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Das Münchner Friedensbündnis entstand als Veranstalterkreis des Münchner Ostermarsches, und Gruppen aus dem "Trägerkreis" sind seit langem kontinuierlich aktiv ...
Aktualisiert: vor 5 Wochen 1 Tag

Internationaler Klimastreik - #KeinGradWeiter Theresienwiese

Di., 15. Sep. 20, 20:36 Uhr
Zeit:  Freitag, 25. September 2020 - 14:00 Ort:  Theresienwiese

Internationaler Klimastreik am 25.09.2020

Vor einem Jahr demonstrierten 60.000 Menschen in München für sofortige, tiefgreifende Klimapolitik. Die Politik rast jedoch weiterhin ungebremst auf die Klimakatastophe zu und gefährdet damit das Leben aller auf dieser Erde. Daher muss unser Kampf für das Klima trotz Corona weitergehen! Deshalb rufen wir am 25.09.2020 wieder zum internationalen Klimastreik auf. Kommt um 14 Uhr auf die Theresienwiese!

Die Corona- und die Klimakrise sind nicht gegeneinander auszuspielen. Für die Demonstration wurde ein Hygienekonzept ausgearbeitet (!), um die Infektionsgefahr so gering wie möglich zu halten.
mehr bei Fridays for Future München

Außerdem: Die verhängnisvolle Rolle der Militärs, die sich z.B. nicht scheuen "Corona-Mittel" zu beanspruchen, während sie durch Kriege und Aufrüstung eigentlich mit die schlimmsten "Klimaschädlinge" sind, wird wohl immer noch viel zu wenig angesprochen.

Veranstalter:  Fridays for Future München

Videos vom Antikriegstag 1. September 2020

Mo., 7. Sep. 20, 22:59 Uhr

- zum Programm/Text -
Stachus bis DGB-Haus

Videos: gh-film (Gerhard Hallermayer - Youtube)

Plenum Friedensbündnis September 2020

Di., 1. Sep. 20, 22:20 Uhr
Rundbrief Zeit:  Mittwoch, 16. September 2020 - 19:30 - 21:30 Ort:  EineWeltHaus


Der Rundbrief des Münchner Friedensbündnisses erscheint einmal monatlich (per Post oder Email) und richtet sich an Interessierte und Freunde vor allem vor Ort. Er wird in der Regel hier veröffentlicht. Einfach per Email bestellen (oder abbestellen): Bestellmail ans Friedensbündnis

München, 02. Sept. 2020

Liebe Freundinnen und Freunde vom Münchner Friedensbündnis,

hoffentlich seid Ihr bisher gut durch durch die „Corona-Zeit“ gekommen? Das ist freilich kein Grund zum Aufatmen, im Gegenteil. In der neuesten Ausgabe der „zeitung gegen den krieg“ schreibt Winfried Wolf: „Wir erleben mit Corona, Wirtschaftskrise, Klimakrise und Atomkriegsgefahr eine Vierfachkrise, wie es sie in der Geschichte der Menschheit noch nie gab.“ Und er fordert uns auf, „dies den Menschen bewußt zu machen und alle Kräfte einzusetzen, um diesen existenziellen Gefahren zu begegnen“.

In diesem Sinn laden wir Sie und Euch herzlich ein zum nächsten Plenum des Münchner Friedensbündnisses am

Mittwoch, 16. September 19:30 im EineWeltHaus, Schwanthalerstraße 80

Unser Vorschlag zur Tagesordnung:
1. Aktuelle Viertelstunde
2. Rückschau: Antikriegstag am 1. September
3. Friedenswochen 31. Oktober – 21. November 2020: „Umkehr zum Frieden“
4. Aktionen gegen die Sicherheitskonferenz und Infos zur Planung der Friedenskonferenz
5. Finanzstatus
6. Thema (steht noch nicht fest, siehe unten)
7. Verschiedenes

Zu 3. Friedenswochen: Wir erinnern nochmal an die Bitte, uns Eure Veranstaltungen für das Programm bis spätestens 1. Oktober zu schicken. Lassen wir uns durch die corona-bedingten Einschränkungen nicht entmutigen und setzen wir unsere Kraft und Fantasie ein, um durch ein vielfältiges Angebot zur „Umkehr zum Frieden“ beizutragen!

Zu 5. Finanzstatus: Da einige geplante Veranstaltungen nicht oder in kleinerem Rahmen stattfanden, wir aber ähnliche Ausgaben wie sonst hatten und haben (Raummieten, Werbematerial , Porto…), ist es um unsere Finanzen schlecht bestellt. Genaueres erfahren wir beim Plenum.
Schon jetzt bitten wir - wieder einmal – um Spenden. Ein Überweisungsträger liegt nur im Versand bei.

Zu 6. Thema: An möglichen Themen fehlt es nicht, doch sind wir noch auf der Suche nach einem Referenten/ einer Referentin. Das Thema steht dann auf unserer web-site.

Termine:
11.09. 13.00 -14.00 Mahnwache für einen gerechten Frieden im Nahen Osten, Marienplatz
19.09. 18:00 Politisches Samstagsgebet „Bayernplan für eine sozial-ökologische Transformation“
KHG Leopoldstr. 11, Anmeldung erforderlich (paxchristi.muenchen@t-online.de)
25.09. Globaler Klimastreik. Nähere Infos für München sind noch nicht bekannt, siehe Tagespresse
25.09. 13.00 – 14.00 Mahnwache für einen gerechten Frieden im Nahen Osten, Stachus
Eine Vielzahl von Online-Veranstaltungen findet sich auf den jeweiligen web-sites im Internet!

Wir wünschen Ihnen und Euch trotz allem einen schönen Spätsommer, gute Gesundheit und freuen uns auf ein Treffen beim Plenum. Mit den beste Grüßen vom Organisationskreis!

Klaus M., Brigitte O., Gertrud Sch., Rosemarie W.

Anlagen / Download:
Veranstalter:  Münchner Friedensbündnis

Erstes Plenum Siko-Gegenaktionen 2021

Do., 27. Aug. 20, 21:29 Uhr
Zeit:  Dienstag, 15. September 2020 - 19:30 Ort:  EineWeltHaus, Großer Saal (!)

Erstes Treffen zur Vorbereitung der Demonstration gegen die sog. Sicherheitskonferenz 2021!

Keine Ahnung wie diese "Siko" Aussehen soll, es gibt aber einen Termin (!) - 20. Februar 2021 ...

https://sicherheitskonferenz.de

Veranstalter:  AKTIONSBÜNDNIS GEGEN DIE NATO-SICHERHEITSKONFERENZ

Antikriegstag 2020

Mi., 26. Aug. 20, 21:32 Uhr
Zeit:  Dienstag, 1. September 2020 - 16:50 Ort:  Stachus, Demo, Schwanthalerstr. (DGB)
16:50h Musikalischer Einstieg mit Beatprotest - zu den Videos (3)

KUNDGEBUNG

Flugblatt 2S A4 PDF Download
Antikriegstag München 2020 Antikriegstag München 2020
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Antikriegstag DGB München 2020
DGB-Einladung A4 PDF

um 17 Uhr, Stachus u. a. mit Laura Meschede (Rede), Beatprotest, Tamara Banez (Songwriterin)
anschließend Demonstration zum Gewerkschaftshaus
18 Uhr DGB-Kundgebung mit Simone Burger (DGB Vorsitzende München) und Ingrid Greif (Betriebsrätin München Klinik)
Mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939 begann der Eroberungs- und Vernichtungskrieg Hitlerdeutschlands, mit über 55 Millionen Toten und dem Völkermord an Juden, Sinti und Roma. Die Lehre aus diesen Verbrechen heißt: Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!

Am Antikriegstag, 81 Jahre nach Beginn des von Hitlerdeutschland entfesselten ZweitenWeltkriegs, erinnern wir daran, wohin das Wiedererstarken von Nationalismus,Militarismus,und Großmachtansprüchen führen.

Heute erleben wir einen neuen dramatischen Rüstungswettlauf, an dem sich Deutschland beteiligt. Wenn die Bundesregierung – entsprechend ihrer NATO-Zusage – die Militärausgaben erhöht, dann wird der Rüstungsetat in fünf Jahren von heute 45 Mrd. auf jährlich rund 80 Milliarden Euro steigen.

Dieser Wahnsinn muss beendet werden.
  • Abrüsten statt Aufrüsten ist heute das Gebot der Stunde.
  • Statt Milliarden für Rüstung und Kriegsvorbereitung zu verschleudern, müssen unsere Steuergelder in das Sozialsystem, in das Bildungswesen, in die Altenpflege, den sozialen Wohnungsbau und den Schutz der Umwelt investiert werden.
  • Wir fordern die Beendigung der atomaren Teilhabe Deutschlands – die in Büchel stationierten US-Atomwaffen müssen abgezogen werden.
  • Die Bundesregierung muss den UN-Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnen.
    Sie darf den USA keine Genehmigung zur Stationierung neuer Mittelstreckenwaffen in Deutschland erteilen.
  • Wir fordern die Beendigung aller Auslandseinsätze der Bundeswehr und ein Verbot aller Waffenexporte.
  • Wir wenden uns gegen Rassismus und Nationalismus, die der Vorbereitung weiterer Kriege dienen.
dazu:
Antikriegstagsaufruf des DGB-Bundesvorstands "Nie wieder Krieg! In die Zukunft investieren statt aufrüsten" (PDF) mit klarer Unterstützung der Kampagne "Abrüstung jetzt" der Friedensbewegung (!) ebenso wie die weitere Forderung an die Bundesregierung, den UN-Vertrag über das Verbot von Atomwaffen zu unterzeichnen!
Veranstalter:  Münchner Friedensbündnis Veranstalter:  Münchner Bündnis gegen Krieg und Rassismus

Großplakate 75 Jahre Hiroshima und Nagasaki

So., 23. Aug. 20, 13:01 Uhr


Münchner Friedensaktivisten vor einem der Großflächen-Plakate,
die zu 75 Jahre Hiroshima und Nagasaki bundesweit in 150 Städten aufgestellt waren, ..

in München einer von sechs Standorten, von 7. - 14. August 2020

Die Meister des Todes machen weiter

Sa., 22. Aug. 20, 23:17 Uhr
Friedenswochen Zeit:  Sonntag, 15. November 2020 - 10:30 Ort:  EineWeltWaus Podium und Politik ReferentInnen:  Jürgen Grässlin Veranstalter:  Münchner Friedensbündnis, DFG/VK

vom Hiroshimatag 2020 München Marienplatz

Mi., 12. Aug. 20, 11:58 Uhr

- Städt. Grußwort von Thomas Lechner - Claus Schreer, Rede auf der Kundgebung - Monika Seiller, Rede auf der Kundgebung - Ingrid Pfanzelt, Rede auf der Kundgebung.

Click für größeres Bild.

Dank an Günther Gerstenberg für die Fotos!
#Hiroshima #Nagasaki #FriedensbuendnisMUC

Ingrid Pfanzelt, Rede auf der Kundgebung zum Hiroshima-Tag ,Marienplatz, 6. August 2020

Mi., 12. Aug. 20, 0:38 Uhr

Ingrid Pfanzelt (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs - IPPNW), Rede auf der Kundgebung auf dem Münchner Münchner Marienplatz am 6. August 2020

Liebe Münchnerinnen und Münchner, liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde!

Ich heiße Ingrid Pfanzelt und bin hier in München niedergelassen als Ärztin für psychotherapeutische Medizin und Homöopathie. Hier stehe ich als Mitglied der internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs, IPPNW (International Physicians for the Prevention of Nuclear War)
Unsere Organisation wurde in der Phase des kalten Krieges 1980 gegründet mit dem Ziel, Schaden von der Menschheit abzuwenden, indem wir über die medizinischen Folgen eines Atomkrieges informieren, denn als Ärzte wissen wir um die verheerende Wirkung der Radioaktivität auf den Körper.

Und als IPPNW-Ärzte versuchen wir, unsere ethische Grundhaltung in politische Entscheidungsprozesse einfliessen zu lassen. Unser aller Bestreben sollte sein, den Menschen nicht zu schaden sondern zur Gesundheit zu verhelfen. Deshalb vernetzen wir uns als IPPNW – Organisation weltweit und suchen den Kontakt zur Politik. Dafür bekamen wir 1985 den Friedennobelpreis.

Aktuell sind Ärzte gefordert, um Gefahr von Menschen abzuwenden und eine gefährliche Pandemie in Schach zu halten. Wer hätte jemals mit solch einem Szenario gerechnet, das mittlerweile zu unserem Alltag gehört: Bilder von überquellenden Krankenhäusern, Lastwägen mit Särgen beladen, Menschen ohne Arbeit, die um Essen anstehen, leere Flughäfen und Shoppingmalls, Gesichtsmasken und sozialer Abstand.

Die Pandemie kam vollkommen unerwartet über uns. Wir in Deutschland können uns glücklich schätzen, daß sich durch gutes Regierungshandeln und ein funktionierendes Gesundheitssystem bisher die Opferzahlen in Grenzen halten. Wir scheinen die Gefahr für den Moment gebannt zu haben, weltweit sind aber Gesundheit und Leben von Milliarden Menschen weiter bedroht.

Das Corona–Virus hat niemand in seiner Gefährlichkeit vorausgesehen. Man könnte es als Naturkatastrophe bezeichnen, die über die Welt hereingebrochen ist. Einer menschengemachten Katastrophe gedenken wir heute.

Heute jährt sich der erste Abwurf einer Atombombe zum 75. Mal.

Am 6. und 9. August 1945 warfen die USA nukleare Bomben mit den niedlichen Namen „ Little Boy“ und „ Fat Man“ auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki. Mehr als 200 000 Menschen wurden durch diese Angriffe getötet, Zehntausende starben an den Spätfolgen ihrer Verbrennungen, Verletzungen und der Radioaktivität. Die Umwelt mitsamt Tieren, Pflanzen und Meeresleben wurde zerstört und für sehr lange Zeit radioaktiv verseucht. Bis heute leiden die Menschen unter den Folgen der radioaktiven Verstrahlung, sogar deren Kinder zeigen noch Symptome der Strahlenkrankheit. Der Radioaktivität einer Atombombe entkam niemand: je nach Stärke der Strahlung starben die Menschen gleich an Verbrennungen oder verglühten im Fieberdelir, sie litten unter rasenden Kopfschmerzen, Durchfällen, inneren Blutungen und neurologischen Ausfällen, Leukämie und Krebs der verschieden Organsysteme. Missbildungen und Fehlgeburten treten bis heute auf. In Japan werden die Strahlenopfer „ Hibakusha“ genannt. Sie sind es, die immer noch mahnend ihre Stimme gegen den zivilen und kriegerischen Einsatz atomarer Kräfte erheben als lebende Zeugen einer menschengemachten Verheerung.

Auch in diesem Jahr wird weltweit an die Opfer erinnert, denn die Bedrohung mit Atomwaffen besteht weiter. Gerade in Regionen, in denen sich Atomwaffenstaaten gegenüberstehen, herrscht die größte Gefahr für den Weltfrieden. Die Beispiele kennen wir alle: die Konfrontation Russland – USA, das atomare Säbelrasseln zwischen Indien und Pakistan, den Stellvertreterkrieg in Syrien, den Dauerkonflikt zwischen Nordkorea und USA. Obwohl die Anzahl der Nuklearwaffen weltweit seit Ende des kalten Krieges gesunken ist, steigt das Risiko ihres Einsatzes - ob absichtlich oder versehentlich.
Absichtlich führten Russland und die USA die Welt in der Kubakrise an den Rand eines Atomkrieges.

Unabsichtlich herbeigeführte atomare Zwischenfälle gibt es aber weit mehr. Meistens reagiert US- amerikanisches oder russisches Führungspersonal auf einen Fehlalarm, der durch eine Fehlfunktion der Warnsysteme oder durch die falsche Interpretation von Ereignissen ausgelöst wird.

Dann müssen führende Militärs innerhalb von Minuten entscheiden, ob ein nuklearer „Vergeltungsschlag" zu befehlen ist, bevor die eigenen Atomwaffen vernichtet werden könnten.

Die wenigsten Fehlalarme kommen an die Öffentlichkeit. Einer der spektakulärsten ereignete sich in Moskau am 26. September 1983, kurz nach Mitternacht: Ein sowjetischer Frühwarnsatellit meldete den Angriff einer Handvoll US-Raketen auf die Sowjetunion. Sonne, Satellit und US-Raketenfelder waren so aufeinander ausgerichtet, dass die Strahlen der Sonne von den Satelliten falsch identifiziert wurden. Glücklicherweise entschied sich der sowjetische Oberst Stanislaw Petrow den Alarm nicht an seine Vorgesetzten weiterzuleiten, weil er es als seltsam erachtete, nur mit fünf statt mit 500 Raketen angegriffen zu werden.

Der jüngste Fehlalarm fand im Januar 2018 statt, als den Bürgern von Hawai ein atomarer Angriff aus Nordkorea angekündigt wurde. Ganze 38 Min lang dauerte der Alarm, nur durch Zufall wurde kein Gegenschlag veranlasst.

Unabsichtlich herbeigeführte Vorfälle mit Atomwaffen können aber auch ohne Fehlalarm passieren. In Großbritannien sind von 1960 bis 1991 20 nukleare Unfälle dokumentiert. Bei den Unglücken handelt es sich um Fälle, bei denen Atomwaffen aus größerer Höhe herunterfielen oder ihre Zugmaschine in Verkehrsunfälle verwickelt waren. In einigen Fällen kollidierten Atomwaffen miteinander und in einem Fall rutschte ein LKW mit Atomwaffen an einem Hügel ab und überschlug sich. Aus der Liste geht hervor, dass LKWs mit Atomwaffen in zwei Fällen auf britischen Straßen umkippten und zwei Nuklearkonvois in schwere Autounfälle verwickelt waren.

Aus den USA sind über den Zeitraum von 1959 bis 1973 1250 Vorfälle mit US – Atomwaffen bekannt.

Wenn man sich diese Zahl von nuklearen Fehlalarmen und Unfällen vor Augen hält kommt man nicht umhin einem Weltengeist zu danken, daß er bisher anscheinend trotz aller menschlicher Unvernunft die Hand über uns gehalten hat.

Denn eine Beinahe – Katastrophe kann jederzeit zur echten werden.

Trotzdem wird die Politik der nuklearen Abschreckung noch immer als Garant des Friedens propagiert, da sie angeblich den Feind von einem Erstangriff abhält. Derzeit modernisieren alle Atomwaffenstaaten ihre Nuklearwaffen mit dem Ziel, einen atomaren Erstschlag ohne Gegenreaktion möglich zu machen. Die USA nennen ihre neuen Waffen sogar liebevoll „ mini- nukes“. Damit schraubt sich die atomare Rüstungsspirale immer höher mit unermesslichen Kosten und Folgen für uns alle. Die neun Atomwaffenstaaten besitzen fast 15000 Nuklearwaffen (davon 6800 die USA, 7000 Russland). 1800 werden in Alarmbereitschaft gehalten, übrigens 20 davon in Büchel in Deutschland. Der Bundestag hatte bereits vor 10 Jahren deren Abzug verlangt, unser US – Nato – Partner ignorierte bisher dieses Votum. Nun sollen sogar diejenigen Kampfjets auf Kosten des Bundeshaushaltes modernisiert werden, um diese Atombomben von deutschem Boden aus im Ernstfall transportieren zu können. Dafür werden 12,5 Milliarden Euro nötig sein – könnte man dieses Geld nicht sinnvoller einsetzen, um die Folgen der Corona–Krise zu bewältigen?

Der nuklearen Logik wollen immer weniger Menschen folgen. Weltweit gibt es eine starke Gegenbewegung. Große Teile der Weltbevölkerung und die Nichtatomwaffenstaaten sind sich der katastrophalen humanitären Folgen von Atomwaffen bewusst und wollen sich die Drohung mit Atomwaffen nicht länger bieten lassen. Aufgrund einer Kampagne von ICAN, einer Partnerorganisation der IPPNW , beschlossen 122 Staaten einen UN-Vertrag zum Atomwaffenverbot. Er untersagt unter anderem den Besitz, die Stationierung und die Drohung mit Atomwaffen. Das Abkommen tritt in Kraft, sobald 50 Staaten ratifiziert haben. Bis Januar 2020 haben 80 Staaten unterschrieben und 34 ratifiziert. Alle 9 Atomwaffenstaaten, alle NATO-Mitglieder und selbst Japan, das solch eine traumatische Erfahrung mit dem Einsatz von Atomwaffen hat, stimmten gegen den Vertrag.
ICAN bekam für diese Kampagne zum Atomwaffenverbot 2017 den Nobelpreis. Bei der Verleihung hielt eine Hibakusha in Oslo eine Dankesrede, aus der ich abschliessend zitieren möchte:
“Neun Nationen drohen noch immer damit, ganze Städte in Schutt und Asche zu legen, das Leben auf der Erde zu zerstören und unsere schöne Welt für zukünftige Generationen unbewohnbar zu machen. Die Entwicklung von Kernwaffen bedeutet nicht den Aufstieg eines Landes zu Größe, sondern seinen Abstieg in die dunkelsten Tiefen der Verderbnis. Diese Waffen sind kein notwendiges Übel, sie sind das ultimative Übel… Nachdem ich die Menschheit in ihrer schlimmsten Form erlebt hatte, erlebte ich am Tag des UN-Atomwaffenverbots die Menschheit in ihrer besten. Wir Überlebenden haben 72 Jahre auf dieses Verbot gewartet und wir hoffen, dass dies der Anfang vom Ende der Atomwaffen sein wird.“

Die Bundesregierung boykottiert den Atomwaffenverbotsvertrag bis heute. Außerdem beharrt sie auf der Stationierung der Atombomben in Büchel. Damit unterstützt sie die immer gefährlicher werdende Politik der Atomwaffenstaaten. Und sie stellt sich gegen die Mehrheit der Staaten und der eigenen Bevölkerung, die keine Atomwaffen möchten. Mehr als 2/3 aller Bundesbürger sind für den Abzug der US-Atomwaffen aus Büchel und den Beitritt zum internationalen Atomwaffenverbot.

Wenn Sie sich dieser Meinung anschliessen wollen tragen Sie sich bitte in die ausliegende Unterschriftenliste ein.

Heute gedenken wir des Grauens von Hiroshima. Wir Ärzte konnten es nicht verhindern. Wir können unser Bestes geben, um kranken Menschen in einer Pandemie zu helfen. In einer atomaren Katastrophe ist die ärztliche Kunst sinnlos.

Dann werden wir Ärzte Euch nicht helfen können.

Monika Seiller, Rede auf der Kundgebung zum Hiroshima-Tag ,Marienplatz, 6. August 2020

Di., 11. Aug. 20, 20:36 Uhr

Monika Seiller (Aktionsgruppe Indianer & Menschenrechte e.V.), Rede auf der Kundgebung auf dem Münchner Münchner Marienplatz am 6. August 2020

Wir treffen uns heute hier, um der Opfer von Hiroshima und Nagasaki zu gedenken – der 6. August hat sich auf ewig in unser Gedächtnis eingebrannt als Verbrechen an der Menschheit und als grausames Startsignal einer atomaren Rüstungsspirale. Der 9. August markiert nicht nur den Atombombenabwurf auf Nagasaki, sondern auch den Internationalen Tag der indigenen Völker – zwei Themen, die auf den ersten Blick scheinbar zusammenhanglos nur ein Datum gemeinsam haben und doch in direktem Zusammenhang stehen, denn auch die indigenen Völker sind Opfer des Atomwahns.

Die Indigenen nennen es die gelbe Schlange – für die Opfer von Hiroshima und Nagasaki, die Hibakusha, war es das blanke Grauen, und doch sprechen beide vom selben Alptraum: der atomaren Bedrohung.

Wenn wir heute der Opfer der Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki gedenken, eines machtpolitisch kalkulierten Menschheitsverbrechens, das sich nie wiederholen darf, müssen wir auch jener gedenken, die am Anfang der atomaren Kette stehen, aber meist vergessen werden – die Indigenen.

Auf dem traditionellen Territorium der Mescalero Apachen nahm der Alptraum seinen Anfang. Unter dem „Manhattan Project“ wurde in Alamogordo, New Mexico, die erste Atombombe getestet – Codename Trinity. Die vermeintlich „heilige Dreifaltigkeit“ war jedoch geleitet von Machtstreben, dem Griff nach der Weltherrschaft und Menschenverachtung, für welche die Schwächsten in der Gesellschaft geopfert wurden. Das Uran für „Little Boy“ stammte u.a. aus dem Kongo, später bestückten die USA ihre tödlichen Bomben mit Uran aus Saskatchewan - dem indigenem Territorium der Cree. Kanada zählt noch heute zu den führendenUranproduzenten und belieferte u.a. auch Großbritannien und Indien mit dem Plutonium für deren erste Atombomben.

Auf dem Land der Yakama-Indianer im US-Bundesstaat Washington wurde die Plutonium-Fabrik Hanford errichtet, wo das Material für die Nagasaki-Bombe „Fat Man“ angereichert wurde.

Bereits in den 1940er Jahren wurden zudem im Südwesten der USA zahlreiche Uranminen erschlossen, in denen zumeist Indigene, vor allem Dineh, arbeiteten. Sie waren leicht verfügbare und billige Arbeitskräfte. Über die Gefahren in den Minen wurden sie nie aufgeklärt. Tausende starben an Krebs – ohne jede Entschädigung für die Familien, denn die Unternehmen verlangten von den Hinterbliebenen auch noch einen Nachweis, ob und in welcher Mine exakt sich die Oper kontaminiert hatten. Noch heute gibt es rund 1500 aufgelassene Uranminen in den USA, die das Land verseuchen – Land der Indigenen. Beim Abbau des Urans bleiben rund 85% der Radioaktivität im Abraum zurück. Ahnungslos ob der Gefahren wurde der Abraum zum Bau von Schulen und Häusern verwendet.

Selbst das Naturerbe Grand Canyon, Heimat der Havasupai-Indianer, ist vor der Gier der Atomlobby nicht sicher. Nachdem Obama 2012 ein 20-jähriges Moratorium gegen Uranabbau in der sensiblen Region verhängt hatte, lässt der jetzige Präsident Donald Trump nichts unversucht, um das Moratorium auszuhebeln, auch wenn er bislang vor Gericht scheiterte.

Doch nicht nur der Abbau bedroht die Indigenen. Auf der Nevada Test Site, dem vertraglich zugesicherten Land der Western Shoshone, führten die USA zwischen 1951 bis 1962 insgesamt 119 oberirdische und von 1962 bis zum Teststopp-Memorandum 1992 über 1000 unterirdische Atombombentests durch. Die Tests wurden stets nur dann durchgeführt, wenn sichergestellt war,dass der radioaktive Fall-out über dem Gebiet der Western Shoshone niederging und nicht etwa weiße Siedler der Region betreffen würde. Bis heute kämpfen die Western Shoshone um Entschädigung und Anerkennung ihrer Rechte. Stets hieß es nur, dass sie wohl zu viel geraucht oder ungesund gelebt hätten, wenn sie an Krebs erkrankten. Offizielle Statistiken über die Krebsopfer unter den Western Shoshone gibt es bis heute nicht.

Auf ihrem Gebiet sollte auch das erste atomare Endlager errichtet werden – obwohl die Bergzüge der Yucca Mountains extrem erdbebengefährdet sind. Bislang wehren sie sich erfolgreich gegen dieses Endlager – inzwischen auch mit Unterstützung von NGOs und sogar der Politik.

Doch nicht nur die Indigenen in den USA waren bzw. sind von dem atomaren Wahnsinn bedroht. Auch auf den Atollen Bikini und Eniwetok, die zu den Marshall Islands zählen, testeten die USA 67 Atombomben. „Castle Bravo“ mit der 1000-fachen Sprengkraft der Hiroshima-Bombe war der verheerendste Test – die Folgen waren noch bis Europa zu spüren, doch die eigentlichen Leidtragenden waren die Indigenen vor Ort. Quallenbabies waren die Folge, Fleischklumpen, die nicht mehr als menschliche Lebewesen erkennbar waren und keine Überlebenschancen hatten.

Doch die USA waren nicht die einzige Atommacht, die das Leben der Indigenen dem atomaren Machtstreben opferten. Auch die Kolonialmacht Frankreich exportierte ihre Atomtests in Regionen weit weg vom französischen Mutterland. 190 Tests zündete Frankreich im Muroroa-Atoll, 41 davon überirdisch. Die Folgen für die indigenen Polynesier waren nicht weniger verhängnisvoll wie für die Bewohner der Marshall Islands. Doch weder die USA noch Frankreich waren jemals bereit sich ihrer Verantwortung für die verhängnisvollen Auswirkungen auf die dortige Urbevölkerung zu stellen.

Allerdings dürfen wir uns nicht damit begnügen, auf die Verantwortlichen in Paris, London oder Washington zu zeigen, denn deutsche Unternehmen waren und sind maßgeblich am atomaren Wahnsinn beteiligt. Die deutsche Uranerz war eines der führenden Unternehmen im Uranabbau, vor allem in Kanada, und noch heute ist der Konzern Urenco, Betreiber der Urananreicherungsanlage Gronau ein global leader im Geschäft mit der Urananreicherung – unter Beteiligung von RWE und EON. 2019 exportierte Urenco mit Genehmigung der Bundesregierung Atommüll nach Sibirien – erstmals unter dem Protest der dortigen Bevölkerung.

Auch die Indigenen wehren sich seit langem gegen den atomaren Wahnsinn und suchen den Schulterschluss mit der internationalen Anti-Atom-Bewegung. Schon 1988 reisten Indigene vom Indigenous Uranium Forum aus den USA nach Japan, um sich – obwohl selbst Opfer der verhängnisvollen Atomnutzung - mit den Hibakusha zu treffen und ihre Solidarität zu bekunden.

Als Europäer sollten wir uns unserer Verantwortung bewusstwerden und für eine entschiedene atomare Abrüstung eintreten – keine Atomsprengköpfe in Deutschland, kein neues atomares Wettrüsten, Diplomatie statt pubertärer Muskelspiele. Angesichts der eigenen historischen Verantwortung musss sich Deutschland zum Frieden bekennen und damit allen atomaren Machtspielen entschieden entgegentreten.

Nie wieder Hiroshima!
Nie wieder Krieg!
Monika Seiller, Aktionsgruppe Indianer & Menschenrechte e.V.

Erinnerst du dich an Hiroshima?
Niemals vergiss Hiroshima!
Erinnerst du dich an den heißesten der Sommertage?
Niemals vergiss den heißesten der Sommertage!
„Es ist heiß! Es ist heiß! Es verbrennt uns!“, schrien die Menschen,
sie stürzten sich in den Fluss, doch
der Fluss kochte bereits.
Dies ist der Anblick der Hölle!
Die Kinder haben keine Zeit mehr zu schreien, sie
Verbrennen in den heißen Flammen.
Die Männer verwandeln sich in bloße Schatten im Asphalt.
Die Menschen sind nur noch Tätowierung auf den Mauern.
Erinnerst du dich an Hiroshima?
Niemals vergiss Hiroshima!
(Tom LaBlanc)

Städt. Grußwort Thomas Lechner, 75. Jahrestag der Atombombenabwürfe

Fr., 7. Aug. 20, 22:57 Uhr

Thomas Lechner, Städt. Grußwort Kundgebung auf dem Münchner Münchner Marienplatz am 6. August 2020

Am 9. August 1945, dem Tag des Atombombenabwurfs auf Nagasaki, beschrieb der amerikanische Kirchenvertreter Samuel McCrea Cavert dem US-Präsidenten Harry S. Truman in deutlichen Worten die Gefahr, die von Kernwaffen ausgeht: Sie wirkten unterschiedslos zerstörerisch. Ihr Einsatz sei ein sehr gefährlicher Präzedenzfall für die Zukunft der Menschheit. Und auch der Physiker Julius Robert Oppenheimer, der als Vater der Atombombe gilt, hatte bereits nach dem ersten Atombombentest mit Entsetzen festgestellt: „Ich bin der Tod geworden, Zerstörer von Welten.“ Truman hingegen sah nach fast sechs Jahren Krieg in der Bombe ein Mittel zum raschen Ende des schlimmsten Krieges in der Geschichte. So kam es zu den beiden ersten und bislang einzigen Einsätzen von Atomwaffen in einem Krieg. Hunderttausende Menschen starben sofort oder an den Folgeschäden der atomaren Verstrahlung.

Sowohl die unmittelbare Wirkung der Bombe als auch die schleichende und über Jahrzehnte anhaltenede Vernichtung von Menschenleben durch radioaktive Strahlen haben ein Ausmass erreicht, dass man sich eigentlich überhaupt nicht vorstellen kann.
Tragischerweise ist vor zwei Tagen in Beirut eine Katastrophe passiert, die uns ein wenig daran erinnert, wie umfassend, wie entsetzlich, wie brutal Printer, email and PDF versions
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und wie großflächig Monsterdetonationen wirken: Tausende Menschen wurden verletzt, Hunderttausende verloren ihre Wohnungen, oft auch ihr Hab und Gut, in einem Umkreis von 5 km. Die Zerstörungskraft von Atomwaffen liegt nochmal ein Vielfaches über dem, was wir im Libanon gerade erlebt haben. Unser Mitgefühl gilt ALLEN Opfern, damals wie heute – jede und jeder einzelne Tote mahnt uns, dass wir uns mit aller Kraft gegen Krieg und Zerstörung einsetzen müssen. Insbesondere atomare Waffen sind UMGEHEND zu vernichten, ihr Einsatz ist kategorisch abzulehnen und auszuschliessen.

Seit einem Dreivierteljahrhundert lebt die Menschheit nun schon mit Kernwaffen. Angesichts von weltweit immer noch knapp 14.000 Atomwaffen, zunehmender Verstöße gegen den Atomwaffensperrvertrag sowie der Gefahr des Schmuggels radioaktiver Spaltmaterialien und atomarer Terroranschläge sollen und müssen auch die Kommunen gemeinsam mit den lokalen Friedensbewegungen ein klares Abrüstungssignal senden. Ich halte daher ein entschiedenes Auftreten der Städte und Gemeinden in ihrem Bestreben für ein friedliches Zusammenleben ohne die Bedrohung (nicht nur) nuklearer Waffen für dringend angezeigt und erforderlich.

Wir haben in Bayern aktuell 64 Städte und Gemeinden, die Mitglied von Mayors for Peace sind. Mayors for Peace werfen die Frage auf, wie man Konflikte miteinander austrägt, eben ohne sich zu bombardieren, sondern in einem guten Miteinander in Frieden, wie wir miteinander umgehen wollen.

Und wenn man darüber nachdenkt, warum denn gerade die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sich gegen Atomwaffen aussprechen, obwohl die Kommunen relativ selten Kriege führen, dann liegt es einfach auch daran, dass wir am nächsten an den Bürgerinnen und Bürgern dran sind. Die Kommunen sind dafür zuständig, dass die Menschen ein gutes Umfeld haben, ein gutes Auskommen, dass sie gesund sind, dass sie in Frieden leben können. Und das genau steckt auch in der Bewegung Mayors for Peace. Sie fordert: Geld für Klimaschutz und Armutsbekämpfung, statt für Atombomber, Kriegsschiffe und Killerdrohnen.

Wir alle haben hier eine Verantwortung, Politikerinnen und Politiker genauso wie jede und jeder einzelne von Ihnen. Schon 2010 gab es einen Bundestagsbeschluss, Atomwaffen in Deutschland abzuschaffen, und dennoch wurde er nicht umgesetzt. Hier braucht es auch ein Wiedererstarken der Friedensbewegung, der vom Frieden Bewegten, derjenigen die sich für ein friedliches Zusammenleben aller Menschen auf dem Globus einsetzen. Gerade in Zeiten von Corona ist es umso wichtiger, dass wir die Prinzipien von Solidarität und Gemeinsinn wieder stärken, dass wir helfen und unterstützen, statt zu attackieren oder gar zu zerstören.

Leider haben bisher noch nicht alle Staaten und insbesondere keine Atommacht, ja noch nicht einmal Japan, den UN-Vertrag über das Verbot von Kernwaffen unterzeichnet, geschweige denn ratifiziert. Er ist noch nicht in Kraft getreten. Das ist die Entscheidung von Regierungen und nicht die von Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern. Aber gerade Bürgermeister*innen wissen um die Verletzlichkeit ihrer Städte und der Menschen darin. Deshalb schließe ich mich ausdrücklich den Worten des damaligen UN-Generalsekretärs Ban Ki-moon anlässlich des 70. Jahrestages der Atombombenabwürfe an: „No more Hiroshimas! No more Nagasakis!“

#Hiroshima #Nagasaki #FriedensbuendnisMUC

Claus Schreer, Rede auf der Kundgebung zum Hiroshima-Tag ,Marienplatz, 6. August 2020

Fr., 7. Aug. 20, 19:26 Uhr

Claus Schreer, Rede auf der Kundgebung auf dem Münchner Münchner Marienplatz am 6. August 2020

Liebe Münchnerinnen und Münchner,
liebe Kriegsgegnerinnen und Kriegsgegner,

Seit mehr als 50 Jahren kämpft die Friedensbewegung auf der ganzen Welt gegen das atomare Wettrüsten und für die Abschaffung aller Atomwaffen.

Ich bin politisch aktiv geworden, als Ende der 1950er Jahre die Bewegung Kampf dem Atomtod entstand.
Am 12. April 1957 alarmierten 18 führende Atomwissenschaftler mit ihrem berühmten „Göttinger Manifest“ die Öffentlichkeit über die Gefahren eines Atomkrieges und warnten vor den Plänen der Adenauer-Regierung, die Bundeswehr mit Atomwaffen aufzurüsten.

Bereits 1955 hatten die USA – unter strengster Geheimhaltung – damit begonnen, atomare Kurzstrecken-Raketen in der Bundesrepublik zu stationieren. Adenauer erklärte dazu 1957, diese Atomwaffen seien „nichts weiter als die Weiterentwicklung der Artillerie“.

1958 stimmte die CDU-CSU Mehrheit des Bundestages für die atomare Bewaffnung der Bundeswehr. Darauf hin entstand Proteststurm und die Kampagne „Kampf dem Atomtod“. Zwei Jahre später begannen die „Ostermärsche der Atomwaffengegner“.

1960 forderte der Führungsstab der Bundeswehr die Verfügungsgewalt über die in Deutschland stationierten Atomwaffen und 1962 eigene deutsche Atomwaffen. Und zwei Jahre später forderte der damalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Trettner die Errichtung eines Atomminengürtels entlang der innerdeutschen Grenze.

Diese abenteuerlichen Pläne zur Bewaffnung der Bundeswehr mit Atomwaffen konnten schließlich verhindert werden.
Die damals in Westdeutschland stationierten rund 6 000 atomaren Kurzstrecken-Raketen
wurden erst nach dem Ende des Kalten Krieges abgezogen.Übrig geblieben sind bis heute die auf dem Bundeswehr-Luftwaffenstützpunkt in Büchel stationierten US-Atombomben.

Es ist ein seit 50 Jahren andauernder Skandal: Obwohl sich alle Kernwaffenmächte im Atomwaffensperrvertrag 1970 feierlich zur nuklearen Abrüstung verpflichtet haben, gibt es seit dieser Zeit keinerlei substanzielle Abrüstungs-Fortschritte. Die USA und Russland verfügen – trotz einiger Reduzierungen – heute immer noch über mehr als 90 Prozent der weltweit vorhandenen rund 14 000 Atomprengköpfe.

Ohne drastische Reduzierung ihrer Atomarsenale werden alle anderen Atomwaffen-Staaten nicht zur Abrüstung ihrer eigenen Atomwaffen bereit sein. Die beiden atomaren Supermächte USA und Russland müssten mindestens auf das Niveau von China abrüsten, das mit 320 Atombomben nur über 5 % der jeweils rund 6.000 Nuklearsprengköpfe der USA oder Russlands verfügt.

Derzeitiges Haupthindernis für weitere Abrüstungsmaßnahmen zwischen den USA und Russland ist die in Polen und Rumänien stationierte US-Raketenabwehr.

Ihr Zweck der ist nicht die Abwehr eines Angriffs, sondern der Versuch, das atomare Gleichgewicht außer Kraft zu setzen und den USA die Möglichkeit zu einem atomaren Erstschlag zu verschaffen.
Alle Atommächte rüsten derzeit ihre Nuklearstreitkräfte auf, aber es ist vor allem der Anspruch der USA auf weltweite militärische Überlegenheit, der das Wettrüsten anheizt, und weitere Abrüstungsmaßnahmen verhindert

Bereits unter Präsident Obama hat die US-Regierung beschlossen, ihr Atomwaffenarsenal innerhalb von 30 Jahren für 3.000 Mrd. Dollar aufzurüsten, das sind 100 Mrd. Dollar im Jahr.
Zu diesem Aufrüstungsprogramm gehört auch die Perfektionierung der in Europa stationierten US-Atombomben. Und: Nach der Kündigung des INF-Vertrags durch US-Präsident Trump im vergangenen Jahr, droht die Stationierung neuer Mittelstreckenraketen in Europa. Aufgrund ihrer kurzen Vorwarnzeit eignen sich diese Waffen vor allem als Erstschlagswaffen.
Doch auch der Widerstand gegen die atomare Hochrüstung wächst.
Im Juli 2017 haben 122 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen einen Vertrag für das Verbot aller Atomwaffen beschlossen. Das Abkommen verbietet neben der Herstellung, dem Besitz und dem Einsatz von Atomwaffen auch die Drohung mit einem Nuklearschlag sowie die Stationierung von Atomwaffen in anderen Staaten.

Dieser Vertrag ist ein historischer Durchbruch und ein Erfolg der weltweiten Friedensbewegung. Der Druck auf die Atommächte, mit der Abrüstung aller Atomwaffen Ernst zu machen könnte sich dadurch massiv erhöhen. Dazu müssen wir mit all unseren Kräften beitragen.

Ein geradezu unglaublicher Skandal war es, dass die Bundesregierung, die mit wohlfeilen Lippenbekenntnissen beteuert, eine Welt ohne Atomwaffen anzustreben, in der UNO – gemeinsam mit den anderen NATO-Staaten – gegen die Aufnahme der Atomwaffenverbots-Verhandlungen gestimmt hat und die Verhandlungen boykottiert hat. Diese Heuchelei der Bundesregierung ist kaum noch zu überbieten. Das dürfen wir uns nicht bieten lassen.

Unser Druck muss noch viel größer werden. Wir fordern von der Bundesregierung, dass sie sich nicht am weltweiten atomaren Wettrüsten beteiligt. Deutschland muss die nukleare Teilhabe und die Komplizenschaft mit den Atomkriegsstrategen der USA beenden.
Entgegen dem Mehrheitswillen der Bevölkerung – nach einer ganz aktuellen Umfrage
83 Prozent – und trotz eines parteiübergreifenden Beschlusses des Bundestages im Jahr 2010 hält die Bundesregierung weiterhin an der Stationierung der US-Atombomben in Deutschland fest und lässt Piloten der Bundeswehr regelmäßig den Atomwaffeneinsatz für den Ernstfall trainieren. Und – mit ihrer Zustimmung sollen jetzt die in Büchel, in den Niederlanden, in Belgien, Italien und der Türkei stationierten 150 Atombomben durch eine völlig neue Version, die B61-12 ersetzt werden.

Die B61-12 ist eine Allzweckbombe, eine zielgenaue, elektronisch gesteuerte und gelenkte Atomwaffe mit vergrößerter Reichweite und der Fähigkeit, tief verbunkerte Ziele zu zerstören.

Durch die variable Sprengkraft, in der Größenordnung von sog. Mini-Nukes bis zur Sprengkraft der Hiroshimabombe, und die extreme Treffgenauigkeit ergeben sich für die Kriegsplaner neue Einsatzmöglichkeiten für zukünftige Kriege.

Die neuen US-Atomwaffen senken die Hemmschwelle für einen Atomwaffeneinsatz. '

Mit diesen neuen Waffen – darauf spekulieren die Atomkriegsstrategen – ließe sich der Einsatz von Atomwaffen auf Europa begrenzen, ohne dadurch einen globalen Nuklearkrieg mit Russland zu riskieren.

Ausschließlich für den Einsatz der in Büchel stationierten Atombomben will Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer 45 Exemplare des US-Kampfbombers F-18 anschaffen. Die „Nukleare Teilhabe“ soll so für die kommenden Jahrzehnte festgeschrieben werden.

Damit darf die Bundesregierung nicht durchkommen. „Atomwaffen raus aus Deutschland“, das bleibt unsere zentrale Forderung.

Seit einigen Jahren schon erzählt uns die Bundesregierung das Märchen, dass für den Abzug der Atomwaffen die USA und NATO zuständig seien. Eine billige Ausrede ist das, mit der sich die Bundesregierung aus der eigenen Verantwortung stiehlt.

Die Wahrheit ist: Ob Massenvernichtungswaffen in Deutschland stationiert werden, ob sich die Bundeswehr im Ernstfall an Atombombenangriffen beteiligt und dafür Trainingsflüge absolviert, das hat weder die US-Regierung noch die NATO zu entscheiden.

Unsere Forderung heißt deshalb: Die Bundesregierung muss unverzüglich selbst handeln. Sie muss die „nukleare Teilhabe“ Deutschlands sofort beenden. Dafür braucht sie weder die Genehmigung der USA, noch die Zustimmung der anderen NATO-Verbündeten.

Wir verlangen Taten, statt leerer Worte. Die Bundesregierung muss die Bereitstellung der Tornado-Flugzeuge für den Einsatz der US-Atomwaffen beenden. Sie muss die Ausbildung und die Übungsflüge der Bundeswehr für den Abwurf der Atomwaffen einstellen und sie muss das Stationierungsabkommen für die Lagerung der US- Atomwaffen in Deutschland aufkündigen.

Lasst uns gemeinsam weiterhin aktiv für die Abschaffung aller Atomwaffen eintreten,
für die sofortige Beendigung der nuklearen Teilhabe Deutschlands und für die Forderung: Deutschland muss dem UN-Atomwaffen-Verbots Vertrag unterzeichnen.

Fahrraddemo Atomwaffen abschaffen- die nukleare Teilhabe beenden!

Mi., 5. Aug. 20, 20:10 Uhr

AktivistInnen der Münchner Friedensbewegung radelten am 4. August bei strömendem Regen vom Büro der Münchner CSU (Adamstr.) zur Landesleitung der CSU im Münchner Norden. Ihre Forderung:
Beendigung der nuklearen Teilhabe,
Abzug der Atomwaffen aus Deutschland,
Unterzeichnung des Atomwaffenverbotsvertrages.

Eine Aktion der DFG-VK Bayern, s.a. Brief an die CSU- Landesleitung (PDF).

Diesen Brief wollten die AktivistInnen an die CSU-Landesleitung (Mies-van-der-Rohe Straße) übergeben. Leider war dort niemand bereit, den Brief in Empfang zu nehmen1, oder gar die FriedensradlerInnen zu begrüßen.
„Bürgernähe sieht anders aus“, kommentierte der Sprecher der DFG-VK Bayern, Thomas Rödl, diese Weigerung. Er forderte gleichzeitig die BürgerInnen auf, die Protestpostkarte der DFG-VK an die MandatsträgerInnen der CSU zu senden. Wer wirklich eine Welt ohne Atomwaffen wolle, müsse als erstes alle Pläne zur Beteiligung der Bundesrepublik Deutschland am Einsatz von Atomwaffen beenden.

  • 1. sie haben die Türe zugesperrt und niemand reingelassen

Aktionswochenende fürs Klima - Menschenkette fürs Klima

Fr., 17. Jul. 20, 23:52 Uhr
Zeit:  Sonntag, 19. Juli 2020 - 17:00 Ort:  zwischen Marienplatz und Matthäuskirche am Sendlinger Tor das Münchner Friedensbündnis nimmt auch diesmal teil mit dem Transparent "Abrüstung ist Klimaschutz".
Der Infostand ("Tisch 2") ist am Rindermarkt/Ecke Fürstenfelder Str., u. a. mit Material für den Hiroshimatag zum Verteilen.


Parents for Future

Menschenkette fürs Klima 19.7.2020Sonntag 19.07.2020 ab 17 Uhr
Menschenkette fürs Klima

zwischen Marienplatz und Matthäuskirche am Sendlinger Tor
organisiert von Parents for Future,
mit Unterstützung vom Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm
 
"Wir sitzen nicht alle im selben Boot. Uns trifft jedoch der gleiche Sturm!"
Wir fordern die Umsetzung der UN-Klimaziele – in München und anderswo.
Macht euch auf, kommt zum Sendlinger Tor und fordert mit uns die Einhaltung dieses Abkommens ein.
Ein Abkommen, das nicht weniger bedeutet als das Überleben der Menschheit zu sichern!

Klima-Wochenende: Samstag und Sonntag

Der Klimawandel bleibt leider - trotz "Corona" - ein sehr wichtiges und extrem dringendes Problem. Die CO2-Emissionen sind aktuell zwar etwas geringer als sie es ohne die Corona-Krise wären, aber es bleibt extrem wichtig, dass wir den nötigen Strukturwandel hin zu mehr Energieeffizienz und dem Ausbau an erneuerbaren Energien engagiert vorantreiben.

Auf beiden Veranstaltungen gibt es ein Corona-Sicherheitskonzept: ?Bitte denkt an Eure Masken und den 1,5m-Abstand!

Aktionswochenende fürs Klima - Radlring-Demo

Fr., 17. Jul. 20, 23:52 Uhr
Zeit:  Samstag, 18. Juli 2020 - 15:00 Ort:  Odeonsplatz

Der Klimawandel bleibt leider - trotz "Corona" - ein sehr wichtiges und extrem dringendes Problem. Die CO2-Emissionen sind aktuell zwar etwas geringer als sie es ohne die Corona-Krise wären, aber es bleibt extrem wichtig, dass wir den nötigen Strukturwandel hin zu mehr Energieeffizienz und dem Ausbau an erneuerbaren Energien engagiert vorantreiben.

RadlRing-Demo 18.7-2020

Klima-Wochenende: Samstag und Sonntag

siehe auch www.radentscheid-muenchen.de

Auf beiden Veranstaltungen gibt es ein Corona-Sicherheitskonzept: ?Bitte denkt an Eure Masken und den 1,5m-Abstand!

Umkehr zum Frieden - Münchner Friedenswochen 2020

Di., 14. Jul. 20, 17:24 Uhr
Zeit:  Samstag, 31. Oktober 2020 &nbsp &nbsp &nbsp &nbsp - Samstag, 21. November 2020 &nbsp &nbsp &nbsp &nbsp

Vorankündigung - Anmeldungen für Veranstaltungstermine mit folgendem online-Formular
https://muenchner-friedensbuendnis.de/Friedenswochen-Anmeldung.

Sobald Termine eingetragen wurden werden sie da gelistet: https://muenchner-friedensbuendnis.de/Friwo/2020

Rundbrief Friedensbündnis Juli/August 2020

Fr., 3. Jul. 20, 17:59 Uhr
Rundbrief Zeit:  Mittwoch, 19. August 2020 - 19:30 - 21:30 Ort:  EineWeltHaus, Schwanthaler Straße
Der Rundbrief des Münchner Friedensbündnisses erscheint einmal monatlich (per Post oder Email) und richtet sich an Interessierte und Freunde vor allem vor Ort. Er wird in der Regel hier veröffentlicht. Einfach per Email bestellen (oder abbestellen): Bestellmail ans Friedensbündnis München, 01.07.2020

Liebe Freundinnen und Freunde vom Münchner Friedensbündnis,


wir hoffen, dass dieser Rundbrief Sie und Euch gesund antrifft und beginnen mit einer kleinen positiven Nachricht:

Unser Plenum kann wieder, wie gewohnt, im EineWeltHaus,Schwanthalerstraße 80, stattfinden! Heute also die herzliche Einladung zu den beiden nächsten Plena:

Mittwoch, 15. Juli, 19:30 und Mittwoch, 19. August, 19:30

Unser Vorschlag zur Tagesordnung am 15. Juli:

  1. Aktuelle Viertelstunde
  2. Bevorstehende Veranstaltungen:
    • Hiroshimatag, 6. August, ab 18.00 (siehe Anlage)
    • Antikriegstag, 1. September (Planung)
  3. Friedenswochen 2020: „Umkehr zum Frieden“ 31.Oktober bis 22. November
    • unsere Veranstaltungen und weitere Überlegungen
    • Thema: „Russland – ein Feindbild wird gepflegt“
    • Verschiedenes

    Die Tagesordnung für den 19. August beschließen wir zu Beginn des Plenums. Unter anderem werden wir den Hiroshimatag nachbesprechen und letzte Überlegungen zum Antikriegstag treffen. Darüber hinaus wird es Zeit, dass wir die weltweiten Krisenherde und Probleme – Jemen, Annexion im Westjordanland, Defender 2021, Wahlen in den USA … - wieder in den Blick nehmen und nicht zuletzt überlegen, ob und was wir aus der „Corona-Krise“ gelernt haben.


    Zunächst steht der Hiroshimatag am 6. August, wie immer am Marienplatz, bevor. Der Aufruf liegt diesem Rundbrief bei. Das Flugblatt mit der aus den Vorjahren bekannten Vorderseite ist bis zum Plenum fertig und kann dort mitgenommen oder im EineWeltHaus abgeholt werden.

    Bitte, helft beim Verteilen und kommt am 6. August zum Marienplatz!


    Was unsere Veranstaltung/en zum Antikriegstag betrifft, wird es eine Kundgebung am Marienplatz geben. Ob wir auch eine Saalveranstaltung durchführen können, hängt nicht zuletzt von den zu diesem Zeitpunkt gültigen Abstandsregelungen ab. Näheres findet sich im Protokoll, TOP 6.


    Man sieht: Vieles ist noch offen, aber die Aufforderung an uns, uns nach unseren Kräften für den Frieden einzusetzen, besteht weiter.

    In diesem Sinne: Nochmal eine herzliche Einladung zu den beiden nächsten Plena, Ihnen und Euch trotz allem einen schönen Sommer und viele Grüße vom Organisationskreis:


    Klaus M., Brigitte O., Gertrud Sch., Rosemarie W.

    Anlagen / Download:






    Veranstalter:  Münchner Friedensbündnis

    Rundbrief Friedensbündnis Juli/August 2020

    Do., 2. Jul. 20, 22:22 Uhr
    Rundbrief Zeit:  Mittwoch, 15. Juli 2020 - 19:30 - 21:30 Ort:  EineWeltHaus, Schwanthaler Straße
    Der Rundbrief des Münchner Friedensbündnisses erscheint einmal monatlich (per Post oder Email) und richtet sich an Interessierte und Freunde vor allem vor Ort. Er wird in der Regel hier veröffentlicht. Einfach per Email bestellen (oder abbestellen): Bestellmail ans Friedensbündnis München, 01.07.2020

    Liebe Freundinnen und Freunde vom Münchner Friedensbündnis,


    wir hoffen, dass dieser Rundbrief Sie und Euch gesund antrifft und beginnen mit einer kleinen positiven Nachricht:

    Unser Plenum kann wieder, wie gewohnt, im EineWeltHaus,Schwanthalerstraße 80, stattfinden! Heute also die herzliche Einladung zu den beiden nächsten Plena:

    Mittwoch, 15. Juli, 19:30 und Mittwoch, 19. August, 19:30

    Unser Vorschlag zur Tagesordnung am 15. Juli:

    1. Aktuelle Viertelstunde
    2. Bevorstehende Veranstaltungen:
      • Hiroshimatag, 6. August, ab 18.00 (siehe Anlage)
      • Antikriegstag, 1. September (Planung)
    3. Friedenswochen 2020: „Umkehr zum Frieden“ 31.Oktober bis 22. November
      • unsere Veranstaltungen und weitere Überlegungen
      • Thema: „Russland – ein Feindbild wird gepflegt“
      • Verschiedenes

      Die Tagesordnung für den 19. August beschließen wir zu Beginn des Plenums. Unter anderem werden wir den Hiroshimatag nachbesprechen und letzte Überlegungen zum Antikriegstag treffen. Darüber hinaus wird es Zeit, dass wir die weltweiten Krisenherde und Probleme – Jemen, Annexion im Westjordanland, Defender 2021, Wahlen in den USA … - wieder in den Blick nehmen und nicht zuletzt überlegen, ob und was wir aus der „Corona-Krise“ gelernt haben.


      Zunächst steht der Hiroshimatag am 6. August, wie immer am Marienplatz, bevor. Der Aufruf liegt diesem Rundbrief bei. Das Flugblatt mit der aus den Vorjahren bekannten Vorderseite ist bis zum Plenum fertig und kann dort mitgenommen oder im EineWeltHaus abgeholt werden.

      Bitte, helft beim Verteilen und kommt am 6. August zum Marienplatz!


      Was unsere Veranstaltung/en zum Antikriegstag betrifft, wird es eine Kundgebung am Marienplatz geben. Ob wir auch eine Saalveranstaltung durchführen können, hängt nicht zuletzt von den zu diesem Zeitpunkt gültigen Abstandsregelungen ab. Näheres findet sich im Protokoll, TOP 6.


      Man sieht: Vieles ist noch offen, aber die Aufforderung an uns, uns nach unseren Kräften für den Frieden einzusetzen, besteht weiter.

      In diesem Sinne: Nochmal eine herzliche Einladung zu den beiden nächsten Plena, Ihnen und Euch trotz allem einen schönen Sommer und viele Grüße vom Organisationskreis:


      Klaus M., Brigitte O., Gertrud Sch., Rosemarie W.

      Anlagen / Download:






      Veranstalter:  Münchner Friedensbündnis

      Gesine Taubert, 24. 1. 1924 - 17. 4. 2020

      Di., 30. Jun. 20, 21:13 Uhr
      Nachruf Gesine Taubert

      Gesine Taubert

      Dr. Phil

      geb. 24. Januar 1924 – gest. 17. April 2020


      Dr Gesine Taubert war in den friedensbewegten 80er Jahren eine Säule in der Friedensbewegung.

      Ich lernte sie kennen, als sie 1981 wie elektrisiert vom Hamburger ev. Kirchentag zurück nach München kam. Während des Kirchtages hatte die ev.Theologin Dorothee Sölle zu einer Protestdemo gegen die geplanteNachrüstung von Bundeskanzler Helmut Schmidt aufgerufen. Voller Empörung über die Stationierung von Atomwaffen in unserem Land, sammelte Gesine ebenfalls wach gewordene Christen um sich, darunter auch Pfarrer und Pfarrerinnen verschiedener Kirchengemeinden. Pfarrer Ludwig Wild aus Germering gab den Impuls für die Gründung der Friedensinitiative "Christen in der Region München."

      Wir wurden so viele, dass für die Organisation der vielen Aktivitäten ein sog Sprecherrat gewählt werden mußte. Gesine war von Anfang an dabei. Oft trafen wir uns in ihrer Wohnung in der Bogenhausener Schneckenburgstraße. Bekannt wurde unser Logo auf vielen Transparenten, als Briefkopf und auf Handzetteln, die uns und unser Anliegen immer mehr bekannt machten.Es ging uns um Entfeindung, also um Abbau von Feindbildern wie die Sowjetunion und so gab es Info-Tische, Seminare mit Friedensforschern (Joh. Galtung, Mechtersheimer und Politikern wie Dieter Lattmann) und ökumenische Friedensgottesdienste.

      Bei den riesigen Protesten im Bonner Hofgarten, bei der Menschenkette von Ulm nach Stuttgart,

      Gesine war dabei. Die vom Bundestag im Herbst 1983 beschlossene Nachrüstung, lähmte Gesine nur kurze Zeit.Wir konnten von München aus mit 2 Bussen die Senioren-Blockade in Mutlangen unterstützen.Ja, auch Gesine Taubert wurde von der Polizei weggetragen.


      1985 besuchte Gesine mit einigen Freunden der Initiative Kiew.Aufgeschreckt beobachtete sie in den Straßen viele Kriegsversehrte, Männer mit amputierten Beinen auf einem Brett mit Rädern, sich mit den Händen fortbewegend. Der Dolmetscher der Gruppe berichtete, dass das Handwerk für Prothesen im Argen liegt. Gesine ließ sich eine Werkstatt zeigen und sprach mit den Verantwortlichen dort. Sie war fest entschlossen, hier Abhilfe zu schaffen. In München angekommen, nahm sie Kontakt mit dem Meister einer Prothesenwerkstatt auf und motivierte ihn zu einer Reise nach Kiew.

      Wenig später kamen die ersten 2 Russen nach München in die Lehre. Es wurde ein erfolgreiches Projekt. Spendengelder bei "Christen der Region" flossen. Es entstanden Freundschaften.

      Als dann noch ein Antrag mit Bitte um Unterstütung beim Münchner Stadtrat positiv entschieden wurde und aus Kiew eine Partnerstadt von München wurde, war Gesines Glück voll.


      Auch auf weiteren von der Friedensinitiative "Christen der Region München" organisierten Reisen war Gesine dabei: Pfingsten 1988 nach Moskau über Odessa, Minsk ( auf den Spuren der Wehrmacht ) nach Leningrad, wo der riesige Friedhof mit 1000en Toten von der brutalen Winterblockade 1943 uns Besucher bewegte.


      Die Friedensinitiative Christen in der Region München war 25 Jahre aktiv, von 1983- 2008.

      Immer neue Themen kamen dazu – besonders das Engagement für Geflüchtete. Gesine hatte eine bosnische Familie Anfang der 90er Jahre aufgenommen. Sie blieben jahrelang und Gesine teilte alles mit diesen Menschen. Es entstanden Freundschaften über Grenzen hinweg. Ihre religiöse Offenheit und Weitherzigkeit erlebte ich mit ihr, als wir 2003 in der Schwabinger Erlöserkirche mit den "Friedensgebeten der Religionen" begannen: Juden,Christen und Muslime beten für den Frieden.

      Der Text von Kurt Marti auf der Sterbeanzeige passt zu Gesine:

      wenn ich gestorben bin

      hat sie sich gewünscht

      zieht euch nicht dunkel an

      das wäre nicht christlich

      kleidet euch hell

      singt heitere lobgesänge

      Beisetzung der Urne findet am 13.Juli 2020 um 11.15 h am Ostfriedhof statt.

      Statt Blumen "hat sie sich gewünscht" an die Telefonseelsorge zu spenden:

      Evangelisches Beratungszentum München,Evangelische Bank eG,

      IBAN: DE84 5206 0410 0003 4020 29

      Betrff: TelefonSeelsorge Gesine Taubert

      Fürstenfeldbruck, den 30.6. 2020 Inge Ammon
      s. a. https://trauer.sueddeutsche.de/todesanzeige/gesine-taubert





      Defender Europe 2020 Plus

      So., 21. Jun. 20, 19:47 Uhr

      Defender Europe 2020 Plus -
      Das US-Großmanöver wird fortgesetzt!

      [...] Bis zu diesem Zeitpunkt [Mitte März] waren nach NATO-Angaben bereits 6.000 US-Soldaten und 3.000 Fahrzeuge über den Atlantik transportiert worden. Obwohl dies natürlich automatisch die Frage aufwarf, was mit diesen Truppen geschehen würde, antwortete die Bundesregierung Anfang April 2020 auf eine Anfrage der Linken, ob die ursprünglich für Mai im Zusammenhang mit Defender 2020 stehenden Übungen „Allied Spirit XI“ und „Trojan Footprint“ trotz der Corona-Krise stattfinden würden, dies sei „der Bundesregierung nicht bekannt.“

      Nun ist die Katze aber aus dem Sack: Zumindest Allied Spirit XI soll im Juni 2020 ungeachtet der Umstände durchgezogen werden – auch die Durchführung weiterer mit Defender 2020 in Verbindung stehender Manöver wurde von der U.S. Army Europe angekündigt. Auch über das der Übung zugrundeliegende Szenario ist inzwischen ein wenig mehr bekannt, wobei die neuen Informationen im Wesentlichen bestätigen, was ohnehin bereits auf der Hand lag: dass das Manöver gegen Russland gerichtet ist. ...

      ... zum Artikel bei der IMI