachgesagt.

Bonilla bestritt nun in einem fast einstündigen Telefongespräch mit einem lokalen Fernsehsender sämtliche Punkte der New Yorker Anklage. Er betonte mehrfach seine jahrelang guten Beziehungen zur US-amerikanischen Drug Enforcement Administration (DEA). Auf Nachfragen antwortete er, da er sich nichts vorzuwerfen habe, könne er sich "wo auch immer" furchtlos der Justiz stellen. Seither rätseln die honduranischen Medien über seinen Aufenthaltsort.

In Tegucigalpa kündigte die Staatsanwaltschaft indes ein Verfahren gegen Bonilla wegen Geldwäsche an. Dies könnte möglicherweise eine Auslieferung in die USA verhindern. Ex-Kommissarin Borjas riet Bonilla, sich dennoch den US-Behörden zu stellen, um die Gefahr für sein Leben zu minimieren, die ihm in Honduras – auch im Gefängnis – drohe.

Corona-Pandemie zeigt erneut prekäre Situation von Hausangestellten

Mo., 20. Apr. 20, 19:31 Uhr
Von amerika21 Noch mehr Arbeit, noch schlechtere Bedingungen in der Corona-Krise: Hausangestellte in Honduras Quelle: cespad Tegucigalpa. Hausangestellte in Honduras sind von den Auswirkungen des Coronavirus besonders
betroffen. Sie haben meist nur die Wahl zwischen dem Ausharren bei ihren Arbeitgebern unter extremen Bedingungen oder der Rückkehr zu ihren Familien ohne jegliches Einkommen.

Das mittelamerikanische Land hat am 16. März einen Ausnahmezustand ausgerufen und Ausgangssperren im ganzen Land verhängt, um dem neuartigen Virus SARS-CoV-2 zu begegnen. Dabei dürfen die Bürger einen Tag in der Woche das Haus verlassen, um einzukaufen, zur Bank zu gehen, oder ihr Auto zu betanken.



Dies wirkt sich stark auf die sowieso schon prekäre Situation von Hausangestellten aus. In Lateinamerika und der Karibik arbeiten in diesem Sektor zu 93 Prozent Frauen. In Honduras sind mehr als 100.000 der fast zehn Millionen Einwohner Hausangestellte, etwa 10.000 sind Mädchen und Frauen zwischen zehn und 22 Jahren. Die Bezahlung liegt im Durchschnitt bei 4.000 Lempira (rund 146 Euro) und damit weit unter dem Mindestlohn. Dadurch, dass die Arbeiterinnen meist informell angestellt sind, haben sie weniger Rechte als andere Arbeitnehmer. Sie müssen übermäßig viel arbeiten, werden niedrig entlohnt, oft diskriminiert und haben durch fehlende Bildungsmöglichkeiten keine Chance, ihrer Situation zu entkommen.

Die aktuelle Coronakrise verschärft dies noch einmal. Den Angestellten bleiben oft nur zwei Möglichkeiten: auf unbestimmte Zeit bei ihren Arbeitgebern zu bleiben oder zu ihrer Familie zurückzukehren, bis die Krise überstanden ist. Beide Optionen bergen erhebliche Nachteile und geschehen selten aus freiem Willen.

Berichte belegen, dass Hausangestellte um Erlaubnis bitten, nach ihren Familien zu sehen. Sie möchten sichergehen, dass sich die Familien an die Richtlinien halten, um eine Ansteckung zu vermeiden. Obwohl der Staat dies an einem Tag in der Woche erlaubt, wird es oft von den Arbeitgebern nicht gebilligt oder es wird mit Kündigung gedroht.

Viele Hausangestellte wurden auch einfach entlassen. Die Frauen sind jedoch unbedingt auf das Einkommen angewiesen. Die Ausgangssperre macht es ihnen unmöglich, ihre laufenden Kosten wie Miete oder Strom zu decken. Oft werden sie ohne Nahrung oder Geld in ihre Heimatdörfer zurückgeschickt.

Bleiben die Angestellten bei ihren Arbeitgebern, gibt es auch hier kein Recht auf einen geregelten Tagesablauf. In Zeiten der Krise berichten viele über ein erhöhtes Arbeitspensum ohne geregelte Ruhezeiten, geschweige denn freie Zeit am Wochenende. Laut Eda Luna, der Sprecherin des honduranischen Netzwerks der Hausangestellten, hat sich die Arbeit seit der Krise vervierfacht.

Um den Arbeiterinnen mehr Rechte zu ermöglichen, gab es vor einigen Jahren einen Gesetzentwurf, bis heute wurden aber nur acht der 47 Artikel gebilligt. Damit zeigt sich erneut, dass der Umgang mit den Maßnahmen gegen das Coronavirus eine Frage von Privilegien und gesellschaftlicher Klasse ist. Die Maßnahmen treffen diejenigen, die vorher schon über wenige oder keine Arbeitsrechte verfügt haben, umso härter ? und damit vor allem auch Frauen.

cespadelpaiselheraldo

Virus trifft auf Korruption

So., 19. Apr. 20, 14:49 Uhr

Die Pandemie wird von einer Skandal-Regierung gemanagt. Durch fehlende Kontrollen nehmen Menschenrechtsverletzungen zu.aus: taz, 18.04.2020, von Fernando Silva Cruz

Gebet am Karfreitag in der Hauptstadt Tegucigalpa/Foto: reuters















TEGUCIGALPA taz | Kaum ein Land in Lateinamerika ist so schlecht auf eine Pandemie vorbereitet wie Honduras. Das geht aus dem von der Johns Hopkins University erstellten globalen Gesundheitssicherheits-Index (Global Health Security-Index) hervor. Laut dieser Skala hat nur Venezuela noch schlechtere Bedingungen, um mit einer solchen Pandemie fertig zu werden.

Jetzt ist Covid-19 im Land angekommen. Es sind 397 registrierte Fälle, und das Gesundheitssystem steht kurz vor dem Kollaps, was an den fehlenden Mitteln liegt – und an einem öffentlichen Gesundheitswesen, das die schlimmsten Konsequenzen staatlicher Korruption zu erleiden hatte.


weiter zum Artikel

Radiobeitrag für die kommunitären Radios in Honduras

Mi., 15. Apr. 20, 13:29 Uhr
Solidarische Statements von Mitgliedern des RESH (Europäisches Netzwerk in Solidarität mit Honduras) zur aktuellen Corona-Krise aus Deutschland, der Schweiz und Spanien und in Honduras.
Entwickelt durch Mitglieder der RESH.


https://www.fdcl.org/wp-content/uploads/2020/04/Solibeitrag_Honduras_final.mp3





Webinar der HondurasDelegation

Mi., 15. Apr. 20, 12:10 Uhr
Honduras: Soziale Bewegungen zwischen Drogenstaat, Militär und KorruptionDienstag, 28. April 18 Uhr

Seit dem Putsch von 2009 hat sich die Menschenrechtslage in Honduras kontinuierlich verschlechtert und soziale Bewegungen werden immer mehr in ihren Handlungsspielräumen eingeschränkt. Kriminelle Netzwerke durchsetzen staatliche Institutionen und Wirtschaft. Demokratische Kontrollmechanismen und Gewaltenteilung sind de facto außer Kraft gesetzt, Einfluss und Präsenz des Militärs nehmen stetig zu. Soziale Bewegungen leisten Widerstand und fordern weiter ihre Rechte ein. Gemeinden verteidigen ihre Territorien gegen extraktivistische Projekte wie zum Beispiel Wasserkraftwerke, Tagebaue und „Modellstädte“. Journalist*innen berichten unter Lebensgefahr über korrupte Seilschaften und Menschenrechtsverletzungen.

Das Webinar gibt eine Einführung in die aktuelle politische Situation sowie einen Überblick über soziale Bewegungen und die Menschenrechtslage (auch bzgl. der aktuellen Corona-Krise). Es richtet sich an Interessierte am Land. Vorkenntnisse sind nicht nötig. Ein weiteres Webinar wird sich speziell mit der Situation der Garifuna-Gemeinden an der honduranischen Nordküste beschäftigen.

Die Teilnahme ist kostenlos.

Dauer: 90 Minuten

Sprache: Deutsch

Mehr Infos zum deutsch-österreichischen Netzwerk HondurasDelegation: https://hondurasdelegation.blogspot.com/

Anmeldung mit Namen und E-Mail bitte bis Freitag, 24. April 2020 an: elsal@oeku-buero.de

Wir schicken dann rechtzeitig einen link für die virtuelle Konferenz.

Alerta del COPINH! - Mörder von Berta Cáceres in Honduras bald frei?

Do., 9. Apr. 20, 11:24 Uhr
aus: Amerika 21, von Andrea Lammers, 11.04.2020La Esperanza-Intibucá. Die honduranischen Behörden könnten die Corona-Pandemie nutzen, um zwei Männer freizulassen, die im November 2018 wegen des Mordes an Berta Cáceres zu 30 Jahren Haft verurteilt worden waren. Das befürchtet der Rat der Indigenen und Volksorganisationen aus Honduras (Copinh).

Berta Cáceres war Gründerin und langjährige Koordinatorin von Copinh. Sie wurde in der Nacht vom 2. auf den 3. März 2016 in ihrem Haus in La Esperanza-Intibucá erschossen.

Nun hat der Rat erfahren, dass die Anwälte von Sergio Rodríguez Orellana und Douglas Bustillo deren Freilassung "aus gesundheitlichen Gründen" auf Grund der Risiken der Corona-Pandemie fordern. Die beiden Verurteilten waren zum Tatzeitpunkt Manager für Umwelt und Soziales und ehemaliger Sicherheitschef des Wasserkraft-Unternehmens Desarollos Energéticos S.A. (Desa) der honduranischen Unternehmerfamilie Atala Zablah. Rodríguez und Bustillo gelten zusammen mit dem Major der Armee, Mariano Díaz, als Mittelsmänner zwischen den Auftraggebern aus den höheren Rängen des Unternehmens und dem vierköpfigen Killerkommando, das Cáceres tötete.



Als bisher einziger potentieller Auftraggeber sitzt Desa-Chef David Roberto Castillo Mejía seit über zwei Jahren in Untersuchungshaft. Laut Copinh genießt er dort vielerlei Privilegien wie großzügige Besuchsregelungen und separate "VIP"-Unterbringung. Copinh nimmt an, dass auch Bustillo und Rodríguez im Gefängnis des Hauptstadtdistriktes "Marco Aurelio Soto" nahe des Ortes Támara untergebracht sind, dessen Leitung als besonders korrupt gilt. Ende 2019 wurde auch dieses Gefängnis vollständig unter militärische Oberaufsicht gestellt, weshalb der Leiter des Aufsichtsgremiums, Oberst José González Maradiaga und die weiteren Verantwortlichen aufgefordert sind, sich zu der Situation zu äußern.

"Eigentlich müsste es eine Anhörung über die Freilassung geben. Die zuständige Staatsanwältin sagt uns jedoch, sie wisse von nichts", betonte die Koordinatorin des Rates, Bertha Zúniga gegenüber amerika21. "Da Copinh von der Nebenklage ausgeschlossen wurde, haben unsere Anwälte es extrem schwer, überhaupt Informationen zu bekommen. Es könnte sogar passieren, dass die beiden freigelassen werden und wir nichts davon erfahren", so Zúniga.

Das Center for Justice and International Law (CEJIL) erinnerte indes die staatlichen Stellen daran, dass sie zwar aufgefordert sind, während der Pandemie Gefangene zu schützen und, wo es möglich ist, freizulassen. Dafür gebe es ein internationales Regelwerk und der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte habe mehrfach darauf hingewiesen, dass diese humanitären Regelungen nicht dazu missbraucht werden dürfen, Täter von schweren Menschenrechtsverletzungen zu begünstigen oder Ermittlungen gegen schwerer Verbrechen Verdächtige zu blockieren.

Auch die Hochkommissarin für Menschenrechte der Vereinten Nationen, Michelle Bachelet, hatte ihre Aufforderung auf diejenigen bezogen, die "ohne ausreichende rechtliche Begründung in Haft sitzen, unter anderem politische Gefangene und andere, die nur verhaftet wurden, weil sie Kritik vorgetragen haben oder Dissidenten sind".

Dazu gehören in Honduras unter anderen acht Umwelt- und Gemeindeaktivisten aus Guapinol, für deren Freilassung sich derzeit Bundestags- und Europaabgeordnete einsetzen.

CEJIL wies darauf hin, dass die Verurteilten im Fall Berta Cáceres und der Beschuldigte David Castillo eindeutig nicht zu diesem Personenkreis gehören und der Staat für ihre medizinische Versorgung und persönliche Unversehrtheit innerhalb der Gefängnismauern zu sorgen hat.

Beobachter halten es für kein gutes Vorzeichen, dass die Justiz ihre Untersuchung über die Freilassung von etwa 200 Häftlingen wegen der Corona-Epidemie in Támara begonnen hat und nicht etwa in den Gefängnissen, in denen die politischen Gefangenen in U-Haft sitzen. Die Sorge von Copinh wird auch dadurch gestützt, dass offenbar bereits die vorzeitige Entlassung eines prominenten Verurteilten bevorsteht. Es handelt sich dabei um den Juristen Teodoro Bonilla. Der frühere stellvertretende Leiter einer Justizbehörde war 2017 zu sechs Jahren Haft wegen Amtsmissbrauchs und Veruntreuung öffentlicher Gelder verurteilt worden.


Aufruf von COPINH spanisch Aufruf von COPINH englisch

EU Parlamentarier*innen fordern die Freilassung der Guapinol-Aktivist*innen!

Do., 9. Apr. 20, 10:18 Uhr
36 EU Parlamentarier*innen haben die Forderung an die honduranische Regierung unterschrieben, die acht seit 1. September 2019 inhaftierten Umwelt- und Gemeindeaktivist*innen  - Porfirio Sorto Cedillo, José Avelino Cedillo, Orbin Naún Hernández, Kevin Alejandro Romero, Arnold Javier Aleman, Ever Alexander Cedillo, Daniel Marquez and Jeremías Martínez Díaz -  aus der Haft zu entlassen.

Die Aktivist*innen kämpfen gegen das Unternehmen Los Pinares, das zwei Konzessionen für Eisenerztagebauprojekte m Natioanlpark Montana de Botaderos Carlos Escaleros besitzt. Die Projekte bedrohen das Wassereinzugsgebiet der Flüsse Guapinol und San Pedro.

Aufgrund der verschärften Situation wegen COVID-19, sind die Aktivist*innen in den Haftanstalten in Olanchito und La Ceiba einem noch höherem Risiko ausgesetzt als sie unter den prekären Bedingungen in honduranischen Gefängnissen sowieso schon sind. Die Parlamentarier fordern den Obersten Gerichtshof auf, sich an die internationalen Standards zu halten und die Anklagen gegen die Aktivist*innen fallen zu lassen. Sie berufen sich auf die am 25. März ausgeprochene Warnung der UN-Menschenrechtsbeauftragten Michelle Bachelet vor einer flächenbrandartigen Ausbreitung des Coronavirus in Gefängnissen. Sie ruft die Behörden weltweit zu Haftentlassungen auf.

Zum vollständigen Brief geht es hier





Honduras unter Quarantäne

So., 29. Mär. 20, 15:00 Uhr
ein Radiobeitrag von Darío Maldonado,  Radio Matraca, 29. marzo 2020




 zum Beitrag

FELICIDADES AL COPINH!!

So., 29. Mär. 20, 12:58 Uhr
por sus 27 años de lucha!!


Desde Alemania nos juntamos a su fuerza, su alegría y compromiso ejemplar.

Berta vive!

La lucha sigue!!!


https://copinh.org/2020/03/saludos/
#27AñosDeLucha
 






Honduras: "Das Land der Pandemien"

Sa., 28. Mär. 20, 12:12 Uhr
Steigende Infektionszahlen. Tränengas gegen Hungerrevolten. Mehrheit der Bevölkerung wegen Ausnahmezustand ohne Einkommen. Forderung nach Freilassung politischer Gefangener
 Von amerika21Bewohner des Armenviertels El Chile in Tegucigalpa fordern Zugang  zu Lebensmitteln Quelle: cofadehonduras Tegucigalpa. Am Donnerstag ist in Honduras der erste Tote, verursacht durch das Coronavirus SARS- CoV-2 in einem Krankenhaus in der nördlichen Handelsmetropole San Pedro Sula gemeldet worden. Bisher wurden 67 Menschen positiv auf das Virus getestet. Die meisten nachweislich Infizierten leben in der Hauptstadt Tegucigalpa und im Departamento Cortés.

Die Infektiologin und ehemalige Gesundheitsministerin Elsa Palou geht davon aus, dass bereits mehr als 5.000 Menschen infiziert sind. Es fehlten jedoch ausreichend Tests im Land. Im Gegensatz zum medizinischen Personal seien Polizei und Militärpolizei mit Schutzkleidung gegen die Ansteckung ausgerüstet.



Der Mitte März ausgerufene Ausnahmezustand und die Verhängung von Ausgangssperren in einigen Städten treffen ein Land "mit der größten Ungleichheit, Elend und Ausgrenzung Lateinamerikas", äußert der Soziologe Eugenio Sosa. Die Mehrheit der Bevölkerung sei dem hilflos ausgesetzt. Es seien Familien, die von informeller, prekärer Arbeit leben und es kaum schaffen, sich den täglichen Lebensunterhalt zu sichern. Laut einer Studie der Weltbank sind 58 Prozent der Beschäftigungen im informellen Sektor.

In den letzten Tagen protestierten trotz der verhängten Ausgangssperre Tausende Menschen in der Hauptstadt Tegucigalpa und an anderen Orten und forderten Lebensmittel und Wasser. Die Polizei ging mit Tränengas gegen sie vor und nahm über 500 Personen fest. Bei der Bevölkerung sorgte vor allem die Festnahme mehrerer Frauen für Unmut, die ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Tortillas verdienen. Auch Kinder, die eine Suppenküche der Frauenorganisation "Red de Defensoras" nutzen wollten, wurden festgenommen. In der Hauptstadt gibt es eine Wasserkrise, viele Stadtteile haben täglich höchstens zwei Stunden Wasser, oft in sehr mäßiger Qualität.

Die Regierung von Präsident Juan Orlando Hernández erlaubte am Montag, Mittwoch und Freitag die Öffnung der Banken. Es wurde berichtet, dass sich schnell lange Schlangen von Wartenden mit oder ohne Schutzmasken bildeten. Ärzte befürchten, dass dadurch die Ausbreitung der Infektion beschleunigt wird. Die zeitweilige Öffnung käme dem Bankensektor zugute, jedoch müssten auch Maßnahmen ergriffen werden, um dem Lebensmittelsektor, den Kleinverkäufern und Landwirten zu helfen, so Wirtschaftsexperten.

Angesichts der drohenden Gefahr durch das Coronavirus stellten Mitglieder der internationalen Plattform "Grupo de Litigantes Contra la Tortura de América Latina", zu der auch die Weltorganisation gegen Folter gehört, am 24. März einen Eilantrag für die sofortige Freilassung von politischen Gefangenen, die zu Unrecht in U-Haft gehalten werden, obwohl sie sich nach internationalem und nationalem Recht in Freiheit verteidigen können müssten. Zu diesen politischen Gefangenen gehören auch acht Umweltschützer aus Guapinol und dem Sektor San Pedro in Tocoa, Colón, die sich gegen die Umweltfolgen von zwei Eisenerzminen in einem Naturschutzgebiet gewehrt hatten.

Auch die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, forderte angesichts der Corona-Pandemie von den Staaten Maßnahmen, um Leben und Gesundheit von Menschen, die auf engstem Raum zusammenleben müssen, zu schützen und besonders die Freilassung bestimmter Gruppen von Inhaftierten zu veranlassen.

Der Arzt und ehemalige Rektor der staatlichen Universität UNAH, Juan Almendares, nennt Honduras das "Land der Pandemien". Es gebe eine Hunger-, eine Wasser-, eine Dengue-, eine Korruptions- und die Corona-Pandemie gleichzeitig. Nur ein integraler Ansatz könne aus der Krise helfen. Einige Wissenschaftler und Politiker fordern deshalb, das Krisenmanagement einem Sachverständigenrat aus Mitgliedern der Ärztekammer, des Antikorruptionsgerichtshofs und des örtlichen Hochkommissariats für Menschenrechte zu übergeben.

Corona-Pandemie: Zentralamerika zwischen Leugnung und Abschottung

So., 22. Mär. 20, 11:29 Uhr
Staaten der Region unterschiedlich betroffen. Auch in Mittelamerika Debatten um Ausgangssperren. Massendemo gegen Virus in Managua
 Von , amerika21Sicherheitskräfte drangen in Honduras auf der Suche nach Infizierten im Hauptstadtdistrikt in 240 Häuser ein Quelle: ellibertador Tegucigalpa u.a. Auch Zentralamerika sieht sich der Coronavirus-Krise mit bislang 138 Infizierten und zwei Todesfällen gegenüber. In den Ländern der Region wurden die beiden einzigen Todesfälle in Panama – dem Land der Region mit den meisten Fällen – und Guatemala gemeldet.

Zunächst gingen die Regierungen und Bürger Mittelamerikas entspannt mit der Krise um, weil angenommen wurde, dass hohe Temperaturen der Ausbreitung des Virus entgegenwirken. Heute aber gibt es tägliche Berichte über die Pandemie, die in Wuhan, China, begonnen und dort über 3.100 Tote gefordert hat.


Bislang ist El Salvador eines der Länder ohne nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger SARS-nCo-2. Das Land hat sich im Wortsinn verbarrikadiert und bereitet sich mit großen Anstrengung darauf vor, die drohende Pandemie abzuwenden. Auch in Belize und Nicaragua sind das neuartige Coronavirus und die Atemwegserkrankung Covid-19 bislang nicht nachgewiesen – was aber nicht heißt, dass es keine Infektionsfälle gibt.

In Honduras sind inzwischen 26 Personen positiv auf den neuartigen Coronavirus getestet worden. Für die ehemalige Gesundheitsministerin und Infektiologin Elsa Palou sind die bisher Infizierten nur die Spitze des Eisbergs. Es gebe sicherlich schon tausende SARS-nCo-2-Fälle, nur seien diese noch nicht diagnostiziert. Darüber hinaus bezweifle sie, dass die Laboratorien ausreichend ausgestattet sind. Die in der letzten Woche vom Parlament verabschiedeten 420 Millionen US-Dollar für den Ausbau des Krankenhausnetzes seien nicht angemessen, da jetzt unter anderem Schutzmaterialien für das medizinische Personal und nicht Krankenhäuser benötigt würden, die in zwei Jahren fertig gestellt wären. Zudem sei die Anzahl der verfügbaren einhundert Beatmungsgeräte unzureichend.

Weitere 140 Beatmungsgeräte und  intensivmedizinische Gerätschaften sind am Mittwoch eingetroffen. Dr. Suyapa Figueroa, Vorsitzende der medizinischen Fakultät, kritisierte diese Käufe harsch und sagte, dass diese nicht die Mindestanforderungen erfüllen, die man nun für die Versorgung der betroffenen Bevölkerung benötige.

Bereits am vergangenen Sonntag hatte der honduranische Präsident Juan Orlando Hernández für das gesamte Staatsgebiet den Ausnahmezustand erklärt, der seit Montag in Kraft ist. Die Grenzen wurden für die nächsten sieben Tage geschlossen. Zusätzlich wurde in der Hauptstadt Tegucigalpa, in San Pedro Sula, Choluteca und La Ceiba eine absolute Ausgangssperre verordnet. Vergangene Woche sind bereits alle Schulen und Universitäten für 14 Tage geschlossen worden.

Medienberichten zufolge sind Sicherheitskräfte in Tegucigalpa auf der Suche nach Infizierten in Begleitung von medizinischem Personal in 240 Häuser eingedrungen.

Die Menschenrechtsaktivistin Bertha Oliva kritisiert die staatlichen Maßnahmen als unverhältnismäßig und willkürlich. Journalisten würden an der Ausübung ihrer Arbeit gehindert. Mehrere Anwälte hinterfragen die Aushebelung der freien Meinungsäußerung und betonen die Bedeutung der unabhängigen journalistischen Arbeit in der jetzigen Situation. Für den Anwalt Joaquin A. Mejía stellt die Ausgangsperre einen autoritären Akt dar.

Unterdessen forderten Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen die Mitgliedsstaaten in einer Presseerklärung auf, bei ihren Reaktionen auf das Coronavirus übertriebene Sicherheitsmaßnahmen zu vermeiden.

Guatemala meldete indes sechs Fälle und einen Toten durch Covid-19. Die Epidemie hat zu einem Verbot aller Aktivitäten geführt, bei denen Menschenansammlungen entstehen.

Costa Rica hatte zuletzt 41 positiv getestete Fälle gemeldet und Panama 69. Beide Länder haben mehr Tests auf das Coronavirus durchgeführt als andere Staaten der Region.

El Salvador hat keine bestätigten Fälle gemeldet. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden seien jedoch 1.900 Menschen im Zuge von Präventivmaßnahmen unter Quarantäne gestellt worden. Darüber hinaus wurde das Militär mobilisiert, um die illegale Einreise von Personen aus angrenzenden Staaten über die grüne Grenze zu verhindern.

Fragwürdig: Massendemo gegen den Virus in Managua, NicaraguaQuelle: lavozdelsandinismo In Nicaragua reagierte die Führung des linksgerichteten Daniel Ortega indes mit einem Appell zu aufgerufen. Der Marsch in der Hauptstadt Managua stand im Widerspruch zu allen Hinweisen von Virologen, wie die Ausbreitung des Virus in Mittelamerika gestoppt werden kann. Während andere Länder der Region ihre Bürger in Quarantäne schicken, motivierten Ortega und Murillo ihre Anhänger zur Teilnahme an der Aktion, bei der tausende Menschen in Rot und Schwarz, den Farben der regierenden Sandinisten, auf der Avenida Bolívar, eine der größten Straßen der Hauptstadt, zusammenkamen. Daniel Ortega und Rosario Murillo nahmen an dem Aufmarsch nicht teil.

Berta se hizo millones…

So., 8. Mär. 20, 19:55 Uhr
Radiobeitrag von Daniela Dreißig, Giulia Fellin, Stephanie Wassermann,
NPLA, vom 5. März 2020




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Internationales Treffen „Berta Vive“ 2016. Quelle: CADEHO

März 2016: Zwei Tage vor ihrem Geburtstag wurde die international bekannte Umwelt- und Menschenrechtsaktivistin Berta Cáceres ermordet.
Doch sie war viel mehr: Sie war Feministin, kämpfte gegen patriarchale Strukturen und Rassismus, in ihren Reden verdammte sie den Kapitalismus und trat für die Solidarität unter den Marginalisierten dieser Welt ein. Was sie sagte begeisterte Viele.
Ziel ihrer Ermordung war nicht nur, sie zum Schweigen zu bringen, sondern die progressiven sozialen Bewegungen in Honduras zu zerschlagen. Gelungen ist es den Mördern nicht. Radio Onda sprach mit zwei honduranischen Aktivistinnen darüber, wie sie von Berta Cáceres in ihrer alltäglichen Arbeit inspiriert werden.