Aggregator

Expertenbericht in Honduras belastet Banken und Staat wegen Mord an Cáceres

3 Wochen 3 Tage ago

Mitverantwortung internationaler Entwicklungsbanken bestätigt. Behörden wussten von Mordplänen

aus: amerika21.de v. 14.01.2026, von Johannes Schwäbl 

                                 Berta ist weltweit zur Ikone                     für Widerstand und Umweltschutz geworden    Quelle:dignidadrebelde | Melanie Cervantes y Jesús Barraza 

Lizenz:CC BY 2.0

Tegucigalpa. Eine unabhängige Expertenkommission hat am Montag die Ergebnisse ihrer Ermittlung zum Mordfall an der honduranischen Aktivistin Berta Cáceres vorgestellt. Während ihrer einjährigen Arbeit hat die Gruppe die Planung und Ausführung des Verbrechens rekonstruiert und die Verantwortung von Unternehmen, Finanzinstitutionen und des Staates nachgewiesen. Cáceres wurde in der Nacht des 2. März 2016 aufgrund ihres Einsatzes gegen das Staudammprojekt Agua Zarca in ihrem Haus in La Esperanza ermordet.
"Die fachübergreifende Gruppe unabhängiger Experten (GIEI) kommt zu dem Schluss, dass der Mord an Berta Cáceres das Ergebnis einer organisierten kriminellen Operation war, die sorgfältig geplant und ausgeführt wurde, mit der Beteiligung von Auftragsmördern, Mittelsmännern mit militärischer Ausbildung, Mitarbeitern und Direktoren der Firma Desarrollos Energéticos S.A. (DESA) sowie der Unterstützung, Duldung und des Wegsehens verschiedener staatlicher Akteure", heißt es im Abschlussbericht.
Der Mord an Berta Cáceres hatte wirtschaftliche Motive und diente dem Schutz der ökonomischen Interessen der Geschäftsgruppe der Familie Atala Zablah, erklärte die Juristin Roxana Altholz bei der Vorstellung des Berichts in Tegucigalpa. Anhand der Auswertung von Chats, Telefondaten und Informationen über finanzielle Transaktionen konnte die direkte und indirekte Beteiligung von Staatsbeamten, Angehörigen der Sicherheitskräfte, Unternehmen und Banken an der Planung, Ausführung und Vertuschung des Verbrechens nachgewiesen werden.

Zudem wurde bekannt, dass honduranische Beamte seit dem 4. Januar 2016 Kenntnisse über die Planung des Mordes besaßen, jedoch keine Maßnahmen zur Verhinderung des Verbrechens einleiteten. Seit 2015 liefen strafrechtliche Ermittlungen gegen Mariano Díaz Chávez. Der später als einer der Haupttäter des Mordes verurteilte Soldat hatte Zugang zu Waffen, Logistik und bewaffnetem Personal und nutzte Netzwerke und Verbindungen zu staatlichen Sicherheitsstrukturen für die Koordinierung von illegalen Tätigkeiten.

Ein weiterer Schwerpunkt des Berichts befasst sich mit der Verantwortung internationaler Entwicklungsbanken, den Netzwerken aus Korruption und der Veruntreuung von Geldern im Zuge des Staudammprojekts. Das GIEI konnte feststellen, dass das Unternehmen DESA zwölf Millionen US-Dollar aus den Geldern der Banken FMO, Finnfund und BCIE abgezweigt hat. Das entspricht 67 Prozent der internationalen Kredite. Diese Gelder wurden unter anderem für die Überwachung von Aktivisten, die Bestechung von Beamten, Journalisten und Polizisten und den illegalen Kauf von Grundstücken verwendet. "Der Fall Berta Cáceres veranschaulicht konkret, wie sich Kriminalität und die Ausbeutung natürlicher Ressourcen im Land organisieren", erklärte der Antikorruptionsexperte Pedro Biscay.

Ein weiterer Teil des Berichts befasst sich mit einer umfassenden Wiedergutmachung für die Opfer. Unter den Aktionen und Maßnahmen befinden sich die Untersuchung, Strafverfolgung und Bestrafung der für den Mord verantwortlichen Unternehmen, einschließlich aller mit dem Verbrechen in Verbindung stehenden Akteure, die Betitelung des Lenca-Gebiets von Rio Blanco und der vollständige Widerruf der Lizenzen des Projekts Agua Zarca. Die Kommission verweist auch auf die Verantwortung der internationalen Entwicklungsbanken bei der Wiedergutmachung. Die GIEI betont, dass die Maßnahmen mit Blick auf ihre verbindliche Einhaltung formuliert wurden. "Ihre effektive Umsetzung ist eine notwendige Bedingung, um die strukturellen Probleme der Straflosigkeit und Gewalt anzugehen."

Der Mord an Berta Cáceres war der Höhepunkt eines langwierigen Prozesses der Verfolgung, Überwachung, Kriminalisierung und Gewalt gegen die Aktivistin und die indigene Lenca-Gemeinde von Rio Blanco. Die Koordinatorin des Zivilgesellschaftlichen Rates der indigenen und Volksorganisationen in Honduras (COPINH) stand seit 2009 unter dem Schutz der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH). Bisher wurden sieben Personen verurteilt, die als Täter des Mordes identifiziert wurden, darunter Roberto David Castillo Mejía, Geschäftsführer der Firma DESA. Die Prozesse waren jedoch von schwerwiegenden Unregelmäßigkeiten überschattet, die die Rechte der Opfer verletzten. Auch gegen die Auftraggeber und Hintermänner des Mordes wurden bisher nicht ermittelt.

Nach jahrelangem Einsatz und unermüdlicher Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit durch die Familie von Berta Cáceres und den COPINH wurde am 14. Februar 2025 die GIEI in Honduras installiert. Grundlage war ein Abkommen zwischen der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte CIDH, dem Staat Honduras, dem zivilen Rat der indigenen und Basisorganisationen von Honduras COPINH und dem Zentrum für Gerechtigkeit und internationales Recht CEJIL.
Delegation

Rüstungsexporte der USA nach Deutschland

3 Wochen 3 Tage ago
Bundeskanzler Friedrich Merz sagt für die CDU/CSU/SPD-Bundesregierung, dass „alle finanziellen Mittel zur Verfügung“ gestellt werden sollen, „die die Bundeswehr braucht, um konventionell zur stärksten Armee Europas zu werden“. Rheinmetall-Chef Papperger plappert das nun nach. Es gibt das inzwischen „verplante“ 100 (…)

Read the rest of this entry »

IMI

Bremerhaven: Marinehafen

3 Wochen 4 Tage ago
Laut buten un binnen scheint Bremerhaven als ein neuer Marinehafen ins Auge gefasst zu werden: „Nach buten un binnen-Informationen soll Bremerhaven ein heißer Kandidat für einen neuen Marinehafen der Bundeswehr sein. Dabei wird offenbar vor allem auf das Gebiet rund (…)

Read the rest of this entry »

IMI

Bewegung im Wandel der „Zeitenwende“

3 Wochen 5 Tage ago
Die Informationsstelle Militarisierung e. V. (IMI) wurde 1996 von Aktivist*innen aus dem linksalternativen und antimilitaristischen Spektrum der Neuen sozialen Bewegungen ins Leben gerufen. Der gemeinnützige Verein wurde 2011 mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet und hat heute etwa 300 Mitglieder. IMI-Gründungsmitglied (…)

Read the rest of this entry »

IMI

Nein zur Intervention - Venezuela ist nicht allein!

1 Monat ago
Nein zur Intervention - Venezuela ist nicht allein! Zeit Mi., 01/07/2026 - 18:00 Ort Marienplatz admin-0 6. Januar 2026 - 23:43 Veranstalter Oekumenisches Buero fuer Frieden und Gerechtigkeit e.V. - Oficina Ecumenica por la Paz y la Justicia
admin-0

Hände weg von Venezuela ...

1 Monat ago
Hände weg von Venezuela ... Zeit So., 01/04/2026 - 15:00 Ort Odeonsplatz admin-0 3. Januar 2026 - 19:23
admin-0

SOZIALES rauf - RÜSTUNG runter Aktiventreffen

1 Monat 1 Woche ago
SOZIALES rauf - RÜSTUNG runter Aktiventreffen Zeit Do., 01/22/2026 - 18:00 Ort Neumarkter Str. 22 (DGB-Haus) admin-0 27. Dezember 2025 - 18:58 Veranstalter Aktivenkreis
admin-0

Asfura in Honduras zum Sieger erklärt, Opposition erkennt Ergebnis nicht an

1 Monat 1 Woche ago
Der Wunschkandidat von Trump soll mit 40,27 Prozent gewonnen haben. US-Außenminister und rechte Regierungen des Kontinents gratulierenHat laut Wahlrat gewonnen und bekommt Glückwünsche aus konservativen Kreisen: Nasry Asfura von der Nationalen ParteiQuelle:ODCA Organización Demócrata Cristiana de Américaaus: amerika21.de v. 25.12.2025
von Thorben Austen 
Tegucigalpa. Der Consejo Nacional Electoral (Nationale Wahlrat) hat am Mittwoch den Kandidaten der Nationalen Partei, Nasry "Tito" Asfura, zum Sieger der Wahlen in Honduras erklärt. Das Ergebnis wurde mehr als drei Wochen nach den Wahlen bekannt gegeben, die am 30. November stattgefunden haben. Die Wahlräte Ana Paola Hall und Cossette López, die in dem Gremium die Liberale und die Nationale Partei vertreten, schrieben in einer Mitteilung am Heiligabend, Asfura liege 0,74 Prozent vor seinem engsten Konkurrenten Salvador Nasralla von der Liberalen Partei. Demnach erhielt Asfura 40,27 Prozent der Stimmen, Nasralla 39,53 Prozent und für Rixi Moncada von der Noch-Regierungspartei Libre entschieden sich 19,19 Prozent der Wähler.
Die Verkündung des Endergebnisses hatte sich mehrfach verzögert, zuletzt hatte der Wahlrat angegeben, noch einmal rund 15 Prozent der Stimmen nachzuzählen (amerika21 berichtete). Nach Angaben von CNN sei diese Nachzählung zwar noch nicht vollständig abgeschlossen, es seien aber "98,27 Prozent der Stimmzettel vollständig und korrekt ausgezählt", daher könne das Ergebnis verkündet werden. Die Entscheidung im dreiköpfigen Wahlrat wurde nur mit den Stimmen der Vertreter der Nationalen und der Liberalen Partei getroffen. Die Nationale Partei hatte zuletzt darauf gedrängt, ein Ergebnis noch "vor Weihnachten" zu verkünden (amerika21 berichtete).
Die Opposition erkennt das Ergebnis nicht an. Nasralla erklärte auf einer Pressekonferenz am Mittwoch, "Ich akzeptiere die heute, am 24. Dezember, vom Nationalen Wahlrat veröffentlichte Erklärung nicht." Er betonte außerdem, er sei nicht bereit, ein Ergebnis zu akzeptieren, das auf Auslassungen beruhe. "Dies trifft die Armen. Ich wollte das Land entwickeln und ihnen Chancen geben", sagte er. "Schweigen angesichts von Ungerechtigkeit bringt mir keinen Frieden … Ich rufe nicht zu Unruhen oder Gewalt auf; ich rufe zu Gewissen, Respekt und der friedlichen Verteidigung der Wahl auf." Erkennt das Ergebnis nicht an und ruft zur Verteidigung der Wahlen auf: Salvador Nasralla (rechts im Bild) Quelle:@RumyNahypBueso
Luis Redondo, Präsident des Kongresses und Mitglied der Partei Libre, wies die Erklärung ebenfalls zurück, sie habe aus seiner Sicht "keine Rechtsgrundlage". Redondo überlege nach Presseangaben, zu versuchen, den Kongress dazu zu bewegen, von seinem verfassungsmäßigen Recht – gemäß Artikel 205 Absatz sieben – Gebrauch zu machen und eine Neuauszählung durchzuführen.

Hall widersprach als Vorsitzende des Wahlrates jedoch diesen Vorwürfen. "Niemand im Nationalen Wahlrat (CNE) 'wählt' den Präsidenten der Republik; es ist das Volk, das entscheidet, und der CNE bestätigt lediglich das Ergebnis." Der Wahlrat war jedoch vor und nach den Wahlen mehrmals in die Kritik geraten, so waren Audios veröffentlicht worden, in denen Mitglieder des Wahlrates über Möglichkeiten der Manipulation der Wahlen gesprochen haben sollen (amerika21 berichtete).

Aus den USA gratulierte umgehend Außenminister Marco Rubio. Auch der wegen Drogenhandel in den USA inhaftierte und von Donald Trump kurz vor der Wahl begnadigte Ex-Präsident Juan Orlando Hernández schrieb auf X "Das honduranische Volk hat sich am 30. November laut und deutlich geäußert. Heute gratulieren wir dem gewählten Präsidenten @titoasfura @Papialaordenh, den gewählten Abgeordneten und Bürgermeistern sowie der Nationalpartei von Honduras zu diesem demokratischen Sieg." Die rechten Regierungen Argentiniens, Boliviens, Costa Ricas, Ecuadors, Panamas, Paraguays, Perus und der Dominikanischen Republik erkannten in einer gemeinsamen Erklärung die Entscheidung des Wahlrates an und riefen zur Zusammenarbeit mit der neuen Regierung auf. Auch die sozialdemokratisch orientierte Regierung Guatemalas gratulierte noch am Mittwoch.

Die Wahlen waren von einer massiven Einmischung seitens der USA überschattet worden. Wenige Tage vor den Wahlen hatte US-Präsident Trump zur Wahl von Asfura aufgerufen und angekündigt, Finanzhilfen nur im Falle seines Wahlsieges bereitzustellen. Aus Reihen der Partei Libre wurde außerdem darauf hingewiesen, dass "Millionen Menschen in Honduras" vor den Wahlen WhatsApp-Nachrichten erhalten hätten, in denen angedroht wurde, dass im Falle eines Wahlsieges der Partei Libre die Remesas, die Geldüberweisungen von Migranten nach Hause, nicht mehr ins Land kämen. Diese Überweisungen machen rund 26 Prozent des Bruttoinlandsproduktes in Honduras aus.

Delegation

Honduras: Drohen erneut Angriffe krimineller Gruppen im Aguán-Tal?

1 Monat 2 Wochen ago

amerika21.de, v. 22.12.2025von Anna Rösch

Die Agrarplattform klärt in den sozialen Netzwerken über die Angriffe der Cachos vom 8. Dezember aufQuelle:Radio Popular del AguanTocoa. Die Agrarplattform, ein honduranisches Netzwerk von bäuerlichen Organisationen, warnt vor einer Gewalteskalation im Aguán-Tal über die Weihnachtsfeiertage. Dort kam es vor einem Jahr zu tödlichen Angriffen gegen Mitglieder kleinbäuerlicher Kooperativen und zur gewaltsamen Vertreibung von 150 Familien aus der Siedlung Camarones.
Am 8. Dezember sollten über 1.000 Polizist:innen per Gerichtsbeschluss gegen die kriminelle Organisation Los Cachos vorgehen. Diese Bande kontrolliert und terrorisiert seit Jahren große Gebiete der vom Ölpalmanbau geprägten Region und wird für einen Großteil der Morde und Vertreibungen verantwortlich gemacht (amerika21 berichtete).
Am selben Tag teilte die Polizei den Vertriebenen aus Camarones mit, dass sie auf ihre Grundstücke zurückkehren könnten. Die Vertriebenen machten sich daraufhin auf den Weg nach Camarones. Dort hatten die Einsatzkräfte tatsächlich eine Farm geräumt, unternahmen aber nichts, als Hunderte Angreifer:innen mit Steinen und Macheten auf die Rückkehrer:innen und ihre Unterstützer:innen aus den Nachbarkooperativen El Tranvio und El Chile losgingen.
Mindestens 20 Menschen wurden bei den Angriffen auf der Staatsstraße CA-13 teils schwer verletzt, während die Polizei sich offenbar darauf beschränkte, das nahegelegene Betriebsgebäude des Palmölunternehmens Dinant zu sichern. Eine Rückkehr nach Camarones war für die Vertriebenen nicht möglich. Sie fanden einstweilen in der Kooperative El Tranvio provisorisch Unterschlupf.
Die Agrarplattform dokumentiert seither Berichte darüber, dass die Cachos sich neu formieren und zusätzliche bewaffnete Männer angeworben haben. Nach Auffassung der Agrarplattform steht die Bande in enger Verbindung mit großen Palmölunternehmen wie Dinant.
Die bäuerlichen Kooperativen beanspruchen Ländereien aus der honduranischen Agrarreform, die sich Dinant und andere im Zuge der Privatisierungswelle der 1990er Jahre angeeignet haben. Im Zusammenhang mit diesem Landkonflikt wurden allein von Januar bis August 2025 elf Kleinbäuer:innen ermordet (amerika21 berichtete).
In der Nacht vom 12. auf den 13. Dezember kam nun mutmaßlich ein weiterer Todesfall hinzu. Nach Informationen der Agrarplattform wurde der 22-jährige Roger Alexis Castillo Fuentes, Mitglied der Kooperative Camarones, von einem Killer der Cachos erschossen. Ein Polizeisprecher behauptete hingegen, es habe sich nur um einen Streit zwischen Betrunkenen gehandelt, der tödlich endete.
Die Agrarplattform richtete einen Appell an die Behörden, die Cachos, gegen die mindestens 15 Haftbefehle vorliegen, endlich zu neutralisieren. Weiterhin verlangt sie eine sichere Rückkehr für die vertriebenen Familien und einen effektiven Schutz für die bäuerlichen Kooperativen.
Delegation

1. Mai

1 Monat 2 Wochen ago
1. Mai Zeit Fr., 05/01/2026 - 00:00 Ort Marienplatz u.a. admin-0 21. Dezember 2025 - 22:17 Veranstalter DGB
admin-0

Bündnistreffen "Nein zur Wehrpflicht"

1 Monat 2 Wochen ago
Bündnistreffen "Nein zur Wehrpflicht" Zeit So., 01/04/2026 - 18:00 Ort DGB Jugendraum (DGB-Haus München, Neumarkter Str. 22 Keller) admin-0 21. Dezember 2025 - 22:05 Veranstalter Bündnis "Nein zur Wehrpflicht"
admin-0

Ostermarsch Draußen 2026

1 Monat 2 Wochen ago
Ostermarsch Draußen 2026 Zeit Mo., 04/06/2026 - 00:00 Ort ? irgendwo im Umland! admin-0 21. Dezember 2025 - 21:42 Veranstalter Münchner Bürgerinitiative für Frieden und Abrüstung - BIFA
admin-0

Honduras nach den Wahlen: Straßenkämpfe und Putschgerüchte

1 Monat 2 Wochen ago


aus: amerika21, v. 20.12.2025von Anna Rösch

In Honduras herrscht zur Zeit Chaos.Wie wird es weiter gehen?Quelle: Gerardo Diego Ontiveros Lizenz:CC BY-NC-ND 2.0


Tegucigalpa. Auch knapp drei Wochen nach den Wahlen hält in Honduras die Unsicherheit darüber an, wer das nächste Staatsoberhaupt des Landes sein wird. Derzeit läuft eine manuelle Nachzählung von rund 2.800 Wahlprotokollen. In der Zwischenzeit heizt sich die Stimmung immer stärker auf. Am Mittwoch kam es bei Zusammenstößen zwischen Anhänger:innen der linken Noch-Regierungspartei Libre und der von US-Präsident Donald Trump favorisierten rechten Nationalen Partei zu mindestens 20 Verletzten auf beiden Seiten. Die Polizei schritt gewaltsam ein und verschoss Tränengasgranaten.


Bislang sind 99,85 Prozent der Stimmzettel ausgezählt. Derzeit führt der rechte Kandidat Nasry Asfura mit 40,24 Prozent knapp vor seinem liberalen Konkurrenten Salvador Nasralla, der auf 39,64 Prozent kommt. Rixi Moncada von der Libre Partei liegt hinten.

Noch am 16. Dezember sprach die amtierende linke Präsidentin Xiomara Castro davon, dass die Wahlen insgesamt für ungültig erklärt werden müssten. Sie warnte vor einem laufenden Putsch und rief die Zivilgesellschaft zum friedlichen Widerstand dagegen auf.

Am 17. Dezember postete das US-State Department für Angelegenheiten der westlichen Hemisphäre, dass die Auszählung strittiger Wahlakten endlich beginnen und rasch ein offizielles Ergebnis herbeigeführt werden müsse. Bereits in der darauffolgenden Nacht trafen sich Vertreter:innen der Liberalen und der Nationalen Partei in den Räumen des nationalen Unternehmerverbandes Cohep, um einen Pakt zur Auszählung von knapp 2.800 inkonsistenten Wahlakten zu schließen. Die Liberale Partei gilt allerdings als intern gespalten. Nasralla fordert weiterhin die Auszählung der einzelnen Stimmzettel.

Am Donnerstag wurde außerdem Héctor Benjamín Valerio Ardón zum neuen Chef des Generalstabs ernannt. Valerio Ardón war unter anderem Sicherheitschef der Präsidentengarde des ehemaligen Präsidenten Juan Orlando Hernández und gilt als dessen Vertrauter. Hernández war am 1. Dezember von US-Präsident Donald Trump begnadigt worden, obwohl er wegen Verbrechen im Zusammenhang mit Drogenhandel und illegalem Waffenbesitz zu 45 Jahren Haft verurteilt worden war (amerika21 berichtete).

Valerio Ardón hat jedoch den Ruf, sich an unterschiedliche Machthaber:innen anpassen zu können. In seiner Antrittsrede bekannte er sich zu Demokratie und Menschenrechten und betonte, dass das Militär den korrekten Ablauf der Wahlen und der Auszählung unterstütze.

Anlässlich der Amtsübergabe an Valerio Ardón bekundete Präsidentin Castro, sie werde trotz ihrer Kritik das vom Nationalen Wahlrat CNE verkündete Ergebnis "um des Friedens willen" akzeptieren.

Die Nationale Partei drängt darauf, dass noch vor Weihnachten die offiziellen Ergebnisse verkündet werden. Der Wahlrat, der aus Vertreter:innen von Libre, der Nationalen und der Liberalen Partei besteht, hat allerdings laut Gesetz noch bis zum 30. Dezember Zeit. Laut dem CNE ist eine Kombination aus administrativen Hindernissen, technischen Problemen und der Abwesenheit von Parteivertreter:innen an den Auszählungstischen der Grund dafür, dass immer noch kein endgültiges Ergebnis vorliegt.

Delegation

SIKO-Plenum

1 Monat 2 Wochen ago
Zeit: Dienstag, 13. Januar 2026 - 19:00

Regelmäßige Weiterarbeit bis zur Demo am 14. Februar 2026 ...

Die "Arbeitsgruppe Protestkette" trifft sich immer 1h davor.

Veranstalter: Aktionsbündnis gegen die NATO-SicherheitskonferenzOrt: EineWeltHaus, Schwanthaler 80
admin

Büropause & Spendenaufruf

1 Monat 3 Wochen ago
Liebe Freund*innen, zum Jahresausklang möchten wir hier kurz auf unsere Büropause aufmerksam machen und vor allem um Unterstützung für die kommende Arbeit bitten. Das IMI-Büro macht vom 19. Dezember 2025 bis zum 12. Januar 2026 zu (in der Zeit eingehende (…)

Read the rest of this entry »

IMI