Aggregator

Ex Präsident Hernández kehrt wegen Korruptionsanklage nach Honduras zurück

3 Stunden 57 Minuten ago

 Von Thomas Raabe amerika21

Laut Umfrage sind 73 Prozent der Honduraner:innen für eine Fortführung der Auslieferung von in Drogengeschäfte Involvierte in die USA   Quelle:msocialistashn/Instagram

Tegucigalpa. Der ehemalige honduranische Präsident Juan Orlando Hernández (2014–2022) ist nach Honduras zurückgekehrt, nachdem er in den USA wegen Drogen- und Waffenhandels zu 45 Jahren Haft verurteilt und von Donald Trump begnadigt worden ist. Zu seiner Begrüßung versammelten sich Tausende in Bussen herangeschaffte Sympathisant:innen bei einer Kundgebung. In seiner Ansprache sagte er, er sei "mit Gottes Hilfe und dank der Gebete" zurückgekommen.

Hernández wurde im April 2022 an die US-Behörden ausgeliefert. Das US-amerikanische Bundesgericht in New York hat in zahlreichen Dokumenten, unter anderem den Narco-Notizbüchern, Zeugenaussagen und Chat-Auswertungen mit der kriminellen Vereinigung M13, nachgewiesen, dass er unter anderem mehr als 400 Tonnen Kokain in die USA geschmuggelt hat. (amerika21 berichtete). 

Hernández ist im Zusammenhang mit dem als "Pandora II" bekannten Fall wegen mutmaßlichen Betrugs und Geldwäsche angeklagt und will sich der honduranischen Justiz stellen. Gegenstand der Ermittlungen ist die mutmaßliche Veruntreuung staatlicher Gelder für den Präsidentschaftswahlkampf 2013. In diesem Fall sind auch der ehemalige Präsident Porfirio Lobo (2010–2014), ehemalige Abgeordnete, Unternehmer und Privatpersonen involviert. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll die Gruppe zwischen 2010 und 2013 ein Korruptionsnetzwerk aufgebaut haben, das die Auszahlung von mehr als 288 Millionen Lempiras (rund 10,8 Millionen US-Dollar) an zwei Stiftungen ermöglicht haben soll.

Vorsorglich wurde Ende Juni durch den Obersten Gerichtshof der Haftbefehl bei Hernández' "freiwilliger Vorführung" suspendiert, sodass er sich in Freiheit dem Prozess stellen kann. Der Abgeordnete Hugo Noe Pino der Partei Libre sieht in der Rückkehr ein Risiko für die Demokratie des Landes. "Dass Hernández keine einzige Anklage zu den in den USA bewiesenen Drogendelikten in Honduras habe, gibt uns eine Idee, wie die Justiz in Honduras funktioniere. Er kommt zurück mit einem gewissen Durst nach Rache gegen verschiedene Sektoren, und das ist gefährlich." Darüber hinaus wird ein Machtgerangel um die Führung der Nationalen Partei und somit um die nächsten Wahlen befürchtet.

Der Menschenrechtsexperte Joaquín A. Mejía bezeichnete gegenüber Radio Progreso die Freude der vielen Leute über die Rückkehr eines verurteilten Drogenhändlers als "moralischen Verfall".

Laut der am Dienstag veröffentlichten Meinungsumfrage der jesuitischen Denkfabrik Eric-SJ sind 55 Prozent der Befragten gegen die Begnadigung von Hernández. Knapp 73 Prozent sprechen sich für die Fortführung der Auslieferung von im Drogenhandel involvierten Ex-Präsidenten an die USA aus. Weitere Ergebnisse zeigen, dass 50 Prozent der Bevölkerung die ersten 100 Tage der Regierung von Nasry Asfura als schlecht oder sehr schlecht bewerten, während seine Leistung als Präsident auf einer Skala von null bis zehn eine Durchschnittsnote von knapp vier erhält

Mejía, der an der Umfrage beteiligt war, weist in einem Interview gegenüber criterio.hn besonders auf das fehlende Vertrauen der Bevölkerung in die honduranischen Institutionen hin. Demnach misstrauen 86 Prozent dem Parlament, 82 Prozent misstrauen dem Obersten Gerichtshof. 84 Prozent sprechen der Obersten Wahlbehörde aufgrund der Krise im letzten Wahlprozess ihr Vertrauen ab. 

Mit Blick auf die Korruptionsbekämpfung wurde 2016 die Internationale Mission zur Unterstützung im Kampf gegen Korruption und Straflosigkeit (MACCIH) eingerichtet. Auslöser war die Plünderung des honduranischen Sozialversicherungsinstituts (IHSS), deren Schaden auf mindestens 300 Millionen US-Dollar geschätzt wurde (amerika21 berichtete). Die MACCIH wurde im Januar 2020 wieder aufgelöst, nachdem sie 14 wegweisende Korruptionsfälle vor Gericht gebracht hatte. Dabei wurden verschiedene Korruptionsnetzwerke aufgedeckt, an denen insbesondere Abgeordnete und Beamt:innen der Exekutive beteiligt gewesen sein sollen.

In Bezug auf zukünftige Ermittlungen in Fällen von Korruption ist die Forderung nach einer internationalen unabhängigen Antikorruptionseinheit mit der aktuellen Regierung vom Tisch, denn der neue Präsidialkommissar der Ermittlungskommission wird vom Präsidenten ernannt. Die Kommission ist der Präsidentschaft zugeordnet und somit Teil der Exekutive und besitzt keine eigenen staatsanwaltschaftlichen Ermittlungs- oder Anklagebefugnisse. Dazu kommt, dass die wichtige Schlüsselposition noch immer nicht ernannt wurde

Die Anhörung des angeklagten Hernández ist auf den 3. August 2026 festgesetzt. Es bleibt abzuwarten, inwiefern das honduranische Justizsystem angesichts des derzeitigen institutionellen Gefüges und der politischen Situation in der Lage ist, für Gerechtigkeit zu sorgen.


Delegation

Frischluftkino: Lumumba

1 Tag 19 Stunden ago
Frischluftkino: Lumumba Zeit Fr., 07/31/2026 - 21:00 Ort EineWeltHaus. Terasse admin-0 Mi. 29 Jul 2026 - 15:58 Veranstalter Trägerkreis EineWeltHaus München e.V.
admin-0

Voices from the West Bank

1 Tag 20 Stunden ago
Voices from the West Bank Zeit Fr., 07/31/2026 - 18:00 Ort Bellevue admin-0 Mi. 29 Jul 2026 - 14:47 Veranstalter Amnesty International Bezirk München und Oberbayern und Antirassismusgruppe Uni for Palestine
admin-0

Schulstreik ...

5 Tage 18 Stunden ago
Schulstreik ... Zeit Fr., 09/25/2026 - 11:00 Ort München und bundesweit admin-0 Sa. 25 Jul 2026 - 16:30
admin-0

Kognitive Kriegsführung und die Rolle der Medien

1 Woche 4 Tage ago
Kognitive Kriegsführung und die Rolle der Medien Zeit Mi., 09/23/2026 - 18:00 Ort Neues Gewerkschaftshaus, Schwanthalerstr. 64 admin-0 So. 19 Jul 2026 - 23:44 ReferentInnen Dr. Jonas Tögel, Universität Regensburg Veranstalter ver.di Ortsverein Medien München, Gewerkschaftliches Aktiventreffen „Soziales rauf – Rüstung runter!“, IPPNW München (Internationale Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges – Ärzt*innen in sozialer Verantwortung e.V.), vdÄÄ München (Verein demokratischer Ärzt*innen), Münchner Friedensbündnis
admin-0

FIESTA MONCADA – HÄNDE WEG VON KUBA

1 Woche 4 Tage ago
FIESTA MONCADA – HÄNDE WEG VON KUBA Zeit Fr., 07/24/2026 - 19:00 Ort EineWeltHaus - Die Veranstaltung findet im Untergeschoss statt. admin-0 So. 19 Jul 2026 - 23:23 Veranstalter FG KUBA MÜNCHEN & s. Plakat
admin-0

Friedensgebet – 30 Minuten für den Frieden in der Welt

1 Woche 4 Tage ago
Friedensgebet – 30 Minuten für den Frieden in der Welt Friedenswochen Zeit Mo., 11/09/2026 - 10:00 Ort Evang.-Luth. Versöhnungskirche, Hugo-Wolf-Straße 16, 80937 München (U2 Haltestelle Harthof) admin-0 So. 19 Jul 2026 - 17:56 ReferentInnen Pfarrerin Dorothee Hermann Veranstalter Evang. Versöhnungskirche , München-Harthof
admin-0

Gottesdienst mit Abendmahl zur ökumen. FriedensDekade

1 Woche 4 Tage ago
Gottesdienst mit Abendmahl zur ökumen. FriedensDekade Friedenswochen Zeit So., 11/01/2026 - 10:00 Ort Evang.-Luth. Versöhnungskirche, Hugo-Wolf-Straße 16, 80937 München (U2 Haltestelle Harthof) admin-0 So. 19 Jul 2026 - 17:44 ReferentInnen Pfarrerin Dorothee Hermann Veranstalter Evang. Versöhnungskirche , München-Harthof
admin-0

Meinungs- und Kunstfreiheit in Zeiten der Staatsräson

1 Woche 5 Tage ago
Meinungs- und Kunstfreiheit in Zeiten der Staatsräson Friedenswochen Zeit Mi., 11/11/2026 - 19:00 Ort Kulturhaus Milbertshofen, Curt-Mezger-Platz (Milbertshofen) admin-0 Sa. 18 Jul 2026 - 16:40 ReferentInnen Kristin Helberg, u.a. Veranstalter Zeit zu reden medico international DFG-VK München
admin-0

Freising: Gedenkt Hiroshima & Nagasaki

1 Woche 6 Tage ago
Freising: Gedenkt Hiroshima & Nagasaki Zeit Do., 08/06/2026 - 16:30 Ort Freising, Marienplatz admin-0 Fr. 17 Jul 2026 - 22:30 Veranstalter ICAN Freising pax christi Freising Anmeldung t
admin-0

Filmvorführung: "Warum ich"

1 Woche 6 Tage ago
Filmvorführung: "Warum ich" Zeit Do., 09/10/2026 - 18:00 Ort Metropol-Kino , Schleißheimer Str. 127 admin-0 Fr. 17 Jul 2026 - 18:01 Veranstalter Münchner Friedensbündnis + Metropol-Kino
admin-0

Sommerpause ...

1 Woche 6 Tage ago
Sommerpause ... adminf Fr. 17 Jul 2026 - 17:15
adminf

Garífuna in Honduras verteidigen ihre Territorien

2 Wochen 4 Tage ago

 Von Anna Rösch amerika21

Vor der Räumung der Gemeinde in HondurasQuelle:OFRANEH-Garifuna/Organización Fraternal Negra Hondureña

San Juan Tela. Mit einem Protestcamp wehren sich indigene Garífuna an der honduranischen Karibikküste gegen eine gewaltsame Räumung und gegen die Kriminalisierung von Mitgliedern der Organisation OFRANEH. Am 6. Juli marschierten über 200 Einsatzkräfte der honduranischen Polizei auf ein Grundstück in der Garífuna-Gemeinde Durugubuti. Nach Berichten von Augenzeug:innen gaben sie den Mitgliedern des Landkomitees, die das Territorium bewachten, nur wenige Minuten zum Verlassen des Geländes.

Als die Indigenen forderten, es müsse auf den Anwalt von OFRANEH gewartet und ein Dialog begonnen werden, und zudem weitere Gemeindemitglieder hinzukamen, setzte die Polizei Tränengas ein und feuerte laut OFRANEH auch Schüsse ab. Vier Männer, darunter der Präsident des Komitees für die Verteidigung der Landrechte, und eine stillende Frau wurden festgenommen und erst nach Stunden und landesweiten Protesten wieder freigelassen.

Den fünf Mitgliedern von OFRANEH wird illegale Landbesetzung vorgeworfen. Sie sollen sich ab dem 14. Juli vor Gericht verantworten. Sollten sie angeklagt und verurteilt werden, drohen ihnen hohe Gefängnisstrafen.

Das umstrittene Grundstück wird von dem Unternehmen Promociones y Turismo SA (Promotur) beansprucht, das Presseberichten und Aussagen der Polizei vor Ort zufolge der einflussreichen honduranischen Unternehmerfamilie Rosenthal gehört.

Protest vor dem Sitz der UN in New York am FreitagQuelle:Naddy Melendez/OFRANEH

Ein Urteil des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte aus dem Jahr 2023 stellte schwere Menschenrechtsverletzungen gegen die Garífuna von San Juan fest, bis hin zu Morden. Das Gericht verpflichtete den honduranischen Staat, das von Dritten beanspruchte, angestammte Gemeindeland der Garifuna aus San Juan zu vermessen und binnen zwei Jahren die Restitution durchzusetzen (amerika21 berichtete). Der Gerichtshof erkannte die Rechte der Garífuna grundsätzlich an, ließ aber in Bezug auf einige Grundstücke die Möglichkeit offen, dass der Staat die Garífuna mit einem gleichwertigen Ersatz entschädigen könnte. Honduras hat das Urteil bisher nicht umgesetzt. Akzeptable gleichwertige Grundstücke sind nicht vorhanden, daher beanspruchen die Garífuna das Grundstück weiterhin als ihr legitimes Gemeindeland. Es grenzt an ein Baugebiet, das sie bereits in Eigenleistung mit einer Straße und Brücke erschlossen und parzelliert haben.

Zwischenzeitlich wurde die Polizei von dem Grundstück in San Juan Tela abgezogen. OFRANEH errichtete dort ein Camp, um die Ansprüche der Garífuna zu untermauern und Solidarität mit den kriminalisierten Landverteidiger:innen zu zeigen. OFRANEH-Generalkoordinatorin Miriam Miranda betonte in einem Aufruf: "Die Anhörung am Mittwoch betrifft nicht nur San Juan, hier geht es um die Zukunft des Volkes der Garífuna. Es ist in einer Notsituation. Das hier ist der Ernstfall."

Die gewaltsame Räumung in San Juan Tela war eine der ersten, nachdem das umstrittene Gesetz zur Stärkung und zum Schutz des agroindustriellen Sektors, der Energieprojekte, des Tourismus, der Viehzucht und weiterer Sektoren Ende Juni rechtskräftig wurde.

Das Gesetz unterläuft einerseits das Recht auf öffentliche Organisations- und Versammlungsfreiheit und ermöglicht Räumungen im Eilverfahren ohne richterliche Anordnung (amerika21 berichtete). Andererseits wurde ein staatliches Rundschreiben, das Circular DGPN-(S/D)-No.009-2026, erlassen. Dieses nimmt indigene Territorien von dem Gesetz aus, sodass auch nach den eigenen Regularien des Staates die Räumung in San Juan Tela nicht hätte durchgeführt werden dürfen. Gegen das Gesetz fanden seit Juni 2026 mehrere große Demonstrationen in der Hauptstadt Tegucigalpa statt. Zudem wurden Eilanträge und Verfassungsklagen eingereicht. Für diese Woche sind weitere Aktionen angekündigt.

Delegation

Friedenscafé draußen

2 Wochen 4 Tage ago
Friedenscafé draußen Zeit Sa., 07/25/2026 - 14:30 Ort Sendlinger Tor Platz admin-0 So. 12 Jul 2026 - 15:28 Veranstalter Deutsche Friedensgesellschaft -Vereinigte Kriegsdienstgegnerlnnen München
admin-0